Palma de Mallorca: Die Hauptstadt der Balearen, die sich nicht festlegen will
Eine gotische Kathedrale, die über dem Meer thront. Mittelalterliche Gassen, in denen man plötzlich vor einer modernen Cocktailbar steht. Palma ist eine Stadt, die ihre Epochen ohne Berührungsängste übereinanderlegt, und genau das macht es schwer, sie in wenigen Worten zu beschreiben. Als Hauptstadt der Balearen und Eingangstor nach Mallorca zieht sie jedes Jahr Millionen von Besuchern an, bewahrt sich dabei aber eine eigene Identität, die viele gar nicht vermuten.
Eine Reise für dich?
Palma ist perfekt für Reisende, die Stadtleben und Meer kombinieren möchten, ohne bei einem von beidem Abstriche zu machen. Wer Architektur, Gastronomie und ein lebendiges Nachtleben schätzt, findet hier problemlos Stoff für mehrere Tage. Familien schätzen die Sicherheit, die leicht erreichbaren Strände und die zahlreichen Aktivitäten in der Umgebung.
Wenn du hingegen ein abgelegenes Dorf abseits der Touristenpfade suchst, solltest du Palma meiden. Im Juli und August ist die Stadt überlaufen. Die Preise schießen in die Höhe, die Terrassen sind überfüllt und einige Viertel verlieren jegliches lokales Flair. Die Stadt hat Besseres verdient, als nur mitten im Hochsommer besucht zu werden.
Geeignet für:
- Liebhaber mediterraner Architektur und Geschichte
- Reisende, die Strandurlaub mit urbaner Kultur verbinden wollen
- Familien mit Kindern (Sicherheit, Infrastruktur, vielfältige Freizeitangebote)
- Nachtschwärmer und Fans des Nachtlebens
- Kurztrips aus dem deutschsprachigen Raum (viele Direktflüge)
Weniger geeignet für:
- Reisende, die Menschenmassen und Massentourismus meiden wollen
- Reisende mit kleinem Budget in der Hochsaison (Juli/August)
- Suchende nach einer tiefgreifenden kulturellen Abgeschiedenheit
- Menschen, die keine intensive Sommerhitze mögen
Budget: Rechne lieber etwas mehr ein
Palma bleibt außerhalb der Saison erschwinglich, aber die Sommerpreise können vor allem bei Unterkünften überraschen. Die Preise in den Restaurants der Altstadt sind mit denen einer europäischen Großstadt vergleichbar. Hier sind grobe Richtwerte pro Person:
| Posten | Richtwert |
|---|---|
| Übernachtung einfach (Hostel, Pension) | 30 bis 60 € |
| Übernachtung komfortabel (3-4 Sterne) | 90 bis 200 € |
| Snack zwischendurch (Bocadillo, Markt) | 6 bis 12 € |
| Restaurantbesuch (Mittagsmenü oder Tapas) | 15 bis 30 € |
| Transport + Aktivitäten pro Tag | 10 bis 25 € |
| Tagesbudget Sparfuchs | 55 bis 100 € |
| Tagesbudget Komfort | 130 bis 260 € |
Richtpreise können variieren, insbesondere in der Hochsaison (Juli/August).
Praktische Informationen
Die Stadt ist touristisch bestens erschlossen. Spanisch und Katalanisch sind die Amtssprachen, aber mit Englisch kommst du in fast allen Geschäften und Restaurants im Zentrum problemlos weiter. Das historische Zentrum lässt sich komplett zu Fuß erkunden. Für Strände und Ausflüge deckt das Busnetz von EMT Palma die Stadt gut ab und es gibt regelmäßige Verbindungen in die Nachbargemeinden.
Das Klima ist fast das ganze Jahr über mild. Die Sommer sind heiß und trocken (oft über 30°C im Juli und August), die Winter sonnig und angenehm. Die Stadt ist sehr sicher für Alleinreisende, auch für Frauen, wobei in den Partyvierteln rund um die Playa de Palma nachts die übliche Vorsicht geboten ist.
Die Altstadt: Wo alles beginnt
Das Herz von Palma erkundest du am besten zu Fuß. Starte an der Kathedrale La Seu: Sie wurde ab dem 13. Jahrhundert an der Stelle einer ehemaligen Moschee errichtet und beeindruckt sowohl durch ihre schiere Größe als auch durch ihre gotische Fensterrose, eine der größten Europas. Was viele nicht wissen: Antoni Gaudí hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Innenchor umgestaltet und einen schwebenden Baldachin hinzugefügt, der einen spannenden Kontrast zum Rest bildet. Der Eintritt ist kostenpflichtig, aber das Zusammenspiel aus der strengen Fassade und dem farbenfrohen Licht im Inneren ist absolut sehenswert.
Direkt daneben befindet sich der Palais Royal de l'Almudaina, der auf den Grundmauern eines muslimischen Alcázars aus dem 13. Jahrhundert steht. Der offizielle spanische Königspalast auf Mallorca wird bis heute für Staatszeremonien genutzt. Bei Führungen kannst du die Prunkräume und Gärten besichtigen.
