Entdecke Nordengland durch 3 traumhafte Nationalparks
Obwohl England bei vielen Reisenden noch ein Geheimtipp ist, hat das Land abseits von London unglaublich viel zu bieten! Auch wenn wir die trendige Atmosphäre von Covent Garden und die Geschäfte der Oxford Street lieben, lohnt es sich, die Hauptstadt zu verlassen und die verschiedenen Facetten der englischen Landschaft zu erkunden. Genau deshalb haben wir uns im August 2023 dazu entschlossen, einen Urlaub im Norden Englands zu verbringen: eine einzigartige Reise abseits der ausgetretenen Pfade, die uns zwischen lokalen Bräuchen, uralten Legenden und atemberaubenden Landschaften geführt hat.

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Den Schutz der Natur und die Bewahrung des kulturellen Erbes der jeweiligen Region;
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Die Förderung dieser Naturgebiete, um der Öffentlichkeit ein besseres Verständnis und eine engere Verbundenheit mit diesen Orten zu ermöglichen.
Ein ehrgeiziges Programm, das wir bei unserer Reise durch den Norden Englands unbedingt mit eigenen Augen sehen wollten, zwischen Yorkshire im Osten und der Region des Lake District im Westen, wo sich unter anderem die höchsten Gipfel des Landes befinden!
Der North York Moors National Park: Von Heidekraut-Heiden bis zu den Legenden von Whitby
Der North York Moors National Park ist ein 1952 gegründetes Naturschutzgebiet. Seine weiten, violett schimmernden Flächen, die von den hohen Klippen von Whitby begrenzt werden, haben uns auf Anhieb verzaubert!
York, das Tor zu den North York Moors
Unsere Reise beginnt in der Stadt York, einer historischen Metropole in Yorkshire. Im Jahr 71 n. Chr. von den Römern gegründet, war sie zeitweise ein bedeutendes Wikingerkönigreich, bevor sie zu einer der wichtigsten Städte des Mittelalters aufstieg. Aus dieser Zeit sind die prächtige Kathedrale von York aus dem 15. Jahrhundert, das größte gotische Bauwerk Nordeuropas, sowie die römischen Stadtmauern erhalten, die man heute noch auf mehreren Kilometern begehen kann! Vor Ort sollte man auf keinen Fall The Shambles verpassen, eine bezaubernde kleine Gasse, deren schmale, aneinandergelehnte Häuser den Eindruck erwecken, als könnten sie jeden Moment in sich zusammenfallen. Diese charmante Gasse diente unter anderem als Inspiration für die berühmte Winkelgasse in den Harry Potter-Abenteuern.

Von York aus ist der Nationalpark North York Moors nur einen Katzensprung entfernt, etwa 45 Minuten mit dem Auto! Mit dem Zug empfiehlt sich der Transpennine Express, der Sie in 50 Minuten nach Scarborough bringt. Von Scarborough aus erreichen Sie leicht Whitby oder Pickering, zwei emblematische Städte des Parks. Im Sommer wird das lokale Busnetz durch das Moorsbus Network ergänzt, das zahlreiche Dörfer miteinander verbindet.
Die charmanten Dörfer im North York Moors National Park
Sobald man den Park betritt, verändern sich die Landschaften drastisch. Auf die bewaldeten Ränder in der Umgebung von Pickering folgen kilometerlange, einsame Ebenen, die im August die für den Park charakteristischen, wunderschönen violetten Farbtöne annehmen, eine der schönsten Landschaften, die man in England sehen kann. Hier und da fließen kleine Bäche, und Schafe grasen friedlich inmitten der Heide oder am Straßenrand. Vorsicht beim Autofahren: Die Straßen sind schmal und hügelig, fahren Sie also vorsichtig! Zahlreiche Wanderwege durchziehen das Gebiet und ermöglichen es Ihnen, die North York Moors nach Belieben zu erkunden. Auch Radfahrer werden von dem 276 km langen Radweg begeistert sein!

