Bratislava entdecken
Als Hauptstadt der Slowakei ist Bratislava ein Ort der Kontraste. Schon in der Antike war die Stadt ein wichtiger Knotenpunkt an der Bernsteinstraße, einer Handelsroute, die die Ostsee mit Italien verband. Nach einer bedeutenden Rolle im Reich Großmähren kam die Stadt unter die Herrschaft des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs und stieg zeitweise zur ungarischen Hauptstadt auf. Zwischen 1563 und 1830 wurden in der Kathedrale St. Martin etwa zwanzig ungarische Könige gekrönt. Damals waren nur 15 Prozent der Einwohner von Pressburg, dem historischen Namen Bratislavas, slowakischsprachig, während das Stadtbild von deutschen und ungarischen Einflüssen geprägt war.
Ein kultureller Knotenpunkt
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Eingliederung der Tschechoslowakei in den sowjetischen Ostblock entwickelte sich die Stadt zu dem, was sie heute ist: eine faszinierende Mischung aus mittelalterlichem Kern und massiven, von der sozialistischen Architektur geprägten Hochhäusern. Um in die Geschichte einzutauchen, empfiehlt sich ein Spaziergang durch die Michalska ulica (Michaelergasse). Die farbenfrohe Straße ist gesäumt von kleinen Läden und Cafés und führt direkt zum Michaeler Tor, einem 51 Meter hohen Turm aus dem 14. Jahrhundert, der als letztes Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtbefestigung gilt. Danach lohnt sich ein Besuch auf dem Hlavné námestie (Hauptplatz), dem Herzstück der Stadt, wo Jugendstilbauten und das Stadtmuseum zu finden sind.
Ganz in der Nähe ragt die Burg Bratislava auf. Auf einem Hügel über der Donau gelegen, bietet sie einen weiten Blick über die Altstadt. In den Mauern sind heute das Slowakische Nationalmuseum sowie ein Museum für historische Musikinstrumente untergebracht. Die Stadt hat zudem prächtige Barockpalais bewahrt, darunter das Grassalkovich-Palais, das an Napoleons Sieg über die Mächte des Ostens erinnert, sowie das Mirbach-Palais.
Kurioses und Entdeckungen
Bratislava belohnt neugierige Entdecker. Die in Pastelltönen gehaltene Elisabethkirche, oft einfach als Blaue Kirche bekannt, ist ein architektonisches Highlight. Wer durch die Gassen schlendert, sollte zudem nach den vier bronzenen Statuen Ausschau halten, die im Stadtzentrum verteilt sind. Ein weiteres, unübersehbares Bauwerk ist das Restaurant auf den Pylonen der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes, die das Stadtzentrum mit dem Viertel Petržalka verbindet. Das UFO-artige Bauwerk ist ein prägnanter Blickfang.
Etwa zehn Kilometer außerhalb der Stadt liegen die Ruinen der Burg Devin, die oberhalb der Mündung der March in die Donau thronen. Diese ehemalige Festung markierte einst die Nordgrenze des Römischen Reiches.
Beste Reisezeit
Die slowakische Hauptstadt hat von Mai bis September ein angenehmes Klima. Wer es kühler mag, kann die Stadt im Dezember, Januar oder Februar in einer winterlichen Kulisse erleben.
Anreise
Von Deutschland aus ist die Anreise per Flugzeug am schnellsten, mit Direktverbindungen von Airlines wie Transavia, Air France oder Austrian Airlines. Eine weitere bequeme Option ist der Zwischenstopp in Wien. Von dort aus verkehren regelmäßig Züge, die die beiden Hauptstädte in knapp einer Stunde miteinander verbinden.
Auf der Durchreise in der Slowakei habe ich die Gelegenheit genutzt, um die Hauptstadt Bratislava zu besuchen. Nicht besonders interessant, eine Stadt mit einer sehr ruhigen Atmosphäre, vielleicht weil es im November war. Nichts Außergewöhnliches, ein sehr weitläufiger Platz und ein paar nette Gassen, ein Tag reicht völlig aus, um alles zu sehen. Genau wie in Ungarn sind die Lebenshaltungskosten in dieser ziemlich hübschen, aber ansonsten unspektakulären Stadt wirklich nicht hoch.