Mauritius hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. In meinem Kopf war das das Flitterwochen-Ziel für 5.000 € pro Woche im All-inclusive-Resort, mit Cocktails am Pool und All-inclusive-Armbändchen. Dann zeigte mir ein Kollege seine Fotos vom letzten Mai. Dieselben türkisfarbenen Lagunen, dieselben Postkartenstrände, aber er hatte für 10 Tage alles in allem nur 1.200 € ausgegeben.
Ich hätte fast meinen Kaffee verschüttet. Camille und ich haben noch am selben Abend unsere Flüge gebucht, und ehrlich gesagt ist das eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse, das wir je auf einer Reise hatten. Ich erzähle euch alles: detaillierte Route, echtes Budget nach Posten aufgeschlüsselt und die Stolperfallen, die ihr vermeiden solltet.
Warum Mauritius (viel) erschwinglicher ist, als man denkt

Das Erste, was mich überrascht hat, ist die Größe der Insel. Wir sprechen hier von einem Stück Land, das 65 km lang und 45 km breit ist. Um euch eine Vorstellung zu geben: Das ist dreimal kleiner als Korsika. Man fährt mit dem Auto in 1 Stunde und 15 Minuten von Norden nach Süden, ganz entspannt.
Konkret ändert das alles für das Budget. Keine Inlandsflüge nötig, keine endlosen Fahrten zwischen zwei Orten. Ein Mietwagen, ein oder zwei Standorte, und ihr seht das Wichtigste in 10 Tagen, ohne jemals gehetzt zu sein.
Die andere gute Nachricht: Die Lebenshaltungskosten auf Mauritius sind für Lebensmittel und Restaurantbesuche etwa 20 bis 25 % günstiger als in Frankreich. Es gibt zahlreiche kostenlose Aktivitäten (Strände, Wanderungen, Märkte), und selbst die kostenpflichtigen Ausflüge bleiben absolut im Rahmen.
Mein detailliertes Budget: Was wir zu zweit für 10 Tage ausgegeben haben
Hier ist der Moment, auf den ihr alle gewartet habt. Wir sind im Mai 2025 gereist, in der Nebensaison, was uns ermöglicht hat, bei fast allen Posten zu sparen. Wir haben alles selbst organisiert, ohne Reisebüro.
| Ausgabenposten | Budget für 2 Personen | Budget pro Person |
|---|---|---|
| Hin- und Rückflüge Paris-Mauritius (Air Mauritius, Gepäck inklusive) | 1 050 € | 525 € |
| Unterkünfte (9 Nächte, Mix aus Pension und Apartment) | 450 € | 225 € |
| Mietwagen (9 Tage + Benzin) | 280 € | 140 € |
| Verpflegung (Streetfood, Restaurants, Einkäufe) | 400 € | 200 € |
| Aktivitäten und Ausflüge | 250 € | 125 € |
| Verschiedenes (SIM-Karte, Souvenirs, Parken, Trinkgelder) | 130 € | 65 € |
| GESAMT | 2 560 € | 1 280 € |
Ja, ihr habt richtig gelesen: 1 280 € pro Person für 10 Tage im Indischen Ozean, inklusive Flügen. Wir haben auf nichts verzichtet (Katamaran-Ausflug, abends essen gehen, viele Aktivitäten), wir haben einfach nur kluge Entscheidungen getroffen. Ich schlüssele jeden Posten im weiteren Verlauf des Artikels auf.
💡 Spartipp: Mai bis September ist auf Mauritius die touristische Nebensaison. Es sind tagsüber immer noch 24-27°C, es ist überall weniger los, und vor allem sinken die Preise für Flüge und Unterkünfte deutlich. Das ist die ideale Zeit für eine Budget-Reise.
