Der Palast, der seine eigenen Ruinen überlebte
Im Jahr 1856 legte eine versehentliche Explosion in den Kellern des Gebäudes, wo die Osmanen Munition lagerten, den Palast in Schutt und Asche. Was du heute besichtigst, ist eine sorgfältige Rekonstruktion, die von den Italienern in den 1930er Jahren auf den ursprünglichen mittelalterlichen Fundamenten durchgeführt wurde. Ein Detail, das deine Sicht auf diesen Ort grundlegend verändern wird.
Warum den Großmeisterpalast der Johanniter von Rhodos besuchen?
Erbaut im 14. Jahrhundert vom Orden der Johanniter, diente dieser Palast als Residenz für den Großmeister, als Verwaltungszentrum und als letzte Festung im Falle einer Belagerung. Seine massive Silhouette mit den zwei zinnenbewehrten Türmen am Eingang überragt noch heute das Ende der Ritterstraße in der Altstadt von Rhodos.
Das Gebäude hat viele Leben durchlaufen: Palast der Ritter, Gefängnis unter osmanischer Besatzung und schließlich Sommerresidenz von Mussolini während der italienischen Wiederaufbauphase. Diese Überlagerung der Nutzungen lässt sich in architektonischen Details ablesen, die zwischen mittelalterlicher Strenge und den neugotischen Elementen des 20. Jahrhunderts oszillieren.
Römische Mosaiken als Überraschung im ersten Stock
In der oberen Etage beherbergen die einst für die italienische Führung reservierten Räume eine unerwartete Sammlung: römische und byzantinische Mosaiken. Diese stammen von der Insel Kos, wo italienische Archäologen in den 1930er Jahren Ausgrabungen durchführten. Fische, Quallen und geometrische Muster verteilen sich auf den Böden in Räumen mit Mobiliar aus der Zeit des Faschismus, eine stilistische Mischung, die in ihrer Art ziemlich einzigartig ist.
Der Innenhof und die mittelalterlichen Überreste
Im Erdgeschoss bewahrt der gepflasterte Innenhof mit seinen gotischen Arkaden und den originalen Zisternen die authentischste Atmosphäre des Geländes. Hier spürst du das Gewicht der Geschichte am deutlichsten, fernab vom etwas künstlichen Prunk der renovierten Prunksäle in der oberen Etage.
Tipp vom Experten: Komm direkt zur Öffnung oder am späten Nachmittag, um den Reisegruppen zu entgehen, die den Palast am Vormittag überfluten, besonders wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig im Hafen liegen.
Pluspunkte
- Seltene mittelalterliche Architektur, deren Gesamtplan gut erhalten blieb
- Außergewöhnliche antike Mosaiken im ersten Stock
- Freier Blick auf die Altstadt von den Türmen aus
Grenzen
- Rekonstruktion aus dem 20. Jahrhundert, kein intaktes mittelalterliches Gebäude
- Nur wenige erklärende Schilder
- Hohes Besucheraufkommen zu Kreuzfahrtzeiten
Öffnungszeiten
April bis Oktober: täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr.
November bis März: täglich von 8:00 bis 15:00 Uhr.
Die Anlage ist am 1. Januar, 25. März, 1. Mai, am Sonntag des orthodoxen Osterfestes sowie am 25. Dezember und 26. Dezember geschlossen.
Der letzte Einlass erfolgt in der Regel 30 Minuten vor Schließung. In der Hochsaison empfiehlt es sich, direkt zur Öffnung zu kommen, um den Gruppen von Kreuzfahrttouristen auszuweichen.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane 1,5 bis 2 Stunden ein, um die Prunkräume, die Innenhöfe und die Mosaiksammlungen zu erkunden. Ein halber Tag ist empfehlenswert, wenn du tiefer in die Geschichte der Ritter von Rhodos eintauchen und alles in deinem eigenen Tempo besichtigen möchtest.
*Angaben können sich ändern
Der Palast hat von außen betrachtet eine ziemlich beeindruckende Architektur, die gut erhalten ist. Allerdings fand ich den Eintrittspreis ziemlich hoch. Die Besichtigung ist nämlich ziemlich kurz, es gibt nicht viel zu sehen und im Inneren ist wirklich nur wenig Dekoration vorhanden.