Florenz, das Freilichtmuseum, das niemals schläft
Ein Hauch von frischem Leder liegt in manchen engen Gassen in der Luft, während in der Ferne das Läuten der Glocken des Duomo erklingt. Nur ein paar Meter weiter hämmert ein Handwerker in seiner zum Straßenraum hin offenen Werkstatt Blattgold. Die toskanische Hauptstadt trägt die Renaissance in jedem Stein, doch sie lebt, isst und feiert mit einer ausgesprochen zeitgemäßen Energie.
Florenz: Die Hauptstadt der Kunst und noch viel mehr
Kunst- und Geschichtsbegeisterte finden hier eine Dichte an Meisterwerken, die in Europa ihresgleichen sucht. Auch Weinfreunde kommen voll auf ihre Kosten, denn die gesamte Toskana findet sich hier auf dem Teller wieder. Paare genießen eine romantische Atmosphäre, während Familien abwechslungsreiche und spielerische Entdeckungstouren unternehmen können.
Ideal für:
- Liebhaber von Kunst, Renaissance-Architektur und Geschichte
- Feinschmecker und Anhänger toskanischer Weine
- Paare, die den Sonnenuntergang am Arno erleben möchten
- Fußgänger: Im kompakten Stadtzentrum ist alles bequem zu Fuß erreichbar
Weniger geeignet für:
- Menschenmassen-Meider: Museen und Innenstadt sind im Sommer überlaufen
- Strandfans oder Liebhaber unberührter Natur
- Spontanreisende mit kleinem Budget: Ohne Planung steigen die Kosten schnell an
Das Budget im Griff: Planung ist alles
Achte auf das coperto, das Gedeckgeld, das in den meisten Restaurants mit 2 bis 4 €* pro Person in Rechnung gestellt wird. Es ist in Italien eine völlig übliche und legale Praxis.
| Ausgabenposten | Richtwert |
|---|---|
| Übernachtung Jugendherberge | 25 bis 40 €* |
| Übernachtung 3-Sterne-Hotel, Zentrum | 100 bis 160 €* |
| Kleiner Imbiss | 5 bis 10 €* |
| Essen in der Trattoria | 15 bis 30 €* |
| Eintritt großes Museum | 16 bis 25 €* |
| Tagesbudget Backpacker | 60 bis 90 €* |
| Tagesbudget komfortabel | 130 bis 200 €* |
Wissenswertes vor der Reise
Das historische Zentrum ist sehr kompakt, man durchquert es zu Fuß in etwa dreißig Minuten. Die Stadt ist sicher, doch Taschendiebe sind rund um den Duomo und in den Bussen aktiv. Im Sommer klettern die Temperaturen über 38 Grad, was Besichtigungstouren anstrengend macht.
Das historische Herz: Vom Duomo zur Piazza della Signoria
Das Innere der Kathedrale Santa Maria del Fiore ist beeindruckend, doch der Aufstieg auf die Kuppel von Brunelleschi bleibt das Highlight: 463 Stufen führen zu einem Rundumblick über die Dächer mit ihren roten Ziegeln.
Ein paar Straßen weiter entfaltet die Piazza della Signoria ihr Open-Air-Theater zwischen Statuen und prachtvollen Palästen. Hier zeigt sich die Stadt von ihrer besten Seite, als eine Mischung aus Museum und lebendigem Marktplatz.
Ein Tipp unter Freunden: Buche deinen Aufstieg zum Duomo unbedingt einige Tage im Voraus online, sonst riskierst du endlose Wartezeiten in der prallen Sonne.
Die Ufer des Arno und das Oltrarno-Viertel
Die Ponte Vecchio, die seit die Medici die Schlachter vertrieben haben von Goldschmiedegeschäften gesäumt ist, führt auf die andere Flussseite: das Oltrarno. Dieses Viertel ist handwerklich geprägt und beherbergt Werkstätten für Lederarbeiten, florentinische Mosaike und Vergoldungen, die eine Tradition seit dem 15. Jahrhundert fortführen.
Der Palazzo Pitti und seine Galerien, die in den weitläufigen Giardino di Boboli übergehen, bieten ein Stück Ruhe. Wir halten das Oltrarno für das beste Viertel der Stadt, um zu fairen Preisen zu essen.
