Besuch am Goldturm
Ihren Namen verdankt die Torre del Oro dem goldenen Schimmer, den sie einst auf den Fluss Guadalquivir warf. Das klingt zwar poetisch, hat aber wenig mit ihrer ursprünglichen Bestimmung zu tun. Der Turm diente als Verteidigungsbollwerk für den Hafen, für die Brücke Puente de Barcas und vor allem als Schutz für den Palast Alcázar. Heute ist das 36 Meter hohe Bauwerk eines der wichtigsten Wahrzeichen von Sevilla. Hinter den massiven Mauern befindet sich im obersten Stockwerk das Museo Naval (Schifffahrtsmuseum), von wo aus man einen weitreichenden Blick über die Stadt genießt.
Ein Schicksal eng mit der Geschichte verwoben
Ob bei Tag oder Nacht, die Torre del Oro zieht mit ihrer markanten Architektur und dem filigranen Aufsatz sofort alle Blicke auf sich. Am linken Flussufer, umgeben von Palmen, wirkt sie ausgesprochen imposant. Sie ist ein Erbe der Almohaden-Zeit und entstand im Jahr 1221 unter dem Namen Borg al-Dsayeb. In einer Zeit militärischer Spannungen fungierte dieser 20 Meter hohe Wehr- oder Albarranaturm als eigenständiges Bauwerk abseits der Stadtmauern. Ursprünglich bestand er nur aus einer Ebene und war mit einem raffinierten Kettensystem ausgestattet, das feindliche Schiffe blockierte. Während der Reconquista soll diese Kette nachgegeben haben, was es Ferdinand III. von Kastilien ermöglichte, die wichtigste Versorgungsroute der Almohaden zu erobern. Ob Mythos oder Realität, der Goldturm wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte stetig. Im Jahr 1334 kam ein zweites Stockwerk hinzu, und 1760 wurde der runde Aufsatz ergänzt. Er diente als Lager für wertvolle Fracht, als mittelalterliches Gefängnis und als Pulvermagazin. Heute ist er ein Symbol der Stadt, geschätzt für seine historische Bedeutung und seine Ästhetik.
Die erste Etage widmet sich der eigenen Geschichte des Turms, die so bewegt ist, dass sie eine eigene Ausstellung verdient. Hier ist unter anderem ein Modell der Real Fernando zu sehen, dem ersten Dampfschiff. Das zweite Stockwerk beleuchtet mit Seekarten, Schiffsmodellen, Gemälden und bedeutenden Persönlichkeiten die Geschichte der spanischen Armada. Vom Dach aus ist der Panoramablick über dieses beeindruckende Viertel von Sevilla absolut sehenswert.
Die außergewöhnliche Lage des Turms direkt am Guadalquivir ist einen Besuch wert!
Obendrein ist der Goldturm ein Beispiel für almohadische Architektur (mit muslimischen Einflüssen), die typisch für Sevilla ist.
Der Ort beherbergt ein interessantes Schifffahrtsmuseum, mir haben die Schiffsmodelle und Gemälde gut gefallen.
Als Bonus kann man die schöne Aussicht auf die Stadt und den Fluss bewundern.