Die Pauschalreise-Option (Flug + Hotel) Last-Minute: Der Geheimtipp für Eilige

Nachdem ich alles aufgelistet habe, weiß ich, was einige von euch denken: "Das ist ja schön und gut, Julien, aber ich habe keine Zeit, 14 Pensionen und 6 Autovermieter zu vergleichen." Das verstehe ich vollkommen.
Und ehrlich gesagt, wenn ich es noch einmal völlig stressfrei angehen müsste, würde ich mir ernsthaft die Last-Minute-Angebote für Flug + Hotel ansehen. Warum? Weil Mauritius nur 65 km lang ist. Fünfundsechzig. Man durchquert die Insel in 1 Stunde und 15 Minuten. Egal, ob euer Hotel in Grand Baie im Norden oder in Flic-en-Flac im Westen liegt, ihr könnt das Wichtigste der Insel sehen, indem ihr für ein paar Tage ein Auto mietet.
Hier ist ein Link, um dir eine Vorstellung von einer Last-Minute-Reise inklusive Flug und Hotel (oft mit Halbpension) zu machen. Du kannst Angebote ab 750 bis 900 € pro Person für 7 bis 10 Nächte finden. Du musst nur noch einen Mietwagen für 25-30 €/Tag und deine Aktivitäten hinzurechnen. Das Ergebnis: ein Endbudget, das mit unserem vergleichbar ist, aber ohne jegliche Logistik im Vorfeld.
| Posten | Individuell organisiert | Last-Minute Flug + Hotel |
|---|---|---|
| Flüge + Unterkunft | 1 500 € | 1 500 - 1 800 € (inkl. Halbpension) |
| Mietwagen | 280 € (9 Tage) | 160 - 180 € (5-6 Tage) |
| Verpflegung außerhalb des Hotels | 400 € | 200 € (Abendessen im Hotel) |
| Aktivitäten + Sonstiges | 380 € | 350 € |
| GESAMT | 2 560 € | 2 200 - 2 500 € |
Das einzige „Opfer“: Du hast weniger Flexibilität bei der Wahl des Hotels und der Region. Aber ehrlich gesagt: Auf einer 65 km langen Insel ist das kein echtes Hindernis. Stell deine Koffer ab, miete ein Auto und erkunde die Insel in deinem eigenen Tempo.
Meine 10-Tage-Route: Einmal rund um die Insel
Wir haben unsere Reise in 4 geografische Etappen mit zwei Unterkunftswechseln unterteilt. Mein Rat an alle: Wechselt die Unterkunft nicht öfter als 2 bis 3 Mal. Koffer packen und Check-ins kosten Zeit. Und die Entfernungen auf der Insel sind so kurz, dass man problemlos von einem festen Standort aus die Umgebung erkunden kann.
Etappe 1: Der Norden, Grand Baie und Umgebung (Tag 1 bis 3)

Wir sind gegen 6 Uhr morgens am Flughafen Sir Seewoosagur Ramgoolam (ja, der Name ist lang, jeder sagt nur „SSR“) gelandet. Es gibt kaum Zeitverschiebung (+2h im Sommer, +3h im Winter im Vergleich zu Paris), also waren wir sofort einsatzbereit. Wir haben unseren Mietwagen abgeholt und ab ging es nach Grand Baie, etwa 1 Stunde und 10 Minuten Fahrt Richtung Norden.
Tag 1: Ankommen und Strand von Trou aux Biches
Nach der Fahrt und dem Check-in in unserem kleinen Apartment in Grand Baie (42 €/Nacht für zwei Personen, voll ausgestattete Küche, 5 Minuten zu Fuß zum Strand) sind wir zum Trou aux Biches gefahren. Kristallklares Wasser, weißer Sand, Kokospalmen, das volle Klischee. Nur dass es hier wirklich so aussieht. Und im Mai hatten wir den Strand fast für uns allein.
Das erste mauritische Abendessen gab es in einem kleinen Restaurant in Grand Baie: Mine Frit (gebratene Nudeln) und Boulettes für zwei Personen, 8 €. Camille und ich sahen uns an und wussten sofort, dass wir diese Reise lieben würden.
