Narbonne besuchen: Zwischen römischer Geschichte und mediterranem Lebensgefühl
Narbonne liegt im Département Aude und verbindet eine reiche Geschichte mit mediterranem Urlaubsflair. Als ehemalige Hauptstadt der römischen Provinz Gallien bewahrt die Stadt ihre antiken Wurzeln, bietet aber gleichzeitig ein entspanntes Lebensumfeld, das durch den Kanal, die nahe Küste und die umliegenden Weinberge geprägt ist.
Ein historisches Zentrum mit vielen Facetten
Das Herz von Narbonne erkundest du am besten zu Fuß. In den kleinen Gassen stößt du auf die Via Domitia, ein erhaltenes Stück der antiken Römerstraße. Besonders beeindruckend sind der Palais des Archevêques (Erzbischofspalast) und die Cathédrale Saint-Just-et-Saint-Pasteur, deren Gewölbe über 40 Meter in die Höhe ragen. Wer den Blick über die Dächer schweifen lassen möchte, erklimmt die 162 Stufen des Donjon Gilles Aycelin für ein Panorama über die Stadt.
Der Canal de la Robine: Ein Ort der Ruhe
Der zum UNESCO-Welterbe zählende Canal de la Robine durchquert Narbonne und bildet die Verbindung zwischen dem Canal du Midi und dem Mittelmeer. Die von Platanen gesäumten Wege laden zu Spaziergängen oder Radtouren ein. Ein besonderer Anblick ist der pont des Marchands, eine der wenigen bewohnten Brücken Frankreichs, die sich mit ihren bunten Häusern über das Wasser spannt.
Les Halles: Das kulinarische Zentrum
Die Halles de Narbonne, eine elegante Markthalle aus dem Jahr 1901, sind der ideale Ort, um die lokalen Produkte der Region kennenzulernen. Täglich bieten hier rund 60 Händler frisches Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und regionale Spezialitäten an. Es ist zudem ein beliebter Treffpunkt, um direkt vor Ort eine Kleinigkeit zu essen.
Der Weg zum Meer
Nur etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt Narbonne-Plage. Der breite Sandstrand mit flach abfallendem Wasser ist ideal für Familien. Die Umgebung bietet zudem zahlreiche Wassersportmöglichkeiten sowie Wanderwege im Massif de la Clape, die an die hügelige Landschaft der Weinbaugebiete in der Pfalz erinnern.
Geschmack zwischen Land und Meer
Die Küche von Narbonne ist so vielfältig wie die Region selbst. Zu den lokalen Spezialitäten zählen die tielle narbonnaise, ein herzhafter Kuchen mit würzigem Tintenfisch, und anguille à la gruissanaise, ein Aalgericht mit Tomaten und Kräutern. Abgerundet wird das kulinarische Erlebnis durch die huîtres de Leucate (Austern aus Leucate) und ein Glas muscat de Rivesaltes.
Wo essen?
- Les Grands Buffets (im Viertel Espace Liberté): Ein All-you-can-eat-Konzept, das klassische französische Küche in einem gehobenen Ambiente zelebriert.
- Le Petit Comptoir (Innenstadt): Ein Restaurant, das auf raffinierte Gerichte aus saisonalen und regionalen Zutaten setzt.
- Chez Bebelle (Les Halles): Ein geselliger Ort in der Markthalle, an dem direkt die frischen Produkte vom Markt verarbeitet werden.
- La Table de Lionel Giraud (Viertel La Mayolle): Ein Sterne-Restaurant, das eine gehobene Gastronomie rund um lokale Erzeugnisse bietet.
Wo schlafen?
- Zenitude Hôtel-Résidences Narbonne Centre (Innenstadt): Modernes Apartmenthotel in günstiger Lage nahe dem Bahnhof und den historischen Sehenswürdigkeiten.
- Hôtel Le Mosaïque (Innenstadt): Ein charmantes Haus mit liebevoller Einrichtung und einem ruhigen Innenhof.
- Novotel Narbonne Sud A9/A61 (Viertel La Coupe): Komfortable Unterkunft mit Pool und angeschlossenem Restaurant.
- Château L'Hospitalet Wine Resort Beach & Spa (Massif de la Clape): Ein Luxushotel inmitten der Weinberge, das Entspannung im Spa und Weinverkostungen verbindet.
Wann ist die beste Reisezeit?
Das mediterrane Klima sorgt für heiße Sommer und milde Winter. Die Monate Mai bis September eignen sich am besten, um die Strände zu genießen oder kulturelle Veranstaltungen wie den Festival Trenet im August zu besuchen, der dem in Narbonne geborenen Chansonnier gewidmet ist.
Wie kommt man hin?
Narbonne ist mit dem Zug von Paris (ca. 4,5 Stunden) oder Barcelona (ca. 2 Stunden) per TGV oder Intercités gut erreichbar. Wer mit dem Auto anreist, nutzt die Autobahn A9. Der Flughafen Béziers-Cap d'Agde liegt etwa 45 Minuten entfernt und bietet einige nationale und europäische Verbindungen.
Wie bewegt man sich vor Ort?
Das Stadtzentrum lässt sich bequem zu Fuß erkunden, während ein Busnetz die umliegenden Viertel erschließt. Um die Strände oder die Weinberge in der Umgebung zu entdecken, ist la voiture (das Auto) die praktischste Wahl.
Eine sehr schöne Stadt mit tollen mittelalterlichen und antiken Bauwerken. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum sind gut zu Fuß erreichbar. Es gibt außerdem viele gute Restaurants für jeden Geschmack. Man kann das Wesentliche an einem Tag sehen. Ich empfehle euch auch unbedingt eine Bootsfahrt. Achtung, falls ihr mit dem Zug anreist: Die Strecke zwischen Marseille und Bordeaux ist für häufige Verspätungen bekannt.