Serbie

Was tun in Serbien: die schönsten Sehenswürdigkeiten

Entdecke die Lieblingsziele unserer Mitglieder in Serbien, dazu Bewertungen, praktische Infos und Fotos von Reisenden...

Die schönste Stadt in Serbien

#1 Belgrad +42 Empf.

Belgrad will niemandem gefallen, und genau das macht die Stadt so faszinierend. Am Zusammenfluss von Donau und Save hat die vom Schicksal gezeichnete Hauptstadt eine ganz eigene Energie entwickelt, zwischen elektrisierenden Nächten auf schwimmenden Clubs und trägen Nachmittagen in verrauchten Kafanas. Hier isst man für wenige hundert Dinar (einige Euro) reichhaltig, diskutiert bis in den Morgengrauen und entdeckt eine andere Seite Europas, fernab von ausgetretenen Pfaden. Eine Stadt, die man sich langsam erschließen muss.

Serbien, ein Land auf dem Balkan, das keine halben Sachen macht

Das erste serbische Kaffeehaus eröffnete 1522 in Belgrad, ganze 33 Jahre vor dem ersten in Istanbul. Dieses historische Detail fasst den Geist des Landes recht gut zusammen: Man ist Trends oft einen Schritt voraus, bleibt dabei aber so bescheiden, dass es fast schon unter dem Radar fliegt. Serbien ist nach wie vor eines der bestgehüteten Geheimnisse Europas, eingeklemmt zwischen seinen medial lauteren Nachbarn.

Serbien: Ist das die richtige Destination für dich?

Dieses Land ist etwas für Reisende, die Authentizität ohne Menschenmassen suchen. Falls du von feinen Sandstränden träumst, bist du hier falsch, denn Serbien hat keinen Zugang zum Meer. Wenn du hingegen Hauptstädte magst, die bis zum Morgengrauen pulsieren, mittelalterliche Klöster in einsamen Bergen suchst und das Gefühl liebst, als einziger Tourist an einem UNESCO-Welterbe zu stehen, dann bist du hier genau richtig.

Was die Praxis betrifft: Stell dich auf ein paar kleine Umstellungen ein. Auf den Straßenschildern dominiert das kyrillische Alphabet, auch wenn die jüngere Generation meist gut Englisch spricht. Die touristische Infrastruktur verbessert sich stetig, ist aber außerhalb der Großstädte noch uneinheitlich. Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Westeuropa bemerkenswert niedrig. Rechne mit 12 bis 15 Euro für eine üppige Mahlzeit in einem guten Restaurant, inklusive Taxi für die Anfahrt. Die Serben pflegen eine fast schon überwältigende Gastfreundschaft: Ein Glas rakija bei Einheimischen abzulehnen, gilt fast als Beleidigung.

Belgrad, die Stadt, die niemals schläft

Die serbische Hauptstadt erstreckt sich am Zusammenfluss von Donau und Save. Diese strategische Lage führte dazu, dass die Stadt im Laufe der Jahrhunderte etwa 40-mal zerstört und wieder aufgebaut wurde. Diese Resilienz ist in den Straßen spürbar, wo osmanische Architektur auf Gebäude aus der österreich-ungarischen Zeit und die Überreste der Bombardierungen von 1999 trifft, die bewusst als Zeugen der jüngeren Geschichte erhalten wurden.

Die Festung Kalemegdan thront über dem Zusammenfluss der beiden Flüsse. Zum Sonnenuntergang treffen sich hier die Einheimischen zum Spazierengehen, für einen Kaffee oder einfach, um den Ausblick zu genießen. Das Viertel Skadarlija bietet mit seinen Kopfsteinpflastergassen und jahrhundertealten Kafanas einen Einblick in das böhmische Belgrad des 19. Jahrhunderts. Zigeunermusiker ziehen von Tisch zu Tisch, und es ist keine Seltenheit, den Abend damit zu verbringen, traditionelle Lieder mit wildfremden Menschen zu singen.

Die splavovi, einzigartige schwimmende Clubs

Der Ruf Belgrads als Party-Metropole basiert zu einem großen Teil auf den splavovi, umgebauten Lastkähnen, die als Bars und Clubs am Ufer festgemacht sind. Mehr als 200 schwimmende Etablissements bieten unterschiedlichste Musikrichtungen: von Underground-Techno und R&B bis hin zu Balkan-Beats oder Pop. Die Saison läuft von Mai bis September, wobei einige splavovi ganzjährig geöffnet haben. Die Partys beginnen selten vor Mitternacht und können bis zum Sonnenaufgang dauern.

Tipp vom Experten: Meide Freitage und Samstage, wenn du Warteschlangen hasst. Donnerstagabends ist die Stimmung genauso elektrisierend, es ist weniger los und die Preise für Getränke sind moderater.