Tag 2: Cap Malheureux und Bootsausflug
Weiter ging es zum Cap Malheureux im Norden der Insel, mit seiner berühmten Kirche mit rotem Dach direkt am Meer. Ein absolutes Muss für Fotos, und das Dorf hat einen herrlich ruhigen Charme. Am Nachmittag machten wir einen Katamaran-Ausflug zur Ilot Gabriel ab Grand Baie. Schnorcheln, Grillen auf der Insel, Baden in unglaublichem Wasser. Rechnet mit etwa 40-50 € pro Person für den Tag.
⚠️ Tipp: Bucht eure Bootsausflüge direkt bei den lokalen Anbietern (fragt euren Gastgeber, die haben immer Kontakte). Das ist 15 bis 20 % günstiger als über Online-Plattformen oder Hotelagenturen.
Tag 3: Port-Louis und der Garten von Pamplemousses
Ein Tag für die Kultur. Der Zentralmarkt von Port-Louis ist ein absolutes Muss. Der Duft von Gewürzen, die Stände mit tropischen Früchten, die Verkäufer, die einen Chili und Vanille probieren lassen. Wir haben mauritischen Tee, Gewürze für Curry und eine kleine Tüte mit lokalem Rohrzucker gekauft. Souvenir-Budget: 15 € für eine prall gefüllte Tasche.
Am Nachmittag fuhren wir zum botanischen Garten von Pamplemousses, nur 15 Autominuten entfernt. Die riesigen Seerosen sind beeindruckend, auch wenn man ehrlich gesagt in 1 bis 1,5 Stunden durch ist. Der Eintritt kostet 200 mauritische Rupien (etwa 4 €). Gleich nebenan ist das Musée de l'Aventure du Sucre, das einen Besuch wert ist, wenn man die Geschichte des Landes verstehen möchte. Es ist toll aufbereitet und am Ende gibt es eine Rum-Verkostung. Da muss man mich nicht zweimal bitten.
Etappe 2: Die Westküste, Flic-en-Flac und Le Morne (Tag 4 bis 6)

Wir haben Grand Baie verlassen, um an die Westküste zu fahren. 45 Minuten Fahrt, mehr nicht. Wir haben unsere Koffer in einem Gästehaus in Flic-en-Flac abgestellt (55 €/Nacht, kleiner Pool, ein unglaublich herzlicher Besitzer, der uns unzählige tolle Tipps gegeben hat).
Tag 4: Flic-en-Flac, ein legendärer Sonnenuntergang
Der Strand von Flic-en-Flac ist riesig und von Kasuarinenbäumen gesäumt. Das Wasser ist dank des Korallenriffs ruhig und perfekt zum Baden. Wir haben den Vormittag mit Faulenzen verbracht und dann einen Roti (eine Art mit Curry gefülltes Fladenbrot) gegessen, den wir bei einem Straßenverkäufer für 1 € pro Stück gekauft haben. Im Ernst, 1 €.
Am Abend haben wir unseren ersten mauritischen Sonnenuntergang vom Strand aus erlebt. Die Westküste ist DER Ort dafür, die Sonne versinkt direkt im Ozean. Wenn Sie dabei keine Gänsehaut bekommen, sollten Sie Ihren Puls prüfen.
Tag 5: Die Wanderung auf den Morne Brabant
Das Highlight der Reise. Der Morne Brabant, UNESCO-Weltkulturerbe, ist dieser ikonische Berg, der den Südwesten der Insel dominiert. Wir sind um 7 Uhr morgens losgewandert (ein Muss, um der Hitze zu entgehen). Planen Sie für die 7 km etwa 3 bis 4 Stunden für den Hin- und Rückweg ein.
