Der Tempel der Athena Lindia, das Herzstück der Akropolis von Lindos
Der Wind pfeift durch die dorischen Säulen, während das Meer einhundertsiebzehn Meter tiefer in der Sonne glitzert. Auf diesem schroffen Felsen von Lindos verehren Gläubige die Göttin Athena bereits seit der Bronzezeit, lange bevor die Griechen hier ihren ersten steinernen Tempel errichteten. Erst wenn du die letzte Treppe erklommen hast, offenbart sich das Panorama über die Bucht von Agios Pavlos in seiner ganzen Weite.
Warum solltest du den Tempel der Athena Lindia besuchen?
Das heutige Bauwerk, ein dem Kult der Athena Lindia gewidmeter dorischer Tempel, stammt aus dem 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Er wurde nach einem verheerenden Brand errichtet, der das archaische Heiligtum im Jahr 342 v. Chr. zerstörte. Die religiöse Nutzung des Ortes reicht jedoch noch viel weiter zurück. Mykenische Weihegaben belegen, dass hier bereits im 10. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung kultische Handlungen stattfanden. Damit zählt der Ort zu den ältesten und durchgehend genutzten Kultstätten im ägäischen Raum.
Jahrtausende Geschichte auf einem einzigen Felsen
Der Tempel ist nur eine von vielen historischen Schichten. Die hellenistischen Propyläen, ein gewaltiger Säulenportikus aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., inszenierten den Aufstieg der antiken Besucher über eine kunstvoll angelegte monumentale Treppe. Später errichteten byzantinische Mönche eine kleine Kirche zu Ehren des Heiligen Johannes, bevor die Johanniter im 14. Jahrhundert den Gipfel befestigten und die antiken Steinblöcke für den Bau ihrer Verteidigungsburg wiederverwendeten.
Diese Überlagerung macht den Besuch auf engstem Raum besonders dicht. Du wechselst innerhalb weniger Meter von mittelalterlichen Befestigungsanlagen zu einem griechischen Tempel.
Das Relief des rhodischen Schiffes im Fels
Noch bevor du die Haupttreppe erreichst, fällt ein besonderes Detail ins Auge: eine Triere, die direkt in den Fels gehauen wurde. Das Relief stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und wird Pythokritos zugeschrieben, jenem Bildhauer, der auch für die Nike von Samothrake verantwortlich gemacht wird. Das Relief diente einst als Sockel für eine Statue, vermutlich für einen Admiral oder einen lokalen Priester, der von der Stadt geehrt wurde.
Tipp vom Experten: Der Pfad vom Dorf hinauf liegt vollständig in der Sonne und bietet keinen Schatten. Am Fuß des Anstiegs warten Esel auf diejenigen, die den Aufstieg nicht zu Fuß bewältigen möchten. Dennoch ersetzt nichts den Vorteil, vor 10:00 Uhr anzukommen, um den Ort ohne die Hitze und den Andrang der Kreuzfahrtgruppen zu erleben.
Geeignet für
- Geschichtsinteressierte, die Jahrtausende alte Spuren suchen
- Wanderer, die einen kurzen, aber steilen Anstieg nicht scheuen
Weniger geeignet für
- Menschen mit eingeschränkter Mobilität aufgrund des schwierigen Zugangs
- Besucher, die empfindlich auf Hitze reagieren, während der Mittagsstunden
Öffnungszeiten
April bis Oktober: täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr.
November bis März: täglich von 8:30 bis 15:30 Uhr.
Die Anlage bleibt am 1. Januar, 25. März, 1. Mai, am Sonntag des orthodoxen Osterfestes, am 25. Dezember sowie am 26. Dezember geschlossen. Letzter Einlass ist in der Regel 30 Minuten vor Schließung.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane etwa 1 Stunde und 30 Minuten bis 2 Stunden für die Erkundung der gesamten archäologischen Stätte ein, wobei der Anstieg auf dem steilen Pfad vom Dorf aus bereits mit eingerechnet ist.
*Angaben können sich ändern
Ich kann Ihnen einen Besuch der Akropolis von Lindos nur wärmstens empfehlen. Diese antike Stätte liegt etwa hundert Meter über der Stadt und dem Meer. Die Aussicht dort ist wirklich großartig. Sie können zu Fuß hinaufgehen oder für ein originelleres Erlebnis auf einem Esel reiten.