Novi Sad und die Vojvodina, die andere Seite Serbiens

Nur eine Autostunde nördlich von Belgrad pflegt Novi Sad eine völlig andere Atmosphäre. Der österreich-ungarische Einfluss prägt die pastellfarbene Architektur der Innenstadt. Die Festung Petrovaradin, auch als Gibraltar an der Donau bekannt, überblickt seit dem 17. Jahrhundert das Flussufer. Die unterirdischen Gänge erstrecken sich über mehr als 16 Kilometer, und die Turmuhr weist eine lokale Besonderheit auf: Der große Zeiger zeigt die Stunden, der kleine die Minuten.

Jedes Jahr im Juli findet in der Festung das EXIT-Festival statt, eines der größten Musikereignisse Europas mit 200 000 Besuchern an vier Tagen. Es entstand im Jahr 2000 als pro-demokratische Studentenbewegung und vereint heute internationale Headliner und aufstrebende Künstler auf mehr als 40 Bühnen.

Sremski Karlovci und die Weingärten der Fruška Gora

Das kleine Städtchen Sremski Karlovci, nur 15 Minuten von Novi Sad entfernt, bildet das weinkulturelle Herz des Landes. In Familienkellern kann man bermet verköstigen, einen für die Region typischen Dessertwein mit Kräutern und Gewürzen. Der Legende nach soll dieser Wein sogar an Bord der Titanic gewesen sein. Der Nationalpark Fruška Gora, der die Stadt umgibt, beherbergt 16 orthodoxe Klöster aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, von denen einige noch heute von Mönchen bewohnt sind.

Mittelalterliche Klöster als spirituelle und künstlerische Schätze

Serbien besitzt einige der schönsten orthodoxen Klöster Europas, die oft in abgelegenen Tälern liegen. Das zum UNESCO-Welterbe zählende Kloster Studenica stammt aus dem 12. Jahrhundert. Seine byzantinischen Fresken gehören zu den am besten erhaltenen auf dem Kontinent. In der St.-Nikolaus-Kirche, der kleinsten des Komplexes, befinden sich die ältesten und bewegendsten Kunstwerke.

Weiter südlich bewahrt Sopoćani Fresken aus dem 13. Jahrhundert von bemerkenswerter Finesse, trotz jahrhundertelanger Vernachlässigung. Das Kloster Manasija, das von elf Wehrtürmen umgeben ist, zeugt von der Zeit, als diese Orte angesichts der osmanischen Invasionen ebenso als Zufluchtsort wie als spirituelles Zentrum dienten.

Tipp vom Experten: Plane für die Besichtigung der Klöster einen eigenen Mietwagen ein. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in diesen Regionen spärlich. Ein Mietwagen kostet etwa 25 bis 40 Euro pro Tag und bietet bei den überschaubaren Distanzen im Land die nötige Freiheit.

Wilde Natur: Schluchten, Berge und tiefe Wälder

Der Canyon des Uvac zählt zu den spektakulärsten Naturschauspielen auf dem Balkan. Der Fluss hat sich tief in den Kalkstein gegraben und spektakuläre Mäander geformt, die von verschiedenen Aussichtspunkten aus sichtbar sind. Gänsegeier, die in der Region erfolgreich wieder angesiedelt wurden, kreisen über den Schluchten. Bei einer Bootsfahrt kann man die steilen Wände aus nächster Nähe bewundern.

Der Nationalpark Tara im Westen des Landes beherbergt die dichtesten Wälder Serbiens und eine Population von Braunbären. Der Aussichtspunkt Banjska Stena überblickt den Perućac-See, der durch einen Staudamm am Fluss Drina entstanden ist. In der Nähe liegt das Dorf Drvengrad, das der Filmemacher Emir Kusturica komplett aus Holz für seinen Film "Das Leben ist ein Wunder" errichten ließ und das heute als ungewöhnliches Freilichtmuseum dient.

Das Eiserne Tor und die spektakuläre Donau

Der Nationalpark Đerdap erstreckt sich dort, wo die Donau die Karpaten durchbricht und die beeindruckendste Schlucht des Flusses bildet. Die Festung Golubac thront seit dem 14. Jahrhundert auf einem Felsvorsprung am Eingang dieser Passage. Sie wurde kürzlich restauriert und gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen der Region. Die archäologische Stätte Lepenski Vir in der Nähe zeugt von einer über 8 000 Jahre alten Zivilisation.

Serbien auf dem Teller: Großzügigkeit und gegrilltes Fleisch

Die serbische Küche ist nichts für kleine Portionen. Sie ist herzhaft, direkt und fleischlastig. ćevapi, kleine gegrillte Röllchen aus Hackfleisch, isst man am besten in einem Fladenbrot namens lepinja, dazu gibt es rohe Zwiebeln und kajmak, eine würzige, dickflüssige Sahne. Jede Stadt hat hier ihr eigenes Geheimrezept.

Die pljeskavica, eine Art riesiger, gewürzter Burger, ist ebenso beliebt. Im Winter köchelt in den Familienküchen stundenlang die sarma, in Sauerkrautblätter gewickeltes Fleisch mit Reis. ajvar, ein Aufstrich aus gegrillten roten Paprika und Auberginen, ist die Standardbeilage zu fast jedem Gericht. In traditionellen Kafanas werden diese Spezialitäten in geselliger Runde serviert, oft begleitet von Live-Musik.