Die ersten 250 Höhenmeter sind einfach, dann wird es mit einigen felsigen Passagen anspruchsvoller. Aber der Ausblick vom Gipfel... mir fehlen die Worte. Die Lagune, die Île aux Bénitiers unter uns, der Strand von Le Morne mit seinen verschiedenen Blautönen. Wir sind oben 20 Minuten lang sprachlos stehen geblieben.
⚠️ Wichtig: Nehmen Sie viel Wasser mit (mindestens 1,5 l pro Person), Sonnencreme und einen Hut. Es gibt auf dem Weg kaum Schatten. Wanderschuhe sind für den oberen Teil sehr zu empfehlen.
Am Nachmittag gab es eine wohlverdiente Pause am Strand von Le Morne. Mein absoluter Lieblingsstrand der ganzen Reise, mit Abstand. Das türkisfarbene Wasser mit dem Berg im Hintergrund ist einfach unwirklich. Alle Strände auf Mauritius sind öffentlich, also zögern Sie nicht, sich dort niederzulassen, auch wenn Luxushotels den Strand säumen.
Tag 6: Delfine in Tamarin und Casela
Wecken um 5:30 Uhr für einen Delfinausflug in der Bucht von Tamarin. Wir haben sie gesehen, etwa ein Dutzend Delfine, die um das Boot herum schwammen. Ein magischer Moment. Der Kapitän hat uns danach noch zum Schnorcheln an ein nahegelegenes Riff gebracht. Preis: etwa 35 € pro Person.
Wenn Sie mit Kindern reisen oder die Natur lieben, ist der Casela-Park eine gute Option für den Nachmittag. Wir haben ihn ausgelassen, weil wir die Strände bevorzugten, aber mehrere Reisende, die wir vor Ort getroffen haben, haben ihn uns empfohlen.
Etappe 3: Der wilde Süden, Chamarel und Blue Bay (Tag 7 und 8)

Der Süden von Mauritius hat eine völlig andere Atmosphäre. Wilder, weniger touristisch und mit Landschaften, die sich radikal von den Stränden im Norden unterscheiden.
Tag 7: Chamarel, die Siebenfarbige Erde und die Rum-Destillerie
Von Flic-en-Flac aus sind wir Richtung Chamarel gefahren (30, 40 Minuten Fahrt ins Inselinnere). Erster Stopp: der Wasserfall von Chamarel, ein etwa 100 Meter hoher Wasserfall. Wunderschön, besonders am Morgen, wenn das Licht direkt darauf fällt.
Danach die berühmte Siebenfarbige Erde. Es ist ein geologisches Phänomen, bei dem der Boden Schattierungen von Rot bis Violett aufweist. Ehrlich gesagt? Es ist nett anzusehen, aber man ist in 30 bis 45 Minuten durch. Der Eintritt für beide Sehenswürdigkeiten (Wasserfall + Erde) kostet etwa 4 € pro Person. Keine große Investition.
Was den Tag aber wirklich besonders gemacht hat, war die Rhumerie de Chamarel. Wir haben die Anlagen besichtigt, spannende Erklärungen zur Herstellung des mauritischen Landwirtschaftsrums bekommen und am Ende 6 Rumsorten verkostet. Wir sind mit zwei Flaschen im Kofferraum wieder abgefahren (15, 25 € pro Flasche, viel günstiger als in Frankreich).
Auf dem Rückweg haben wir einen Abstecher zum Grand Bassin (Ganga Talao) gemacht, einem heiligen See in einem alten Vulkankrater, umgeben von Hindutempeln und riesigen Statuen. Der Ort ist kostenlos und ziemlich beeindruckend. Wir haben dort etwa 40 Minuten verbracht.
Tag 8: Blue Bay, das Schnorchelparadies
Weiter geht es in den Südosten nach Blue Bay, etwa 1 Stunde und 15 Minuten von Flic-en-Flac entfernt. Und hier war es um uns geschehen: Liebe auf den ersten Blick. Der Blue Bay Marine Park ist ein geschütztes Gebiet mit intakten Korallen und einem Wasser von unglaublicher Klarheit. Wir haben ein Glasbodenboot genommen, um zum Park zu gelangen (ca. 8 € pro Person), und das Schnorcheln dort war einfach fantastisch.
