Der Central Park Zoo, wenn Manhattan ganz leise brüllt
Alle halbe Stunde beginnen sechs bronzene Tiere über dem Eingangsportal zu tanzen. Ein Flusspferd spielt Geige, ein Pinguin gibt den Takt an, ein Känguru bläst in ein Horn. Diese Delacorte Clock, der Stadt 1965 geschenkt, gibt den Ton an: Hier findet das Staunen im Miniaturformat statt, nur einen Katzensprung von der Fifth Avenue entfernt.
Warum den Central Park Zoo besuchen?
Die Geschichte beginnt 1859, als ein New Yorker ein kleines Schwarzbärenjunge im Park abgibt. Schwäne, Pfaue und sogar Kühe folgen. 1864 wird die improvisierte Menagerie zum zweitältesten öffentlichen Zoo der Vereinigten Staaten. Nach dem Umbau 1934 unter Bürgermeister Fiorello LaGuardia und der Neugestaltung 1988 durch den Architekten Kevin Roche hat der Ort seine schmiedeeisernen Käfige gegen naturnahe Lebensräume eingetauscht, die von der Wildlife Conservation Society (Organisation für den Schutz von Wildtieren) verwaltet werden.
Auf 2,6 Hektar vereint der Zoo drei Ökosysteme und etwa 150 Tierarten. Dieses kompakte Format überzeugt Familien, die wenig Zeit haben: Ein Besuch dauert selten länger als zwei Stunden. Wer riesige Tierparks gewohnt ist, wird den Zoo eher bescheiden finden, doch als grüne Pause zwischen zwei Museumsbesuchen erfüllt er seinen Zweck perfekt.
Drei Welten an einem Ort
Die Tropenzone
Das Gebäude im Südwesten bildet einen tropischen Regenwald auf zwei Ebenen nach. Die Luft ist warm, feucht und der Gesang der Vögel übertönt den Lärm der Stadt. Scharlachsichler bewegen sich frei nur wenige Zentimeter von den Besuchern entfernt, während Vari-Lemuren und Grüne Baumpythons die oberen Etagen bewohnen.
Das gemäßigte Territorium
Dies ist der meistfotografierte Bereich. Die Kleinen Pandas dösen auf ihren Ästen auf Augenhöhe, Japanmakaken lausen sich auf ihrer Felseninsel und Schneeleoparden durchstreifen lautlos ihr Gehege. Die beiden Grizzlybären Betty und Veronica, die 1995 auf einer Müllkippe in Montana gerettet wurden, gehören zu den beliebtesten Bewohnern.
Das Robbenbecken und der Polarkreis
Das zentrale Becken bleibt das Herzstück der Anlage. Die Kalifornischen Seelöwen zeigen dort ihre Sprünge und Rutschpartien, die sogar kostenlos von den Wegen des Parks aus zu beobachten sind. Drei tägliche Fütterungen um 11:30, 13:30 und 15:30 Uhr verwandeln das Becken in ein Amphitheater. Direkt daneben bewohnen die Pinguine einen klimatisierten Innenbereich, mit Fütterungen um 10:40 und 14:30 Uhr.
Tipp vom Insider: Sei schon um 10:00 Uhr da und eile direkt zu den Pinguinen für ihre Fütterung um 10:40 Uhr. Besuche danach die Tropenzone, während sich die Menschenmassen um die Seelöwen drängen.
Der Tisch Children's Zoo und weitere Extras
Dieser pädagogische Bauernhof ist im Ticket enthalten und erlaubt Kindern, Zwergziegen und Baby Doll Schafe zu streicheln. Das 4D-Kino, ebenfalls im Standardtarif inbegriffen, zeigt einen Kurzfilm mit sensorischen Effekten wie Nebel, Wind und Vibrationen im Sitz.
Geheimnisse, die niemand bemerkt
Acht Adler aus Granit bewachen das Robbenbecken. Ursprünglich schmückten sie eine Brücke in Bay Ridge, Brooklyn, die 1941 abgerissen wurde. Ihre Herkunft blieb jahrzehntelang ein Rätsel. Der Zoo diente außerdem als Kulisse für den Animationsfilm Madagascar aus dem Jahr 2005, auch wenn die Tierarten im Film nicht mit den hier lebenden übereinstimmen.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Es ist kein riesiger Zoo, aber im Gegensatz zu anderen Zoos in anderen Städten ist dieser hier leicht zu erreichen: mitten im Central Park. Zentraler geht es kaum ;)
Die Voliere ist gut gemacht, den Rest hat man schnell gesehen.