Besuch im Nationalpark Tijuca, der grünen Lunge von Rio de Janeiro
Der Nationalpark Tijuca, der oft im Schatten der Strände oder des Corcovado steht, zählt zu den größten städtischen Waldgebieten der Welt. Mitten in Rio de Janeiro gelegen, bietet er eine grüne Rückzugsmöglichkeit, um tief durchzuatmen, zu wandern und eine völlig andere Seite der Stadt zu erleben.
Ein im 19. Jahrhundert aufgeforsteter Wald
Was beim ersten Besuch auffällt: Dieser Wald ist nicht rein natürlich gewachsen. Er wurde im 19. Jahrhundert neu angepflanzt, nachdem Kaffeeplantagen die Hügel kahlgeschlagen hatten. Auf Betreiben von Kaiser Dom Pedro II wurden hunderte Baumarten wieder eingeführt, um die Wasserquellen von Rio de Janeiro zu schützen. Das Ergebnis ist ein dichter, lebendiger Tropenwald mit einer beeindruckenden Vielfalt an Flora und Fauna. Heute kann man hier Tukane, Brüllaffen und Faultiere antreffen, aber auch wilde Orchideen und riesige Farnpflanzen entdecken.
Wanderwege, Wasserfälle und Aussichtspunkte
Der Park erstreckt sich über 3.900 Hektar und unterteilt sich in mehrere Sektoren. Der meistbesuchte Bereich ist der Corcovado mit der berühmten Statue des Christus-Erlösers. Es lohnt sich jedoch, auch andere Gebiete wie die Floresta da Tijuca zu erkunden, die mit dem Auto oder Bus erreichbar ist. Dort gibt es zahlreiche Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die zu Gipfeln wie dem Pico da Tijuca auf 1.021 Meter Höhe führen, einem der höchsten Punkte der gesamten Stadt.
Die Wege führen häufig zu spektakulären Aussichtspunkten oder kühlen Wasserfällen wie der Cascatinha Taunay. Das Gebiet ist der ideale Kompromiss für alle, die wandern möchten, ohne die Stadt weit hinter sich zu lassen.
Ruhe unter der Woche und reges Treiben am Wochenende
Unter der Woche ist der Park recht ruhig und wird vor allem von Einheimischen zum Joggen oder Spazierengehen genutzt. An Wochenenden, besonders bei schönem Wetter, zieht er Familien, Reisende und Gruppen an. Die Atmosphäre bleibt entspannt, doch wer die beliebtesten Orte in Ruhe genießen möchte, sollte früh aufbrechen. Da es innerhalb des Waldes keine Gastronomie gibt, solltest du für längere Aufenthalte ausreichend Wasser und einen Proviant für ein Picknick einplanen. Der Eintritt in den Park ist kostenlos, doch für bestimmte Bereiche wie den Zugang zum Corcovado fallen Gebühren an.
Im Nationalpark Tijuca, der grünen Lunge von Rio am Stadtrand, gibt es tolle Wanderwege, die kostenlos zugänglich sind. Vom Gipfel aus kann man die Pedra Bonita und die Pedra da Gávea sehen, zwei berühmte Berge von Rio. Dort sieht man auch erfahrene Gleitschirmflieger. Es ist der ideale Ort für einen Tandemflug. Wir hatten das Glück, während unseres Spaziergangs Affen und sogar eine Schlange zu sehen. Turnschuhe oder Wanderschuhe sind empfehlenswert.