Wir haben Fische in allen Farben gesehen, Schildkröten und Korallen, die aussahen wie Gehirne. Es war der beste Schnorchelspot, den wir auf der Insel entdeckt haben, und vielleicht sogar der beste unserer gesamten Reise.
💡 Tipp: Bringt wenn möglich eure eigene Taucherbrille und Schnorchel mit. Man kann sich zwar vor Ort Ausrüstung leihen, aber die ist oft schon etwas abgenutzt. Eine gute Antibeschlag-Maske macht beim Schnorcheln einen riesigen Unterschied.
Am Nachmittag haben wir einen kleinen Spaziergang durch das Dorf Mahébourg gemacht, einen charmanten alten Hafenort mit Kolonialhäusern und einer sehr authentischen Atmosphäre. Wenn ihr an einem Montag dort seid: Der Markt von Mahébourg gilt als einer der ursprünglichsten der ganzen Insel.
Etappe 4: die Ostküste, Belle Mare und die Ile aux Cerfs (Tag 9 und 10)

Tag 9: Belle Mare und seine 10 km Strand
Wir sind mit dem Auto von Blue Bay die Ostküste hinaufgefahren. Belle Mare ist bekannt für seinen endlosen weißen Sandstrand. Es ist wunderschön, ruhig und deutlich weniger überlaufen als im Norden. Wir haben uns dort für einen halben Tag vollkommenem Nichtstun niedergelassen.
Abends haben wir in einem kleinen lokalen Restaurant in Trou d'Eau Douce gegessen, einem Fischerdorf, von dem aus die Boote zur Ile aux Cerfs ablegen. Holzofenpizza, gegrillter Fisch, zwei Bier. 22 € für zwei Personen.
Tag 10: Ile aux Cerfs und Rückreise
Der letzte Tag, und der hatte es in sich. Bootsfahrt ab Trou d'Eau Douce zur Ile aux Cerfs. Der klassische Ausflug beinhaltet die Überfahrt, einen Stopp am Wasserfall der Grande Rivière Sud-Est (hübsch), Schnorcheln und ein Barbecue auf der Insel. Rechnet mit 40 € pro Person.
Die Ile aux Cerfs ist das ultimative Postkartenmotiv. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, Kokospalmen. Es ist touristisch, ja, aber so schön, dass man weinen könnte. Wir haben es bis 14 Uhr genossen, bevor wir das Boot zurücknahmen und uns entspannt auf den Weg zum Flughafen machten (ca. 55 Minuten Fahrt von Trou d'Eau Douce).
Unterwegs auf Mauritius: Auto oder Bus?
Wir haben für den gesamten Aufenthalt ein Auto gemietet, und das ist die Entscheidung, die ich zu 100 % empfehle. Ein paar wichtige Punkte, die man wissen sollte:
- Linksverkehr: Ja, das ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Wir hatten uns nach einem halben Tag daran gewöhnt. Das Verwirrendste ist der Blinker, der mit dem Scheibenwischer vertauscht ist. Ihr werdet am ersten Tag 47 Mal versehentlich die Scheibenwischer einschalten, das ist völlig normal.
- Mietpreis: Wir haben für 27 €/Tag eine kleine Limousine mit Klimaanlage gefunden. Bucht lieber bei einem lokalen Anbieter statt bei den großen internationalen Ketten, das ist oft 30 bis 40 % günstiger.
- Sprit: Etwa 1,30 € pro Liter. Wir haben in 9 Tagen etwa 40 € für Benzin ausgegeben, was zeigt, wie kurz die Strecken eigentlich sind.
- Führerschein: Dein nationaler Führerschein reicht für einen Aufenthalt von weniger als 90 Tagen aus, ein internationaler Führerschein ist nicht erforderlich.
