Das Nationale 11. September Memorial, wo New York Leere in Erinnerung verwandelt
Wasser stürzt unablässig in zwei riesige, tiefschwarze Betonbecken. Das tiefe Grollen der Kaskaden übertönt das geschäftige Treiben der Stadt. Um Sie herum fangen hunderte in Bronze eingravierte Namen das Morgenlicht ein. Jedes Jahr wird am Geburtstag einer jeden Person eine weiße Rose an ihrem Namen niedergelegt. Diese einfache Geste, die 2.983 Mal jährlich wiederholt wird, fasst den Geist dieses Ortes zusammen.
Warum das Nationale 11. September Memorial besuchen?
Das Gelände befindet sich exakt dort, wo einst die Zwillingstürme des World Trade Center in Lower Manhattan standen. Entworfen vom Architekten Michael Arad und dem Landschaftsarchitekten Peter Walker nach einem internationalen Wettbewerb mit über 5.200 Entwürfen, wurde die Gedenkstätte 2011 eingeweiht, genau zehn Jahre nach den Anschlägen. Das unterirdische Museum öffnete seine Türen im Mai 2014.
Über das reine Gedenken hinaus erzählt der Ort eine Geschichte des gemeinsamen Wiederaufbaus. Die beiden Becken, bekannt unter dem Namen Reflecting Absence, nehmen die Grundrisse der Nord- und Südtürme ein. Das Wasser fällt dort neun Meter in die Tiefe, bevor es in einem zentralen Schacht verschwindet, dessen Boden verborgen bleibt. Die Botschaft ist deutlich: Die Abwesenheit ist dauerhaft, doch die Erinnerung fließt ununterbrochen weiter.
Was das unterirdische Museum offenbart
Der Abstieg zum Fundament
Der Rundgang beginnt auf einer sanft abfallenden Rampe, genannt The Ribbon, die Sie sieben Stockwerke tief bis auf das Felsgestein von Manhattan führt. Dieser schrittweise Abstieg simuliert den Weg, den Rettungskräfte bei der Trümmerbeseitigung nach dem Einsturz nahmen. Während das natürliche Licht allmählich schwindet, legt sich Stille über den Raum.
Auf dem Weg kommen Sie an den Survivors' Stairs vorbei, der Treppe der Vesey Street, über die hunderte Menschen am 11. September 2001 flohen. Diese Stufen, die unbeschädigt aus den Trümmern geborgen wurden, waren das erste Artefakt, das im Museum installiert wurde.
Die Foundation Hall und ihre monumentalen Artefakte
Der größte Bereich des Museums öffnet sich zur slurry wall, der in den 1960er Jahren errichteten Stützmauer aus Beton, die das Wasser des Hudson zurückhält. Diese Wand hielt dem Einsturz der Türme stand. Wäre sie gebrochen, hätte der Fluss weite Teile von Lower Manhattan und das U-Bahn-Netz geflutet. In der Mitte des Saals ragt die Last Column empor, ein elf Meter hoher Stahlträger, der mit Inschriften, Suchanzeigen und Botschaften von Rettungskräften übersät ist. Es war das letzte Metallteil, das am 30. Mai 2002 von Ground Zero abtransportiert wurde.
Die Dauerausstellungen
Im Grundriss des Nordturms zeichnet die historische Ausstellung die Ereignisse des 11. September 2001 Minute für Minute anhand von Audioaufnahmen, Telefonaten, Flugzeugwrackteilen und Videos nach. Der Grundriss des Südturms beherbergt die Gedenkausstellung mit den Porträts aller 2.983 Opfer, die vom Boden bis zur Decke die Wände schmücken. Persönliche Gegenstände, die von Familien gestiftet wurden, begleiten diese Gesichter.
Zwischen diesen beiden Bereichen ziert ein Zitat von Vergil, geschmiedet aus geborgenem Stahl der Türme, die Wand. Zu seinen Füßen versucht das Werk von Spencer Finch, bestehend aus 2.983 Aquarellquadraten in verschiedenen Blautönen, die Farbe des Himmels an jenem Morgen einzufangen.
Die Gedenkstätte unter freiem Himmel und ihre verborgenen Details
Die begrünte Plaza rund um die beiden Becken zählt über 400 Sumpf-Eichen. Unter ihnen sticht ein Baum besonders hervor: der Survivor Tree, eine Callery-Birne, die einen Monat nach den Anschlägen verbrannt in den Trümmern gefunden wurde. Jahrelang in einer Baumschule in der Bronx aufgepäppelt, wurde sie 2010 auf dem Gelände neu gepflanzt. Ihre Äste tragen noch immer die Narben des Feuers, doch sie blüht jeden Frühling.
Das Memorial Glade, das erst vor einigen Jahren südwestlich der Plaza eingeweiht wurde, ehrt die Ersthelfer, die nach dem Kontakt mit den Giftstoffen am Einsatzort erkrankten oder verstarben. Sechs Monolithen aus gebrochenem, aber aufrecht stehendem Stein markieren diesen ruhigen Pfad, den viele Besucher übersehen.
Tipp vom Experten: Die Zeitfenster an Wochentagen zwischen 9:00 und 10:00 Uhr bieten eine deutlich ruhigere Atmosphäre. Montagsabends ist der Eintritt ins Museum ab 17:30 Uhr frei, allerdings sind die Tickets jeweils montags ab 7:00 Uhr online verfügbar und schnell vergriffen. Ein weiterer Hinweis: Laden Sie den kostenlosen Audioguide über die App Bloomberg Connects bereits vor Ihrem Besuch herunter, um die 11 USD Leihgebühr vor Ort zu sparen.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Ich fand das 9/11 Memorial wirklich beeindruckend. "Reflecting Absence", das Werk von Michael Arad, bei dem das Wasser in die Tiefe fließt, ist sehr bewegend. Diese Becken stehen für die beiden zerstörten Türme. Rundherum sieht man die Namen der Opfer. Hier und da sind weiße Rosen abgelegt. Als Ergänzung empfehle ich euch den Besuch des spannenden Museums, das sowohl den Tag selbst mit zahlreichen Dokumenten und Objekten als auch den geopolitischen Kontext der Anschläge beleuchtet.