Zweitausend Jahre Geschichte auf einem einzigen Platz
Auf der Piazza Castello erzählt ein einzelnes Bauwerk die gesamte Geschichte von Turin. Die Rückfassade aus römischen Ziegeln bildet einen scharfen Kontrast zur barocken Hauptfassade aus weißem Marmor. Dazwischen liegen fünfzehn Jahrhunderte, in denen nichts abgerissen, sondern einfach immer weiter übereinander gebaut wurde.
Warum lohnt sich der Besuch im Palazzo Madama?
Der Ort begann im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als römisches Stadttor der antiken Stadt Julia Augusta Taurinorum. Später kamen mittelalterliche Türme hinzu, gefolgt von der Residenz der Herzöge von Savoyen. Seinen heutigen Namen verdankt das Gebäude Marie-Christine de France und Marie-Jeanne-Baptiste de Savoie-Nemours, zwei als Madame Royale bekannten Regentinnen, die hier lebten und das Anwesen umgestalteten.
Der sizilianische Architekt Filippo Juvarra entwarf 1721 die heutige Fassade, die als einer der Höhepunkte des piemontesischen Barock gilt. Das von ihm entworfene Prunktreppenhaus im Inneren ist bis heute eines der spektakulärsten der Stadt.
Ein Museum, das durch die Epochen führt
Seit 1934 beherbergt der Palast das Museo Civico d'Arte Antica (Städtisches Museum für antike Kunst), das sich über vier Etagen erstreckt und der chronologischen Entwicklung folgt. Besucher finden dort mittelalterliche Goldschmiedekunst, Keramiken, Renaissance-Möbel sowie eine Gemäldesammlung, zu der ein berühmtes Männerporträt von Antonello da Messina gehört.
In den Untergeschossen sind die Überreste der römischen Türme und die mittelalterlichen Fundamente erhalten, die auf einem archäologischen Rundgang unter dem heutigen Gebäude besichtigt werden können.
Der Turm als Aussichtspunkt über Turin
Es besteht die Möglichkeit, einen der mittelalterlichen Türme zu besteigen, um einen freien Blick auf die Piazza Castello und die Dächer der historischen Altstadt zu genießen. Der Zugang ist jedoch oft auf bestimmte Zeiträume oder Veranstaltungen beschränkt, weshalb es ratsam ist, sich vor Ort oder im Vorfeld online zu informieren.
Insider-Tipp: Komm am späten Nachmittag, wenn das schräge Licht direkt auf die Barockfassade trifft. Der Kontrast zwischen dem weißen Marmor und dem dunkler werdenden Himmel verleiht dem Gebäude eine Intensität, die auf Mittagsfotos nie zur Geltung kommt.
Vorteile
- Einzigartige Architektur, die römische, mittelalterliche und barocke Elemente vereint
- Zentrale Lage direkt auf dem Hauptplatz von Turin
- Umfangreiche und abwechslungsreiche Sammlung antiker Kunst
Nachteile
- Der Zugang zum Turm ist oft eingeschränkt oder nur saisonal möglich
- Das Museum ist sehr umfangreich, plane für einen vollständigen Rundgang genügend Zeit ein
Öffnungszeiten
Montag, Mittwoch bis Sonntag: 10:00 bis 18:00 Uhr.
Dienstags geschlossen.
Die Kasse schließt eine Stunde vor dem Museum.
Geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane etwa 2 Stunden ein, um die Sammlungen des Museums zu erkunden und den Panoramablick vom Turm zu genießen. Ein halber Tag ist empfehlenswert, wenn du dich intensiver mit der architektonischen Geschichte des Ortes befassen möchtest.
Dieser Palast hat eine wunderschöne Architektur und überragt die Stadt. Im Inneren können Sie zahlreiche Kunstwerke bewundern, egal ob Gemälde oder Skulpturen. Jede Etage beleuchtet eine andere Inspiration. Die große Barocktreppe ist wirklich prachtvoll. Ich kann Ihnen diesen Besuch nur wärmstens empfehlen.