Lohnt sich ein Mietwagen in Jordanien wirklich?
Häufig ja, aber nicht immer. Der JETT-Bus verbindet zuverlässig Amman mit Petra sowie Amman mit Aqaba. Darüber hinaus braucht man Minibusse ohne festen Fahrplan, ausgehandelte Taxis oder organisierte Touren.
Wenn du in Amman oder Aqaba bleibst und nur ein paar Ausflüge planst, rechnet sich ein Auto nicht. Aqaba lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden, und das Wadi Rum ist nur eine Stunde, Petra zwei Stunden entfernt. Für eine Rundreise mit Totes Meer, Königsstraße, Petra und Wadi Rum verändert ein Mietwagen jedoch alles.
Führerschein und Dokumente: Was verlangt wird
Für einen Aufenthalt von unter drei Monaten brauchst du einen deutschen oder EU-Führerschein und musst mindestens 21 Jahre alt sein. Autovermieter und manchmal auch die Polizei bei Verkehrskontrollen verlangen oft zusätzlich den internationalen Führerschein.
Unser Tipp: Nimm ihn einfach mit. Er kostet nicht viel und erspart dir jegliche Diskussionen bei einer Polizeikontrolle.
Wichtige Punkte:
- Originalreisepass (keine Kopie) und nationaler Führerschein.
- Internationaler Führerschein als Vorsichtsmaßnahme.
- Eine Kreditkarte, keine Debitkarte, für die Kaution.
- Ein Mindestalter von 21 Jahren bei den meisten Anbietern. Manche Autovermieter setzen die Grenze höher an.
Mit welchen Kosten du rechnen musst
Die Preise schwanken je nach Saison und Anbieter erheblich. Ein Kleinwagen kostet in der Regel zwischen 25 und 40 €* pro Tag, ohne Extras. Rechne mit zusätzlichen 20 bis 30 JOD für die Versicherung. Vergleiche daher immer den Endpreis inklusive Selbstbeteiligung.
Auf den Autobahnen gibt es keine Maut, und auch die Kraftstoffpreise bleiben überschaubar. Die großen Verkehrsachsen sind gebührenfrei, ein landesweites Mautsystem existiert nicht.
Welches Fahrzeug passt zu dir
Auf der klassischen Route über Amman, das Tote Meer, Petra, das Wadi Rum und Aqaba sind sämtliche Straßen asphaltiert, sodass ein Kleinwagen oder ein Kompaktfahrzeug völlig ausreicht. Wenn du auf einen Allradantrieb verzichtest, sparst du täglich etwa 15 bis 25 €*.
Ein Allradfahrzeug wird im Wadi Rum ohnehin nicht benötigt. Du lässt den Wagen am Besucherzentrum stehen und fährst mit einem Beduinenfahrer hinein. Im Dana-Biosphärenreservat läuft es genauso.
Wo du das Auto am besten abholst
- Flughafen Queen Alia (Amman): Praktisch, um direkt zum Toten Meer oder nach Petra aufzubrechen, ohne die Stadt durchqueren zu müssen.
- Flughafen Aqaba: Die Preise ähneln denen in Amman, steigen jedoch von September bis November spürbar an.
- Sonstige Orte: Außerhalb dieser beiden Knotenpunkte gibt es kaum spontane Mietwagenangebote. Reserviere im Voraus.
Die Anmietung am Flughafen ist oft etwas teurer als bei lokalen Anbietern in der Stadt. Internationale Ketten sind dort vertreten, während lokale Vermieter gelegentlich bessere Konditionen bieten.
Autofahren vor Ort: Worauf du dich einstellen solltest
Die Wüstenautobahn ist geradlinig und schnell, die Königsstraße hingegen kurviger und langsamer. Erstere weist stellenweise Straßenschäden, Risse und Schlaglöcher auf.
- Polizeikontrollen: Häufig, aber unkompliziert. Zeige einfach deinen Reisepass und die Mietunterlagen vor. Die Beamten fragen gelegentlich nach dem Fahrzeugschein, der meist im Handschuhfach liegt.
- Bodenwellen: Oft unvermittelt und schlecht gekennzeichnet, selbst auf Hauptstraßen.
- Nachtfahrten: Tiere und Fußgänger können plötzlich auftauchen, weshalb das Risiko außerhalb von Ortschaften nach Einbruch der Dunkelheit steigt. Vermeide Fahrten bei Nacht.
- Amman: Sehr dichter Verkehr. Wähle am besten ein Hotel mit eigenem Parkplatz.
Bußgelder können erst nach Ende der Mietzeit eintreffen. Sie sind auf das Fahrzeug registriert und gehen zu Lasten des Mieters, eventuell inklusive Bearbeitungsgebühren.
Versicherung, Grenzübertritt und Streitfälle
Spare niemals an der Versicherung. Hüte dich vor unseriösen Vermietern, die bei der Rückgabe angebliche Kratzer oder abgefahrene Reifen in Rechnung stellen. Filme das Auto bei der Übernahme und lasse dir jeden Vorschaden im Vertrag festhalten.
Beachte zudem, dass die Basisversicherung bei manchen Vermittlern weder Reifen, Windschutzscheiben noch den Unterboden abdeckt. Prüfe den genauen Versicherungsschutz vor der Bezahlung.
Was Grenzübertritte angeht, verbieten die meisten lokalen Vermieter das Verlassen des Landes mit dem Mietwagen. Wenn es ausnahmsweise möglich ist, erfordert dies eine vorherige Genehmigung, eine Zusatzversicherung und entsprechende Gebühren.
Bei kleineren Blechschäden ist eine gütliche Einigung möglich, allerdings sind viele jordanische Autofahrer unzureichend versichert. Rufe bei schwerwiegenden Unfällen unbedingt die Polizei für ein offizielles Protokoll. Die Notrufnummer lautet 911.