Ein Tipp unter Freunden: Steige zum Sonnenuntergang auf die Piazzale Michelangelo. Der Blick auf die beleuchtete Stadt ist jeden Schritt des Aufstiegs wert.
San Lorenzo und die Aromen der Toskana
Das Viertel San Lorenzo pulsiert rund um seine Markthalle. Der Mercato Centrale bietet im ersten Stock eine lebendige Gourmetmeile. Unten serviert der Stand Nerbone den besten Lampredotto der Stadt, ein typisch florentinisches Kuttelsandwich, für etwa 5 €*.
Ganz in der Nähe erinnern die Medici-Kapellen an den Einfluss der mächtigen Mäzenatenfamilie. Die Galerie der Uffizien, etwas weiter entfernt, versammelt die Quintessenz florentinischer Kunst von Botticelli bis Leonardo da Vinci.
Ein Tipp unter Freunden: Die Firenze Card für 85 €* gewährt 72 Stunden lang Zugang zu über 60 Museen und ermöglicht es, Warteschlangen zu umgehen. Sie lohnt sich ab dem vierten großen Museum.
Wo kann man in Florenz essen und trinken?
Bestelle eine Bistecca alla fiorentina, ein dickes, gegrilltes Rindersteak vom Chianina-Rind, das man sich gut teilen kann. Probiere in den Osterien die Ribollita, eine bäuerliche Gemüsesuppe mit altem Brot, oder die Pappa al pomodoro als sommerliche Variante mit Tomaten.
Die Enotheken sind ideal, um den Chianti Classico zu entdecken, dazu gibt es Crostini mit Trüffel oder Geflügelleber. Probiere auch den Aperitivo: Zwischen 19:00 und 21:00 Uhr gibt es oft ein Buffet mit kleinen Speisen zum Preis eines Getränks dazu.
Wie kommt man nach Florenz?
Der Flughafen Peretola liegt nur 6 km vom Zentrum entfernt. Air France, Vueling, easyJet und Transavia bieten Verbindungen an, mit Hin- und Rückflügen ab 80 €*. Die Straßenbahnlinie T2 erreicht das Zentrum in 20 Minuten für 2 €*.
Der oft günstigere Flughafen in Pisa ist in einer Stunde per Zug für 10 €* erreichbar. Der Bahnhof Santa Maria Novella empfängt zudem italienische Hochgeschwindigkeitszüge aus Rom in 1,5 Stunden und aus Mailand in 1 Stunde 40 Minuten .
Wie bewegt man sich in Florenz fort?
Zu Fuß ist man in dieser Stadt am besten unterwegs. Drei Straßenbahnlinien und ein Busnetz ergänzen das Angebot, ein Einzelticket kostet 2 €*.
Vom Auto im Zentrum ist dringend abzuraten: Die ZTL (Zone mit beschränktem Verkehr) wird per Kamera überwacht und jeder nicht autorisierte Wagen wird mit Bußgeldern ab 80 €* belegt. Taxis bieten einen Festpreis von 22 €* vom Flughafen aus an.
Wann ist die beste Reisezeit?
Der Frühling und der frühe Herbst bieten die beste Balance zwischen mildem Wetter und moderaten Besucherzahlen. Der Winter zeigt eine ruhigere Stadt, in der die Hotelpreise um 40 bis 50 Prozent sinken. Vermeide nach Möglichkeit Juli und August, da drückende Hitze und Menschenmassen die Besichtigung mühsam machen.
Florenz zieht die Leute an und leidet gleichzeitig darunter, es ist im Grunde eine echte Museumsstadt (wenn auch ein bisschen weniger als Venedig). Aber es stimmt schon, dass die toskanische Stadt unbestreitbare Vorzüge hat. Die zeitlose Schönheit der Ponte Vecchio und des Duomo sprechen für sich. Der Reichtum der Museen und der romantische Boboli-Garten tragen ebenfalls zum Reiz dieser Stadt bei, die niemanden kalt lässt. Geh einfach mal raus aus den touristischen Vierteln, um die Seele dieser großartigen Stadt zu finden.