Bei den Getränken regiert der rakija. Dieser Obstbrand ist in Dutzenden Varianten erhältlich: Pflaume, Quitte, Aprikose, Traube oder Honig. Viele Serben brennen ihren Schnaps selbst und teilen ihn nur zu gerne. Der Alkoholgehalt liegt dabei oft über 40 Prozent.

Wann ist die beste Reisezeit für Serbien?

Frühling und Herbst sind ideal, um das Land zu erkunden. Von Mai bis Juni liegen die Temperaturen meist zwischen 20 und 25 Grad, die Tage sind lang und das Leben spielt sich draußen in den Straßencafés ab. September und Oktober tauchen die Nationalparks und Weinberge in ein prächtiges Herbstgewand.

Der Sommer kann sehr heiß werden, besonders in Belgrad, wo das Thermometer im Juli und August regelmäßig über 35 Grad steigt. Dennoch ist dies die lebendigste Zeit für Kulturveranstaltungen wie das EXIT-Festival. Im Winter zieht es Skifahrer in die Berge zum Kopaonik, dem wichtigsten Skigebiet des Landes, während die Naturattraktionen dann weniger zugänglich sind.

Wie kommt man nach Serbien?

Der Flughafen Nikola Tesla in Belgrad wird direkt angeflogen, die Flugzeit beträgt etwa 2h20 bis 2h40. Air Serbia, Air France und easyJet bieten regelmäßige Verbindungen ab Paris an. Der Low-Cost-Anbieter Wizz Air fliegt ab Beauvais. Die Preise schwanken je nach Saison stark: Buche frühzeitig, um zwischen 50 und 200 Euro für Hin- und Rückflug zu zahlen, wobei die Preise im Juli und August deutlich steigen.

EU-Bürger benötigen für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen kein Visum. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass genügt. Serbien ist weder Teil des Schengen-Raums noch der Eurozone: Die Landeswährung ist der serbische Dinar, wobei Bankkarten in Städten fast überall akzeptiert werden.

Wie bewegt man sich in Serbien fort?

Das Busnetz verbindet die wichtigsten Städte effizient. Die Verbindung Belgrade-Novi Sad wird alle 15 bis 30 Minuten bedient und kostet etwa 5 Euro für die 1,5-stündige Fahrt. Mittlerweile gibt es einen Schnellzug, der beide Städte in unter einer Stunde verbindet und bei gleichem Preis mehr Komfort als der Bus bietet.

Um Klöster, Schluchten und Nationalparks zu erkunden, ist ein Mietwagen unverzichtbar. Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut, auf Nebenstrecken ist besonders in den Bergen Vorsicht geboten. Die kyrillische Beschilderung kann anfangs irritieren. Taxis sind sehr günstig: Eine Fahrt von 10 Kilometern in Belgrad kostet selten mehr als 5 Euro.

Die legendäre Zugstrecke Belgrade-Bar, die die Hauptstadt mit der montenegrinischen Küste verbindet, führt über mehr als 450 Kilometer durch spektakuläre Berglandschaften. Die Fahrt dauert etwa 11 Stunden und ist ein Erlebnis für sich, auch wenn der Komfort eher einfach gehalten ist.

Finde die besten Preise für deine Reise nach Serbien

Hotels und Unterkünfte Flüge Mietwagen Maßgeschneiderte Reisen

Top-Fotos der Mitglieder

Serbie
Belgrade

Neueste Bewertungen

Ein beeindruckender Einblick in die serbische Militärgeschichte

Im Herzen der Festung von Belgrad verfügt das Militärmuseum über eine reiche Sammlung an Relikten aus den verschiedenen Kriegen und Konflikten, die Serbien erlebt hat. Es hat mir ein beeindruckendes m…

4 0

Ein absolutes Muss

Die Belgrader Festung liegt im wunderschönen Kalemegdan Park und ist ein Überbleibsel aus dem Mittelalter. Die Stadtmauern, deren Zugang kostenlos ist, bieten herrliche Ausblicke auf die Donau, besond…

4 0

Ein schönes orthodoxes Bauwerk

Das ist eine hübsche orthodoxe Kirche im Tašmajdan-Park, nur einen Katzensprung von der Nationalversammlung entfernt. Sie ist wegen ihrer farbenfrohen Mosaike, ihrer Ikonen sowie des Sarkophags des se…

5 0

Faszinierender Besuch, aber es mangelt an Erklärungen

Das Nationalmuseum am Platz der Republik ist das älteste Museum des Landes. Es beherbergt Kulturgüter aus Belgrad und zeichnet gleichzeitig die Geschichte des Landes nach. Man sollte sich jedoch einen…

4 0

Ein sehr lebendiger zentraler Platz

Das ist ein hübscher und sehr belebter Platz, an dem sich das Nationalmuseum befindet, das man gesehen haben muss, wenn man sich für die Geschichte der Stadt interessiert, sowie das Nationaltheater. I…

4 0