Der architektonische Phönix des modernen Berlin
Mitten im Herzen von Berlin erstreckt sich ein Viertel, das buchstäblich auf den Ruinen der Vergangenheit erbaut wurde. Der Potsdamer Platz gleicht keinem anderen Ort der Hauptstadt: Dieses Ensemble aus futuristischen Wolkenkratzern und lebendigen Plätzen bildet heute einen eigenständigen Stadtteil. Jeden Tag sind hier mehr als 70.000 Menschen unterwegs, angezogen von der Energie, die Shopping, Wirtschaft und bewegte Geschichte miteinander verbindet.
Eine spektakuläre Metamorphose
In den 1830er Jahren spazierten Besucher noch durch eine Grünanlage, die von dem Architekten Karl Friedrich Schinkel gestaltet wurde. Mit dem Bau des Fernbahnhofs mauserte sich der Potsdamer Platz zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt. Hier wurden 1924 die ersten Ampeln Europas installiert, was die enorme Betriebsamkeit an einem der damals meistfrequentierten Verkehrsknotenpunkte des Kontinents unterstreicht.
Der Zweite Weltkrieg hinterließ den Potsdamer Platz als Trümmerfeld. Mit dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 wurde das Areal zum Niemandsland. Fast drei Jahrzehnte lang stand diese städtische Wunde symbolisch für die Teilung. Am 21. Juli 1990 organisierte Roger Waters dort ein legendäres Konzert von The Wall, um die Wiedervereinigung zu feiern und den Ort der Ödnis in eine Bühne der Hoffnung zu verwandeln.
Nach dem Mauerfall wurde das Viertel komplett neu am Reißbrett entworfen. Die Architekten Renzo Piano und Christoph Kohlbecker gewannen den städtebaulichen Wettbewerb. Die Bauarbeiten begannen 1994 und machten den Standort jahrelang zur größten Baustelle Europas.
Die drei markanten Hochhäuser des neuen Platzes
Drei futuristische Hochhäuser rahmen die Alte Potsdamer Straße ein und prägen das heutige Erscheinungsbild.
Der Kollhoff-Tower und sein rasanter Aufzug
Das zwischen 1998 und 2000 nach Entwürfen von Hans Kollhoff errichtete Gebäude aus dunklem Backstein hebt sich deutlich von den umliegenden Glasfassaden ab. Der Panoramapunkt ist über einen der schnellsten Aufzüge Europas erreichbar, der Besucher in nur 20 Sekunden auf 100 Meter Höhe befördert und einen spektakulären Rundblick über Berlin ermöglicht. Die Open-Air-Ausstellung "Berliner Blicke" dokumentiert dort in Bildern den Wandel des Potsdamer Platzes.
Das Sony Center und sein ikonisches Dach
Der Architekt Helmut Jahn entwarf dieses Ensemble aus sieben Gebäuden, die durch eine beeindruckende Dachkonstruktion verbunden sind. Das beleuchtete Dach, ein Werk des Pariser Lichtkünstlers Yann Kersalé, wechselt zwischen Cyan und Magenta, um an Sonnenuntergänge zu erinnern. Im Zentrum des Komplexes beherbergt der überdachte Innenhof Gastronomie sowie den Kaisersaal, einen prunkvollen Raum des ehemaligen Hotels Esplanade aus der Vorkriegszeit.
Pianos Bahntower
Das am weitesten links stehende Gebäude des Trios stammt von Renzo Piano. Die dreieckige Form zeigt wie die Nadel eines Kompasses in die Mitte des Platzes. Die doppelt verglaste Fassade ist ein typisches Merkmal des italienischen Architekten.
Potsdamer Platz im Alltag
Das Viertel schlägt im Takt einer modernen Metropole. Die Mall of Berlin in unmittelbarer Nähe bietet hunderte Geschäfte und gastronomische Angebote. Kinos, Theater, exklusive Restaurants und Luxushotels machen das urbane Ökosystem komplett.
Jedes Jahr im Februar rollt vor dem Berlinale Palast der rote Teppich aus, um die Stars zur Internationalen Filmfestspiele Berlin zu empfangen, deren Hauptsitz sich seit 2000 hier befindet. Die Marlene-Dietrich-Platz wird dann zum Epizentrum des europäischen Filmglamours.
Ein Tipp vom Insider: Bodenmarkierungen zeichnen noch heute den Verlauf der Berliner Mauer quer über den Platz nach. Folgen Sie dieser Linie für eine eindrucksvolle Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Saisonale Veranstaltungen
- Festival of Lights (Mitte Oktober): Sieben Orte am Potsdamer Platz verwandeln sich unter dem Motto "Let's Shine Together" in Bühnen für Lichtkunst.
- Winterwelt (November und Dezember): Eine 70 Meter lange und 12 Meter hohe Rodelbahn mit Blick auf das Brandenburger Tor, inklusive Disco-Beleuchtung.
- Cirque du Soleil ALIZÉ: Die erste dauerhafte Residenzshow des Cirque du Soleil in Europa im Theater am Potsdamer Platz vereint Akrobatik mit neuer Magie.
Ich war von meinem Besuch in diesem Viertel nicht besonders begeistert. Es handelt sich vor allem um ein Geschäftsviertel mit sehr modernen Gebäuden. Zum Spazierengehen oder Shoppen ist es nicht gerade ideal. Der wichtigste Anlaufpunkt ist das Sony Center. Wenn Sie nur ein paar Tage in Berlin bleiben, können Sie sich diesen Abstecher sparen.