Dieser Nationalpark in Yorkshire ist reich an kleinen Dörfern, eines niedlicher als das andere. Wir haben uns besonders in Goathland verliebt, mit seinen in der Natur verlorenen Steinhäusern. Goathland ist auch für seinen kleinen Bahnhof bekannt, einen der ältesten Bahnhöfe des Landes! Er ist besonders filmreif und diente in verschiedenen Harry Potter-Filmen als Drehort für den Bahnhof von Hogwarts. Die Dampflokomotive von Goathland verkehrt noch heute zwischen Whitby und Pickering, die perfekte Gelegenheit für eine traumhafte Fahrt an Bord des berühmtesten Zuges der Welt, dem Hogwarts Express!
Whitby, ein englischer Fischerort voller Legenden

An der Nordsee erwartet Sie ein wahrer Mythos der britischen Kultur, der hoch oben auf Klippen thront und sich wie eine Bucht um den Fischerhafen schmiegt. Die Stadt ist in zwei Hauptviertel unterteilt: East Cliff und West Cliff. Im 18. Jahrhundert war Whitby einer der bedeutendsten Walfanghäfen Englands!
Die Stadt ist zudem als Ausbildungsort des Entdeckers James Cook bekannt, er war der erste Europäer, der den australischen Kontinent betrat, und der erste Seefahrer, der die Antarktis mit dem Schiff umrundete!
Whitby ist absolut bezaubernd für alle, die britische Gotik und lebendige englische Docks lieben. Letztere haben den Ruf, die besten Fish and Chips im Vereinigten Königreich zu bieten, und nachdem ich sie selbst probiert habe, kann ich sagen: Das ist keine Legende! Whitby hat sich zu einem der wichtigsten Badeorte Englands entwickelt und ist voller Pubs, Cafés und kleiner Läden. Es ist herrlich, durch die alten Gassen zu schlendern, auch wenn es im Sommer voll werden kann. Bei schönem Wetter lockt der weitläufige Sandstrand nicht nur mutige Schwimmer, sondern auch Surfer an, denn Whitby ist eines der beliebtesten Surfziele im Vereinigten Königreich!

Man kann Whitby natürlich nicht erwähnen, ohne über die Abtei zu sprechen, die hoch oben auf dem Berg thront und deren verfallene Bögen über die Stadt zu wachen scheinen. Die Abtei von Whitby wurde 1078 von William de Percy gegründet, nachdem er die Region vom Joch der Wikinger befreit hatte. Im Zuge der von Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert angeordneten Auflösung der Klöster verfiel sie allmählich. Die heute noch stehenden Ruinen bilden einen markanten Kontrast zur typischen englischen Landschaft. Um sie aus der Nähe zu bewundern, müssen Sie die 199 berühmtesten Stufen der Region erklimmen.
Direkt an die alte St. Mary’s Church und ihren düsteren Friedhof angrenzend, haben die Gebäude auf den Höhen von Whitby einen der größten englischen Romane aller Zeiten inspiriert: Dracula von Bram Stoker, dessen Handlung an vielen Stellen in der Stadt spielt.
Der Yorkshire Dales National Park: Zwischen idyllischen Tälern und Berggipfeln
Der Yorkshire Dales National Park macht seinem Namen alle Ehre! Die „Dales“ sind eine Ansammlung von Tälern, die während der Eiszeit geformt wurden und sich bis zum Horizont erstrecken. In diesem ikonischen Naturpark im Norden Englands gehen Kontraste und eine idyllische Atmosphäre eine wunderbare Verbindung ein.
Die Dales: Diese Täler als Ursprung der herrlichen englischen Landschaften
Der 1954 gegründete Naturpark Yorkshire Dales ist geprägt von weiten Weidelandschaften, auf denen Hunderte von Swaledale-Schafen grasen, eine englische Rasse, die für ihre spiralförmigen Hörner bekannt ist. Die Yorkshire Dales geben sofort den Ton für die Reise an: Hier befindet man sich im Paradies der Schafe und Lämmer! Die Tiere bewegen sich in völliger Freiheit, werden jedoch hin und wieder durch hübsche Steinmauern voneinander und von den Straßen getrennt. Diese Mauern bilden ein schönes Gitter am Horizont und sind charakteristisch für diese Region im Norden Englands.

