Zwei römische Türme bewachen das antike Turin
Nur wenige Schritte von der Kathedrale San Giovanni Battista entfernt ragen zwei Türme aus rotem Backstein seit fast zweitausend Jahren in den Turiner Himmel. Ihre gedrungene Silhouette mit den charakteristischen Zwillingsfenstern hebt sich markant von den umliegenden Barockfassaden ab. Genau dieser Kontrast macht den Ort so reizvoll, denn hier berührt man das römische Turin, die unter Augustus gegründete Julia Augusta Taurinorum.
Warum die Palatinischen Tore besuchen?
Die Palatinischen Tore bildeten ursprünglich die beiden Flankentürme eines der vier Stadttore, der Porta Decumana, die den nördlichen Zugang des castrum markierte. Ihr Unterbau aus Ziegeln stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus und zählt zu den besterhaltenen antiken Überresten in Norditalien.
Im Mittelalter wurde das antike Tor zu einem Palast umgebaut, was den heutigen Namen Palatin (vom lateinischen palatium) erklärt. Die Herren von Turin residierten hier und fügten die zinnenbewehrten Obergeschosse hinzu, die heute auf den römischen Fundamenten thronen. Diese Überlagerung verschiedener Epochen an ein und derselben Struktur ist in Europa eine Seltenheit.
Die Zeitschichten lesen
Bei genauem Hinsehen erkennt man drei deutliche Bauphasen: den römischen Sockel aus rötlichen Ziegeln mit den für die kaiserliche Architektur typischen Nischen und Zwillingsfenstern, die gröberen mittelalterlichen Ergänzungen mit ihren Zinnen sowie die Restaurierungen des 19. Jahrhunderts, die im neomittelalterlichen Stil das heutige Erscheinungsbild prägten.
Archäologen haben zudem auf dem angrenzenden Gelände die Fundamente des römischen Theaters der antiken Stadt freigelegt. Diese sind vom Platz aus sichtbar und können im Rahmen von Führungen der Musei Reali (Königliche Museen von Turin) besichtigt werden.
Der Ort im städtischen Gefüge
Die Türme stehen an der Piazza della Repubblica und sind Teil des Komplexes der Musei Reali, zu dem auch der Königspalast, die königlichen Gärten und die Waffenkammer gehören. Besonders am späten Nachmittag ist die Kulisse fotogen, wenn das flache Licht das Rot der antiken Ziegel betont.
Tipp vom Experten: Betrachten Sie die Türme lieber von den königlichen Gärten aus als von der Straße. Die freie Sicht erlaubt es, die drei übereinanderliegenden historischen Schichten, also römisch, mittelalterlich und modern, auf einen Blick zu erfassen.
Vorteile
- Seltenes und gut erhaltenes römisches Relikt direkt im Stadtzentrum
- Frei zugänglich vom Platz aus, kein Ticket für die Außenansicht nötig
- In unmittelbarer Nähe zur Kathedrale und zum Königspalast
Nachteile
- Das Innere ist nicht frei zugänglich, nur über die Rundgänge der Musei Reali
- Ohne Führung erschließt sich die historische Bedeutung für Laien nur schwer
Öffnungszeiten
Die Palatinischen Tore sind ein frei zugängliches Denkmal, das sich im archäologischen Park befindet. Die Anlage ist für Besucher rund um die Uhr an jedem Tag der Woche geöffnet.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane etwa 30 Minuten ein, um die Fassaden zu bewundern und durch den angrenzenden archäologischen Park zu spazieren. Eine Stunde ist ideal, wenn du dir die Zeit nehmen möchtest, die Informationstafeln zu lesen und die Details der Ziegelüberreste genauer zu betrachten.
Die Palatinischen Tore bilden einen der historischen Stadteingänge von Turin. Die Tore sind in einem sehr guten Erhaltungszustand. Sie liegen in einer hübschen Grünanlage, die sehr angenehm ist. Ich kann euch nur empfehlen, sie euch anzuschauen und ein paar Fotos zu machen, es lohnt sich definitiv.