- Staus: Der einzige echte Minuspunkt. Zu den Stoßzeiten (7-9 Uhr und 16-18 Uhr) ist es rund um Port-Louis sehr voll. Vermeidet es, Fahrten von Nord nach Süd zu diesen Zeiten zu planen.
Wenn ihr nicht selbst fahren wollt, bleibt der Bus eine sehr günstige Alternative. Eine Fahrt von Port-Louis nach Grand Baie kostet weniger als 1 €. Das Netz deckt die Insel gut ab, aber die Fahrten dauern lange und die Fahrpläne sind nicht immer zuverlässig.
Essen auf Mauritius, ohne ein Vermögen auszugeben: Street Food und gute Adressen
Die mauritische Küche ist eine der besten Erinnerungen an diese Reise. Die Insel ist ein Schmelztiegel aus indischen, chinesischen, kreolischen und französischen Einflüssen, und diese Fusion findet sich in jedem Gericht wieder.
Street Food: der verborgene Schatz von Mauritius

Ihr werdet überall Straßenverkäufer finden. Hier ist das, was wir probiert und geliebt haben:
- Dholl puri: Ein vegetarisches Fladenbrot, gefüllt mit Linsencurry und Chutneys. Das Nationalgericht, das für 15-20 Rupien (0,30 bis 0,40 €) verkauft wird. Ja, richtig gelesen.
- Mine frit: Gebratene Nudeln in Sojasauce mit Gemüse und Fleisch oder Meeresfrüchten. Großzügig und lecker, 50-80 Rupien (1 bis 1,70 €).
- Boulettes (mauritischer Dim Sum): Gedämpft, serviert mit einer Brühe und scharfer Sauce. Etwa 30-40 Rupien für 6 Stück (0,70 €).
- Roti: Ein Fladenbrot, gefüllt mit Curry. Unser liebstes Mittagessen für unterwegs, für 1-2 €.
- Alouda: Ein erfrischendes Getränk auf Basis von Milch, Basilikumsamen und Sirup. Perfekt nach einer Wanderung. 15-20 Rupien.
⚠️ Achtung: Die mauritische Küche kann sehr scharf sein. Wenn du das nicht gewohnt bist, frag immer nach "nicht scharf" (pa pike auf Kreolisch). Und prüfe bei Glutenunverträglichkeit die Zutaten, da viele Gerichte Gluten enthalten.
Restaurants: Gut essen für 10-20 € zu zweit
In den kleinen lokalen Restaurants (nicht in den Hotelrestaurants) kostet ein Hauptgericht zwischen 5 und 12 €. Wir haben abends zu zweit für 15-20 € sehr gut gegessen, inklusive eines Biers für jeden. Der gegrillte Fisch des Tages ist oft die beste Wahl: frisch und günstig.
Beim Einkauf im Supermarkt kosten Zucker, Tee, Reis und tropische Früchte nur einen Bruchteil dessen, was man in Europa zahlt. Wir haben Mangos, Ananas und Litschis für unser Frühstück gekauft.
Meine 8 erprobten Tipps, um auf Mauritius zu sparen
Abgesehen vom Gesamtbudget sind hier konkrete Tipps, die uns während der Reise geholfen haben, Geld zu sparen:
- 1. Reise in der Nebensaison (Mai bis September): Die Flüge sind 20 bis 30 % günstiger, die Unterkünfte ebenso, und das Wetter ist mit 24-27°C immer noch wunderbar. Das ist die ideale Zeit für eine Budget-Reise.
- 2. Buche deine Flüge 3 bis 4 Monate im Voraus: Wir haben 525 € pro Person für den Hin- und Rückflug mit Air Mauritius bezahlt. Wenn man früher bucht oder Aktionen beobachtet, finden manche Reisende Flüge für 450-500 €.