Gehe weiter zum Viertel La Llotja, der ehemaligen Handelsbörse aus dem 15. Jahrhundert, und zu den Bains arabes (Arabische Bäder), einem seltenen Überbleibsel der maurischen Zeit auf der Insel. Die Gegend um die Plaça Major ist touristisch stärker frequentiert, aber in den Gassen, die Richtung Norden führen, lassen sich die typischen patios mallorquins entdecken, die Anwohner im Frühling manchmal für die Öffentlichkeit öffnen.
Tipp vom Experten: Jedes Jahr im Mai öffnet das Festival Nit de l'Art für einen Abend Galerien und private Innenhöfe. Wenn du zu dieser Zeit da bist, solltest du die Gelegenheit nutzen. Es ist eine der seltenen Chancen, Palma ohne die touristische Fassade zu erleben.
Strände und Umgebung
Der Stadtstrand Can Pere Antoni liegt nur einen Katzensprung vom Zentrum entfernt und eignet sich gut für eine schnelle Abkühlung. Wer es wilder mag, muss die Stadt verlassen. Der Strand von Es Trenc im Süden der Insel ist berühmt für seinen zwei Kilometer langen weißen Sandstrand und das flache Wasser. Plane im Sommer einen Besuch am frühen Morgen ein, da der Parkplatz oft schon vor 10:00 Uhr voll ist.
Familien mit Kindern werden den Katmandu Park schätzen, einen Freizeit- und Erlebnispark vor den Toren Palmas. Für Wanderfreunde bietet das Gebirge der Serra de Tramuntana, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, spektakuläre Routen, die weniger als eine Stunde Fahrt entfernt liegen. Der Rancho Grande Park bietet zudem Ausritte in einer Kulisse, die an den amerikanischen Wilden Westen erinnert.
Wo essen und trinken in Palma de Mallorca?
Die mallorquinische Küche verdient Aufmerksamkeit. Beginne mit einer Ensaimada, dem spiralförmigen Blätterteiggebäck mit Puderzucker. Du bekommst sie zum Frühstück in jedem Café im Zentrum, aber die besten stammen aus traditionellen Bäckereien und nicht aus den Touristenläden am Flughafen. Bei den herzhaften Speisen sind die Sobrassada (eine würzige Streichwurst) und der Frit mallorquí (gebratene Innereien mit Gemüse in Olivenöl) zwei Klassiker, die man in lokalen Restaurants probieren sollte.
Die Markthalle von Santa Catalina im gleichnamigen Viertel ist der Ort, an dem die Einheimischen einkaufen. In der Umgebung haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Bars und Restaurants angesiedelt, die eine echte Alternative zum historischen Zentrum bieten, oft bei besserem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wo übernachten in Palma de Mallorca und Umgebung?
Das historische Zentrum ist ideal, um alles zu Fuß zu erreichen, kann aber an Wochenenden laut werden. Das Viertel Santa Catalina etwas weiter westlich ist wohnlicher und gut angebunden, ein guter Kompromiss aus Lebendigkeit und Ruhe. Für Familien oder längere Aufenthalte bieten die Küstenorte Portixol und Molinar östlich des Zentrums eine ruhigere Atmosphäre mit oft geräumigeren Apartments.
Wie kommt man nach Palma de Mallorca?
Der Flughafen Palma de Mallorca (PMI) ist im Sommer einer der meistfrequentierten Flughäfen Europas. Es gibt zahlreiche Direktverbindungen aus vielen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Billigfluglinien bieten außerhalb der Saison Tickets ab ca. 50 Euro an, doch in den Monaten Juli und August können die Preise leicht das Dreifache erreichen. Buche daher frühzeitig.
Vom Flughafen aus bringt dich der Bus EMT Linie 1 in etwa 20 Minuten für weniger als 2 Euro in die Innenstadt. Taxis und private Fahrdienste sind verfügbar, aber deutlich teurer, besonders in der Hochsaison.
Wie bewegt man sich in Palma de Mallorca fort?
Die Altstadt lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Für Strände und Ausflüge deckt das EMT-Busnetz die Stadt und das nähere Umland gut ab. Fernbusse verbinden Palma mit den wichtigsten Orten der Insel über den Busbahnhof Estació Intermodal. Ein Zug fährt zudem nach Sóller in der Serra de Tramuntana, eine malerische Strecke durch Orangenplantagen.
Ein Mietwagen ist nach wie vor die praktischste Wahl, um die Insel jenseits von Palma zu erkunden. Buche im Sommer unbedingt im Voraus, da die Mietwagenstationen oft kurzfristig ausgebucht sind und die Preise dann stark ansteigen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Monate Mai, Juni und September sind der beste Kompromiss: Das Meer ist bereits (oder noch) warm, die Menschenmassen sind überschaubar und die Preise vernünftiger. Der Winter ist mild und sonnig, perfekt für Stadtbesichtigungen und Wanderungen in der Serra de Tramuntana. Vermeide Juli und August, wenn du keine Hitze und keinen Massentourismus magst: Palma verwandelt sich dann in eine völlig andere Stadt, nicht immer zum Vorteil.
Lebhafte Abende und Tage mit einer großen Auswahl an Aktivitäten, egal ob in der Stadt oder in der Umgebung. Schöner Urlaub!