Neben ihrer Postkarten-Kulisse eignen sich die Yorkshire Dales hervorragend zum Wandern, wobei manche Routen durchaus anspruchsvoll sind! Um die Panoramen dieser rauen Natur in vollen Zügen zu genießen, empfiehlt es sich, die drei höchsten Gipfel des Parks im Süden zu erklimmen: die Gipfel von Whernside, Ingleborough und Pen-y-ghent. Eine 24-Meilen-Tour, das sind fast 40 km!, ermöglicht es, diese an einem Tag zu umrunden.
Eine weitere Attraktion des Yorkshire Dales Nationalparks ist das Ribblehead-Viadukt! Prächtig inmitten der Heidelandschaft mit den Bergen im Hintergrund gelegen, überragt dieses Viadukt das Tal mit seinen riesigen Steinbögen. Es erinnert unweigerlich an sein berühmteres Gegenstück, das Glenfinnan-Viadukt in Schottland, das ebenfalls als Kulisse für den Hogwarts-Express diente. Harry Potter-Fans sollten sich die Kalksteinklippe Malham Cove nicht entgehen lassen: Mit ihren 80 Metern Höhe über einem Talkessel diente sie als Drehort für die Campingszenen im siebten und letzten Film der Zauberer-Saga, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes.
5 Kilometer Wanderung entlang der Aysgarth Falls
Die Yorkshire Dales sind unglaublich vielfältig und bieten auch wildere Panoramen mit gewundenen Flüssen, die sich durch Farnwälder schlängeln. Einer der beeindruckendsten Orte im Park befindet sich bei dem kleinen Dorf Aysgarth: die Aysgarth Falls. Diese prächtigen Wasserfälle scheinen förmlich den Hang hinunterzustürzen, und man kommt nicht umhin, von der Wucht und Kraft der Strömung beeindruckt zu sein. Für uns war dies jedenfalls der perfekte Ausgangspunkt, um mitten in die Yorkshire Dales zu wandern.

Die Aysgarth Falls sind ein ideales Ziel für Spaziergänge, da rund um die Wasserfälle zahlreiche Wege markiert sind. Am besten erkundigt man sich im „Visitor Centre“, das direkt an die Fälle angrenzt, nach aktuellen Wanderkarten. Wir haben uns diese Mühe leider nicht gemacht und es später bereut, da wir uns ziemlich schnell inmitten der Felder verlaufen haben! Die Wanderwege, oder public footpaths, , die um die Aysgarth Falls führen, sind ideal, um den Nationalpark zu entdecken, da sie abwechslungsreiche Landschaften bieten: Von den Wasserfällen geht es schnell weiter auf Pfaden durch Wälder und dann über Wege, die sich durch Wiesen und Schafherden schlängeln!
Der Nationalpark Yorkshire Dales ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln besonders gut erreichbar! Tatsächlich durchqueren zahlreiche Zug- und Buslinien das Gebiet und bringen Sie zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in diesem Teil Nordenglands. Die Zuglinien starten in Großstädten wie Leeds und führen unter anderem über das bereits erwähnte Ribblehead-Viadukt.
Der Lake District: Herrliche Seen- und Bergpanoramen im Norden Englands
Der 1951 zum Nationalpark ernannte Lake District gehört zu den ersten Naturschutzgebieten des Landes, zusammen mit dem Peak District südlich von Manchester. Und das zu Recht! Dieser außergewöhnliche Nationalpark umfasst 16 majestätische Seen, die mit den höchsten Bergen des Landes abwechseln und so eine grandiose Kulisse bilden, die schon so manchen inspiriert hat.
Den Lake District besuchen: Ein absolutes Muss im Norden Englands
Mit einer Fläche von 2.280 km² ist der Lake District der größte Nationalpark Englands. Wenn Sie einen Ort von wilder, bezaubernder Schönheit suchen, bei gutem wie bei schlechtem Wetter, dann ist dieser Naturpark im Norden Englands genau das Richtige für Sie! Seit 2017 gehört er zum UNESCO-Welterbe; der Ort inspirierte zahlreiche englische Dichter wie William Wordsworth und war das Zuhause der berühmten britischen Kinderbuchautorin Beatrix Potter.

