Besuch im Hafen von Piräus
Er hat so viele Werke inspiriert und war Schauplatz so vieler historischer Ereignisse, dass man Piräus zu Recht als legendären Hafen bezeichnen kann. An der Küste des Saronischen Golfs gelegen, verdankt er seinen Namen einem Hügel, der einst eine eigene Insel gewesen sein soll. Die Entwicklung begann bereits im Jahr 507 vor unserer Zeitrechnung, als Themistokles den Grundstein für die wirtschaftliche Bedeutung von Piräus legte. Mit dem Bau einer Flotte und internationalem Handel entwickelte sich die befestigte Marinebasis zu einem militärischen Knotenpunkt. Bis zum 5. Jahrhundert erlebte der Hafen ein goldenes Zeitalter, das erst durch kriegerische Auseinandersetzungen gebremst wurde. Nach der Zeit unter osmanischer Herrschaft im Mittelalter ist er heute einer der am stärksten frequentierten Orte der Welt, an dem jährlich zwischen zwölf und zwanzig Millionen Reisende verkehren.
Drei Häfen für einen legendären Standort
Eigentlich besteht Piräus aus drei natürlichen Buchten, die jeweils einen eigenen Hafen bilden. Kantharos ist der größte und das Hauptzentrum, von dem aus Frachtschiffe, Fischerboote und Passagierfähren ablegen. Als zentraler Knotenpunkt für den internationalen Reiseverkehr verfügt er über 12 Fährterminals. Die Nähe zu Inseln wie Ägina und Hydra sowie zu den Perlen der Ägäis wie Mykonos oder Rhodos sorgt hier für ein hohes Verkehrsaufkommen. Auch wenn der Hafen wirtschaftlich unverzichtbar ist, bietet er touristisch gesehen nur wenig Reiz.
Der in Form einer Mondsichel angelegte Hafen von Zea, auch bekannt als Pasalimani, ist die Anlaufstelle für Yachten. Allein der Anblick der luxuriösen Boote ist sehenswert, was diesen Teil zu einem der angenehmsten Bereiche von Piräus macht. Die Uferpromenade ist gesäumt von Bars und Restaurants, die mit ihren Terrassen zum Verweilen einladen. Die umliegenden Geschäfte und ein großes Einkaufszentrum sorgen für eine lebhafte Atmosphäre, die Tag und Nacht pulsiert. Der Platz Kanaris ist ein zentraler Treffpunkt, der direkt gegenüber dem Ministerium für Handelsschifffahrt liegt und immer belebt ist. Einige Überreste griechischer und römischer Befestigungsanlagen sind gut erhalten zu sehen. Zudem beherbergt Zea das Hellenische Schifffahrtsmuseum und das Archäologische Museum. Ein Besuch ist nicht vollständig, ohne die berühmte Steinuhr aus dem Jahr 1940 gesehen zu haben.
Der Hafen von Mikrolimano ist ein Ort für Liebhaber von Authentizität. Fernab der großen Fähren ist dies der Platz, an dem Fischerboote ein- und auslaufen. Er ist kleiner und vielleicht der charmanteste Teil des Hafens. Die malerischen Häuser entlang des Ufers unterstreichen diesen Eindruck. Die Kulisse ist typisch griechisch mit zahlreichen Cafés und vor allem den berühmten Tavernen für gebratenen Fisch und Meeresfrüchte. Einige dieser Lokale bestehen seit nahezu hundert Jahren und bieten den idealen Rahmen, um in das echte Piräus einzutauchen. Für einen Panoramablick über diese kreisförmige Bucht lohnt sich der kurze Aufstieg in das Viertel Kastella. Der Strand Votsalakia befindet sich ganz in der Nähe.
Kein besonders schöner Hafen, überhaupt nicht malerisch, aber er hat den Vorteil, dass man von dort aus zahlreiche griechische Ziele erreicht, egal ob für eine klassische Überfahrt oder eine Kreuzfahrt.
Die Ägäis liegt Ihnen zu Füßen, mit Juwelen in den Kykladen wie dem romantischen Santorin oder dem feierfreudigen Mykonos.