- 3. Bevorzuge Guesthouses und Apartments mit Küche: Die Möglichkeit, das Frühstück und einige Mahlzeiten selbst zuzubereiten, macht über 10 Tage einen echten Unterschied. Wir haben im Vergleich zum ständigen Restaurantbesuch leicht 10-15 € pro Tag gespart.
- 4. Miete bei lokalen Anbietern: Egal ob Mietwagen oder Ausflüge, lokale Anbieter sind systematisch günstiger als internationale Plattformen. Frag deinen Gastgeber nach Empfehlungen.
- 5. Iss lokal, iss Street Food: Ein Dholl Puri für 0,40 € oder ein Roti für 1 €, damit ist das Mittagessen für fast umsonst erledigt. Heb dir die Restaurants für den Abend auf.
- 6. Nutze kostenlose Aktivitäten: Wandern am Le Morne, öffentliche Strände, Schnorcheln direkt vom Ufer aus, Grand Bassin, lokale Märkte... Die besten Erlebnisse auf Mauritius kosten nichts.
- 7. Kaufe Souvenirs auf dem Markt von Port-Louis: Dieselben Produkte (Gewürze, Vanilletee, Rum, Kunsthandwerk) kosten in Touristenläden 2- bis 3-mal so viel. Und scheue dich nicht zu handeln, das gehört dazu.
- 8. Entscheide dich für ein Pauschalangebot, wenn du flexibel bist: Wenn du auf ein gutes Angebot mit Flug und Hotel stößt, schlag zu. Die Insel ist klein genug, um alles von einem einzigen Standort aus zu erkunden.
Die kostenlosen (oder fast kostenlosen) Aktivitäten, die du nicht verpassen darfst
Man neigt dazu zu glauben, dass man viel ausgeben muss, um Mauritius zu genießen. Das stimmt nicht. Hier ist, was wir fast ohne Kosten unternommen haben:
- Wanderung am Le Morne Brabant: kostenlos, man braucht nur gutes Schuhwerk und Wasser.
- Öffentliche Strände: Le Morne, Trou aux Biches, Flic-en-Flac, Belle Mare... alle kostenlos und traumhaft.
- Schnorcheln vom Strand aus: In Blue Bay kann man direkt vom Ufer aus schnorcheln, ohne ein Boot bezahlen zu müssen.
- Grand Bassin (Ganga Talao): eine heilige hinduistische Stätte, kostenlos und faszinierend.
- Zentralmarkt von Port-Louis: freier Eintritt, ein garantiertes Erlebnis.
- Chamarel-Wasserfälle: zugänglich für etwa 4 € (für beide Sehenswürdigkeiten).
- Fahrt auf der Teestraße: Die Landschaften im Inselinneren, zwischen Zuckerrohrfeldern und Bergen, sind die Autofahrt wert.
Was ich anders machen würde (meine Fehler, die du vermeiden kannst)
Keine Reise ist perfekt. Hier ist, was ich ändern würde, wenn ich es noch einmal machen könnte:
Was wir richtig gut gemacht haben
- Direkt am Flughafen ein Auto mieten: Ein Muss für maximale Freiheit und um Zeit zu sparen.
- Im Mai reisen: Perfektes Wetter, günstige Preise und kaum andere Touristen.
- Unterkunft in Flic-en-Flac: Der ideale Ausgangspunkt, um den Süden, Westen und Norden zu erkunden.
- Mix aus Streetfood und Restaurants: Das Beste aus beiden Welten, ohne das Budget zu sprengen.
- Die Wanderung auf den Le Morne ganz früh am Morgen: Weniger Hitze und ein traumhaftes Licht.
Was wir beim nächsten Mal anders machen würden
- Eine Nacht im Süden (Mahébourg oder Blue Bay) verbringen, statt immer von Flic-en-Flac hin- und herzufahren: Die Fahrten waren zu den Stoßzeiten ziemlich lang.
- Die Delfin-Tour bei Tamarin früher buchen: Die Boote legen schon gegen 6:30 Uhr ab und die Plätze sind in der Saison schnell weg.