Der Lake District ist ein Paradies für Wanderer und bietet einige hohe Gipfel wie den Scafell Pike, das höchste Massiv Englands mit 978 Metern Höhe, aber auch den Helvellyn-Gipfel mit 950 Metern oder den 931 Meter hohen Mount Skiddaw, der die Stadt Keswick etwas weiter nördlich überragt. Sicher, wir sind noch ein Stück vom Mont Blanc entfernt, aber diese Fülle an Hügeln gepaart mit steilen Anstiegen wird selbst die erfahrensten Bergsteiger unter Ihnen beeindrucken!
Einer der malerischsten Teile des Parks liegt beim abgelegenen Dorf Buttermere. Der Buttermere-See ist für uns der schönste See im Lake District, mit seinen Tannenwäldern, die ihm einen fast kanadischen Touch verleihen! Um diesen Teil des Parks zu erreichen, muss man den Honister Pass mit dem Bus oder Auto überqueren, ein schmaler und besonders steiler Weg, der zum Gipfel des Passes führt, wo sich eine der letzten noch aktiven Schieferminen Englands befindet. Die Minen können besichtigt werden, und die besonders abgelegene Lage verstärkt die geheime und mysteriöse Atmosphäre, die über dem Lake District schwebt.

Sport- und Outdoor-Aktivitäten im Lake District
Dass der Lake District Reisende so sehr in seinen Bann zieht, liegt nicht zuletzt an der riesigen Auswahl an Aktivitäten: Ob Wassersport, Klettern, Via Ferrata, Höhlenforschung oder das lebendige Treiben in Dörfern wie Bowness-on-Windermere oder Keswick, hier kommt jeder auf seine Kosten! Genau das ist allerdings auch der größte Kritikpunkt, den wir am Lake District haben: Mit fast 15 Millionen Besuchern pro Jahr, überwiegend Briten, wir haben vor Ort keinen einzigen anderen Franzosen getroffen!, ist der Park im Sommer hoffnungslos überlaufen. Es ist schwer, ein ruhiges Plätzchen zu finden, um die Weite der Landschaft in Stille zu genießen. Das ist wirklich schade, denn die Gegend lädt eigentlich perfekt zum Innehalten und Meditieren ein.

Es gibt eine ganze Reihe an Dingen, die man im Lake District unbedingt gemacht haben sollte, darunter:
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Eine Bootsfahrt auf dem Lake Windermere unternehmen
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Einen Via-Ferrata-Klettersteig bei den Honister Mines ausprobieren
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Einen Gleitschirmflug von den Gipfeln des Lake District wagen
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Den Castlerigg Stone Circle besuchen, ein faszinierender Steinkreis aus der Zeit um 3000 v. Chr., der wie ein kleines Stonehenge wirkt!
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Die Restaurants und Pubs in den Dörfern genießen, besonders in Keswick, das mit seinen vielen kleinen Läden und Gastronomieangeboten lockt
Auch wenn es vor Ort natürlich immer praktischer ist, mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein, ist der Lake District dank eines effizienten Busnetzes recht gut erschlossen. Außerdem kann man mit dem Transpennine Express Nord bequem mit dem Zug von Manchester nach Windermere reisen. Und von London aus gibt es eine Zugverbindung zum Bahnhof Oxenholme Lake District, der nur einen Katzensprung vom Nationalpark entfernt liegt.
Der Norden Englands hört einfach nicht auf, seine Besucher zu überraschen! Zwischen den prächtigen Nationalparks und den einladenden, dynamischen Städten fanden wir das Reiseziel perfekt für den Sommerurlaub! Wir wurden hier von Hitzewellen verschont, und auch wenn es ab und zu mal regnet, ist die Sonne nie weit und kommt meist schnell wieder zum Vorschein.
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