Die Festung, in der Jeanne d'Arc ihren König erkannte
Im März 1429 durchquerte eine siebzehnjährige Bäuerin den großen Saal des Logis Royal, um sich einer Menge von Höflingen zu stellen. Sie sollte den wahren Charles VII identifizieren, der sich unter ihnen verbarg, obwohl sie ihn nie zuvor gesehen hatte. Diese Szene spielte sich genau hier ab, zwischen den Mauern aus weißem Tuffstein, die auf einem Felsvorsprung über der Vienne thronen.
Warum sich ein Besuch von Schloss Chinon lohnt
Das Gelände ist kein einzelnes Schloss, sondern ein Verbund aus drei aneinandergrenzenden Festungsteilen, die vom 11. bis zum 15. Jahrhundert errichtet und umgebaut wurden: das Fort Saint Georges, das Château du Milieu und das Fort du Coudray. Als bevorzugte Residenz der Plantagenêt, insbesondere von Henri II, der dort 1189 verstarb, entwickelte sich die Anlage später zu einem zentralen Machtzentrum der Kapetinger.
Es ist diese doppelte Identität, erst anglo-normannisch, dann französisch, die den Besuch so aufschlussreich macht. Die Geschichte des Hundertjährigen Krieges lässt sich hier direkt am Mauerwerk ablesen, ganz ohne überladene museale Inszenierungen.
Was du vor Ort nicht verpassen solltest
Das Logis Royal beherbergt den Saal, in dem Jeanne d'Arc den Dauphin traf. Heute wird dieser Raum durch eine dezente audiovisuelle Gestaltung in Szene gesetzt, die ohne Kitsch auskommt. Der Tour de l'Horloge (Uhrturm) bewahrt ein Glockenspiel, dessen Mechanismus aus dem 15. Jahrhundert stammt, und bietet einen freien Blick über die Dächer der Unterstadt.
Besichtige unbedingt die Überreste des Fort du Coudray. Dort sind an den Steinen des Turms noch immer Graffiti zu sehen, die den Templern zugeschrieben werden, welche auf Befehl von Philipp dem Schönen dort gefangen gehalten wurden.
Die Festungsmauern und der Blick auf die Vienne
Der Spaziergang entlang der Kurtinen ist zweifellos der Höhepunkt des Besuchs. Von den Höhen aus schweift der Blick über die Schieferdächer von Chinon, die mittelalterliche Brücke und die Windungen des Flusses. Zur Dämmerung verleiht das einfallende Licht den Tuffsteinfassaden einen beinahe goldenen Farbton.
Geheimtipp: Plane deinen Besuch für den späten Nachmittag außerhalb der Hochsaison. Das Licht auf den Festungsmauern ist dann am schönsten und der Andrang deutlich geringer als am Vormittag.
Pluspunkte
- Bedeutender historischer Ort mit Bezug zu Jeanne d'Arc und den Plantagenêt
- Panoramablicke auf die Vienne und die Altstadt
- Durchdachter Rundgang ohne museale Überladung
Minuspunkte
- Viele Teile sind Ruinen und weniger spektakulär als die möblierten Schlösser der Umgebung
- Der Aufstieg von der Unterstadt ist recht steil
- Audioguide inbegriffen, um die verschiedenen Epochen der Anlage zu verstehen
- Rundgang in bestimmten Bereichen für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich
Öffnungszeiten
Januar bis März: 9:30 bis 17:00 Uhr.
April bis Juni: 9:30 bis 18:00 Uhr.
Juli und August: 9:30 bis 19:00 Uhr.
September und Oktober: 9:30 bis 18:00 Uhr.
November und Dezember: 9:30 bis 17:00 Uhr.
Das Schloss Chinon ist ganzjährig täglich geöffnet, außer am 1. Januar und am 25. Dezember. Die Kasse schließt 45 Minuten vor dem Ende der Öffnungszeiten.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane etwa 2 Stunden ein, um die gesamte Festungsanlage zu erkunden und den Ausblick auf die Stadt zu genießen. Nimm dir einen halben Tag Zeit, wenn du in Ruhe durch die Gärten spazieren und tiefer in die historischen Ausstellungen eintauchen möchtest.
*Angaben können sich ändern
Dieses Schloss, oder besser gesagt diese Festung, bietet einen tollen Blick auf die Stadt und die Umgebung. Die Besichtigung ist sehr lehrreich. Man kann tatsächlich absolut alle Räume besichtigen. Alles ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Ich fand den Eintrittspreis ziemlich erschwinglich im Vergleich zu manch anderen Schlössern an der Loire. Nutzt die Gelegenheit, um danach noch eine Runde durch die Stadt zu drehen.