Das Porsche Museum in Stuttgart, wo jedes Exponat noch fahrbereit ist
Das Gebäude scheint über dem Boden zu schweben. Eine weiße, 140 Meter lange Masse, die nur auf drei V-förmigen Stützen ruht. Dieser Monolith aus der Feder von Delugan Meissl, der 2009 für 100 Millionen Euro eröffnet wurde, gibt bereits beim Betreten die Richtung vor: Hier dreht sich alles um Bewegung und eine scheinbare Leichtigkeit.
Warum lohnt sich der Besuch im Porsche Museum?
Es ist weit mehr als eine bloße Ansammlung glänzender Karosserien. Das Museum folgt einem Prinzip, das in der Automobilwelt selten ist: Alle ausgestellten Fahrzeuge sind fahrbereit und können jederzeit aus der Ausstellung geholt werden, um auf Rennstrecken oder bei historischen Rallyes zu glänzen.
Die ständige Sammlung umfasst über 700 Fahrzeuge, darunter fast 200 Rennwagen. Etwa 80 bis 95 Modelle werden in wechselnden Ausstellungen auf den 5.600 m² Fläche präsentiert, was jeden Besuch zu einem neuen Erlebnis macht.
Die Geschichte reicht dabei weit über die Marke selbst hinaus. Der Rundgang beginnt bei den Arbeiten von Ferdinand Porsche zu Beginn des 20. Jahrhunderts, etwa mit der Entwicklung des ersten Hybridfahrzeugs mit Benzin- und Elektromotor im Jahr 1898 sowie seinem Beitrag zur Entstehung des Volkswagen Käfer. Die Ausstellung beleuchtet dabei auch ungeschönt die Zeit des Nationalsozialismus und den Einsatz von Zwangsarbeitern in den Stuttgarter Werken in den 1940er Jahren.
Der Rundgang: Von der P1 aus dem Jahr 1898 bis zu den Konzeptfahrzeugen der Zukunft
Der Besuch beginnt mit einer langen Rolltreppe, die einen Blick von oben auf die Archive der Marke ermöglicht. Oben angekommen, führt der Prolog, der kürzlich mit über 20 interaktiven Stationen neugestaltet wurde, durch die Anfänge des Unternehmens vor 1948. Dort ist auch der V12 Cisitalia zu sehen, der erstmals auf einem digitalen Prüfstand ausgestellt ist, an dem Besucher den Motor virtuell aufheulen lassen können.
Der weitere Rundgang ist thematisch statt streng chronologisch gegliedert. Zu den herausragenden Exponaten zählen:
- Der P1 von 1898, das erste von Ferdinand Porsche entwickelte Fahrzeug
- Der Typ 64 von 1939, der direkte Vorfahre aller Porsche-Sportwagen
- Der 356, das erste Modell unter dem Namen Porsche, das ab 1948 produziert wurde
- Der 550 Spyder, in dem James Dean 1955 tödlich verunglückte
- Der 917, eine Legende der 24 Stunden von Le Mans in den 1970er Jahren
- Sämtliche Generationen des 911, von 1963 bis heute
Die Restaurierungswerkstatt ist vom Ausstellungsraum einsehbar
Hinter einer riesigen Glaswand restaurieren und warten die Mechaniker des Porsche Classic Workshop (Porsche-Klassikwerkstatt) historische Fahrzeuge direkt vor den Augen des Publikums. Einem Spezialisten dabei zuzusehen, wie er nur wenige Meter entfernt den Motor eines 911 aus den 1970er Jahren zerlegt, verleiht dem Besuch eine greifbare Note, die nur wenige Automobilmuseen bieten.
Was auch Nicht-Autofans begeistert
Wir sind überzeugt, dass auch Besucher ohne Benzin im Blut auf ihre Kosten kommen. Die Inszenierung ist durchdacht, natürliches Licht durchflutet die Karosserien und interaktive Terminals machen die Inhalte ohne technisches Vorwissen zugänglich. Ein kostenloser Audioguide ist in acht Sprachen verfügbar. Für Kinder gibt es spielerische Parcours mit Virtual-Reality-Erlebnissen, und mindestens ein Fahrzeug ist geöffnet, sodass man sich selbst hinter das Steuer setzen kann.
Tipp vom Experten: Wenn du auch das Mercedes-Benz Museum besuchst, behalte dein Porsche-Ticket. Es berechtigt zu 25 % Rabatt auf den Eintritt im rivalisierenden Museum und umgekehrt. Das Mercedes-Museum liegt 10 Kilometer südöstlich und ist bequem mit der S-Bahn erreichbar. Beide Museen ergänzen sich ideal: klares Design und Motorsport bei Porsche, eine monumentale chronologische Übersicht bei Mercedes.
Die Highlights des Besuchs
- Spektakuläre Architektur, die ein wesentlicher Teil des Erlebnisses ist
- Lebendige Ausstellung: Die Fahrzeuge werden regelmäßig gewechselt, jeder Besuch ist anders
- Kostenloser Audioguide in acht Sprachen, durchdachte Angebote für Kinder
- Einsehbare Restaurierungswerkstatt, ein echter Mehrwert für das Verständnis des Handwerks
- Faire Preise: 12 Euro für Erwachsene, kostenlos für Kinder unter 14 Jahren
Was du vor dem Besuch wissen solltest
- Die Ausstellungsfläche ist im Vergleich zum dreimal so großen Mercedes-Benz Museum eher kompakt
- Etwas außerhalb im Stadtteil Zuffenhausen gelegen, 10 Minuten mit der S-Bahn vom Stadtzentrum entfernt
- Werksführungen müssen separat gebucht werden, finden nur werktags statt und sind erst ab 12 Jahren gestattet
- Das Restaurant Christophorus ist angenehm, aber die Preise entsprechen dem Image der Marke
Eintrittspreise für das Porsche Museum
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 12 Euro |
| Ermäßigt (Studenten, Senioren, Menschen mit Behinderung) | 6 Euro |
| Kinder unter 14 Jahren in Begleitung | Kostenlos |
| Familienticket (2 Erwachsene + Kinder unter 18 Jahren, Parken inklusive) | 28 Euro |
| Alleinerziehendenticket (1 Erwachsener + Kinder, Parken inklusive) | 16 Euro |
| Eintritt nach 17:00 Uhr | 6 Euro / 3 Euro ermäßigt |
| Gruppen (ab 10 Personen) | 10 Euro pro Person |
Preise können variieren. 5 Euro Rabatt bei Vorlage eines am Besuchstag gültigen VVS-Tickets.
Öffnungszeiten
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
*Angaben können sich ändern
Auch wenn ich kein großer Autofan bin, fand ich das Museum sehr gut gemacht. Ihr werdet nicht nur eine Autosammlung sehen. Ein ganzer Teil des Museums ist interaktiv mit verschiedenen Aktivitäten, das ist klasse mit Kindern. Die alten Modelle sind ebenfalls sehr interessant.