Die Düne von Pilat besuchen
Als größte Wanderdüne Europas ragt die Düne von Pilat südlich des Beckens von Arcachon bis zu 115 Meter in die Höhe. Mit einem Volumen von 60 Millionen Kubikmetern feinstem Sand erstreckt sie sich über 3 Kilometer Länge und mehr als 600 Meter Breite. Der Blick reicht dabei weit über den Ozean, die angrenzenden Waldgebiete und die Lagune. Als eines der meistbesuchten Naturdenkmäler in Frankreich zieht die Düne jedes Jahr 2 Millionen Menschen an. Achte beim Aufstieg auf das Gelände: Die dem Ozean zugewandte Seite ist sanft geneigt, während der Abhang zur Waldseite hin deutlich steiler ausfällt.
Der Sand der Düne stammt ursprünglich aus den Gesteinsabtragungen der Pyrenäen sowie des Zentralmassivs. Der Name leitet sich vom gaskognischen Wort pilòt ab, was so viel wie Haufen oder Hügel bedeutet. Die Schreibweise mit einem Y geht auf das Seebad Pyla-sur-mer zurück, das in den 1920er Jahren von einem Immobilienunternehmer gegründet wurde, um der Region einen exotischeren Klang zu verleihen.
Da die Düne in ständiger Bewegung ist, wird sie wissenschaftlich genau überwacht, um den Schutz als Grand Site zu gewährleisten. In der Umgebung wachsen spezialisierte Pflanzen wie Strandhafer, Sand-Strohblume und Strandquecke. Neben Insekten und verschiedenen Vogelarten kannst du am Rande der Forêt des Landes de Gascogne (Landes-Wald) mit etwas Glück Wildschweine oder Rehe beobachten.
Blickst du Richtung Lagune, siehst du das Naturschutzgebiet Banc d'Arguin, das seinen Namen dem gleichnamigen Gebiet in Mauretanien verdankt. Es erlangte traurige Berühmtheit durch das Unglück der Fregatte Medusa im Jahr 1816, das durch das berühmte Gemälde von Géricault verewigt wurde. In der Ferne lässt sich bei klarem Wetter die Halbinsel Cap Ferret erkennen, deren Leuchtturm 53 Meter in den Himmel ragt.
Wer hier oben steht, fühlt sich angesichts der gewaltigen Sandmassen und des Panoramas schnell klein, genießt aber einen der beeindruckendsten Ausblicke der gesamten französischen Küste.
Das ist eine der schönsten Naturlandschaften, die ich in Frankreich gesehen habe. Die Düne ist so riesig, dass ich mich ohne das Meer fast wie mitten in der Wüste gefühlt hätte. Ich war im Sommer dort und habe den Aufstieg über die Treppe gemacht. Nach etwa zwanzig Minuten habe ich ein absolut magisches Panorama entdeckt. Nur Sand, das Meer und der Wald am Horizont. Jahre später habe ich die Bilder immer noch im Kopf.
Ich hatte mit Schäden gerechnet, aber ich fand den Erhaltungszustand des Ortes trotz des Tourismus wirklich gut. Mitten im Juli war zwar viel los, aber die Düne ist immer noch weitläufig genug, um ein ruhiges Plätzchen zum Hinsetzen zu finden. Muss man einmal im Leben gesehen haben!