- Einen Tag länger auf Mauritius einplanen: 10 Tage sind gut, 12 wären perfekt gewesen, um alles ganz entspannt anzugehen.
- Direkt am Flughafen eine SIM-Karte kaufen: Wir haben bis zum nächsten Tag gewartet und sind am ersten Tag ohne GPS ziemlich aufgeschmissen gewesen (Emtel, 15 € für 100 GB, hervorragendes Netz).
Praktische Infos für deine Reiseplanung
Formalitäten und Gesundheit
Die Einreisebestimmungen für Mauritius sind unkompliziert. Für deutsche Staatsangehörige ist für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen kein Visum erforderlich. Dein Reisepass muss noch mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig sein. Es sind keine Impfungen vorgeschrieben, aber pack unbedingt ein gutes Mückenschutzmittel ein (Dengue-Fieber kommt auf der Insel vor, auch wenn das Risiko gering ist).
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Frage kommt immer wieder auf, hier ist eine einfache Zusammenfassung:
| Zeitraum | Wetter | Andrang | Preise |
|---|---|---|---|
| Mai bis September (australischer Winter) | 24-27°C, trocken, angenehm | Nebensaison | Beste Preise |
| Oktober bis Dezember | 27-30°C, zunehmend feuchter | Hauptsaison, viel los | +30 bis 40 % bei Flügen und Hotels |
| Januar bis April (australischer Sommer) | 28-33°C, feucht, Zyklonrisiko | Zwischensaison | Variable Preise, gute Angebote möglich |
Mein Tipp: Mai und Juni sind die idealen Monate. Es ist schön und mild, das Wasser in der Lagune noch warm und du zahlst 20 bis 30 % weniger als in der Hochsaison.
Touristensteuer
Seit Oktober 2025 fällt in touristischen Unterkünften eine Steuer von 3 € pro Nacht und Person an. Das klingt erst einmal wenig, aber bei 9 Nächten zu zweit kommen immerhin 54 € zum Budget hinzu. Meistens ist sie schon im Hotelpreis enthalten, aber bei Guesthouses solltest du bei der Buchung kurz nachfragen.
Budget-Übersicht nach Reisetyp
| Typ | Unterkunft | Budget / Person |
|---|---|---|
| Backpacker | Mehrbettzimmer, bei Einheimischen | 900 - 1 100 € |
| Preisbewusste Reisende (unser Typ) | Guesthouse, Apartment | 1 100 - 1 400 € |
| Komfort | 3-4 Sterne Hotel | 1 800 - 2 500 € |
| Luxus | 5-Sterne-Resort | 3 000 € und mehr |
Mein Fazit nach 10 Tagen auf Mauritius
Wenn ich diese Reise in einem Satz zusammenfassen müsste: Mauritius ist ein Luxusziel zu erschwinglichen Preisen, vorausgesetzt, man bleibt nicht nur im Resort. Die Strände gehören zu den schönsten, die wir je gesehen haben (und wir sind schon ein bisschen herumgekommen), das Essen ist fantastisch und günstig, und die Menschen sind unglaublich herzlich.
Wir haben etwa 1.300 € pro Person für 10 Tage ausgegeben, Flüge inklusive. Wir haben Delfine gesehen, einen UNESCO-gelisteten Berg bestiegen, die besten Rotis unseres Lebens gegessen und zwei Flaschen Rum im Koffer mit nach Hause genommen. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht, was wir uns noch hätten mehr wünschen können.
Und falls ihr keine Lust habt, alles so wie wir selbst zu organisieren, gibt es immer noch die Option einer Last-Minute-Pauschalreise mit Flug und Hotel. Auf einer so kompakten Insel ist das eine clevere Wahl, die euch genauso wenig (oder sogar weniger) kostet und euch im Vorfeld jeglichen Stress erspart.
Gute Reise nach Mauritius. Ihr werdet es lieben.
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