Guillestre besuchen
Im Herzen der Hautes-Alpes in der Region Provence-Alpes-Cote-d'Azur genießt Guillestre eine beneidenswerte Lage. Die Stadt liegt eingebettet zwischen zwei Naturparks, dem Ecrins-Nationalpark und dem Queyras-Regionalpark. Reisende kommen hierher, um frische Bergluft zu atmen und das als Stadt der Kunst und Geschichte ausgezeichnete Zentrum zu erkunden.
Naturerlebnisse unter freiem Himmel
Guillestre überzeugt vor allem durch seine beeindruckende Natur, die im Sommer Besucher aus dem gesamten Südosten Frankreichs anzieht. Mit dem GR5 und dem GR58 führen zwei bedeutende Fernwanderwege direkt durch das Stadtgebiet. Für Familien und weniger geübte Wanderer ist der Sentiers des Marmottes eine der Hauptattraktionen. Der nach Natura 2000 zertifizierte Pfad lässt sich hervorragend zwischen Mai und Oktober erwandern. In der Umgebung lebt eine große Murmeltierkolonie, die man mit etwas Glück bestens beobachten kann. Lehrtafeln entlang des Weges erklären das Verhalten und die markanten Pfiffe der Tiere.
Nicht weit entfernt lädt der plan d'eau d'Eygliers im Sommer zum Baden ein. Das Freizeitareal bietet zudem Möglichkeiten zum Picknicken, Angeln, Kajakfahren oder für Ausritte.
Ein weiteres Highlight ist der plan de Phazy. Hier sprudelt eine Thermalquelle mit 28 Grad Celsius aus dem Boden, und das auf einer Höhe von 900 Metern. Der frei zugängliche Ort umfasst vier Becken, deren Wasser heilende Eigenschaften nachgesagt werden. Etwas weiter entfernt, in Reotier, findet sich zudem die erstaunliche Fontaine Petrifiante, eine Kalksinterquelle.
Bemerkenswerte Architektur
Bevor es hinaus in die Natur geht, lohnt ein Spaziergang durch die Gassen von Guillestre. Die Ruelle Sainte-Catherine, die an der Place principale beginnt, besticht durch ihre pastellfarbenen Fassaden aus dem 18. Jahrhundert. Ein Muss ist die eglise Notre-Dame-d'Aquilon aus dem 16. Jahrhundert, die aus dem berühmten rosa Marmor von Guillestre erbaut wurde. Sie ist als historisches Monument eingestuft und beeindruckt mit ihrem romanischen Glockenturm sowie einem gotischen Portal, das von Löwenstatuen gestützt wird. Direkt daneben ist die Kapelle Saint-Sebastien für ihre Trompe-l'oeil-Malereien bekannt. Ein Aufstieg zum fort de Mont-Dauphin, errichtet von Vauban und Teil des Unesco-Welterbes, belohnt mit einem Panoramablick über das gesamte Tal. Die Festungsanlage, die nie eingenommen wurde, lässt sich am besten bei einer Führung erkunden, bei der man die architektonischen Finessen und die Geschichte des Ortes erfährt. Jedes Jahr finden hier zudem verschiedene Feste statt.
Die beste Reisezeit
Die warme Jahreszeit ist ideal für einen Besuch in Guillestre, um die Badeseen und Wanderwege in vollen Zügen zu genießen. Im Winter kann es hier empfindlich kalt werden. Wer mit Kindern reist, sollte den August einplanen, wenn das Festival Potes de Marmots stattfindet. Es bietet ein abwechslungsreiches Programm mit Vorstellungen, Animationen und Workshops für junge Besucher.
Anreise
Die Stadt ist per Zug über den Bahnhof Mont-Dauphin - Guillestre erreichbar. Regionalzüge (TER) stellen die Verbindung von Valence her, das wiederum mit dem TGV aus allen großen französischen Städten gut angebunden ist. Alternativ ist die Anreise mit dem Auto möglich (etwa 2 Stunden 45 Minuten Fahrt von Marseille, 4 Stunden von Nizza).
Guillestre ist ein praktischer Ort, ich fand die Lage in der Nähe des Queyras sehr gut. Die Stadt ist mit ihrer typischen Architektur und der imposanten Kirche bemerkenswert, nehmen Sie sich die Zeit, durch die kleinen Gassen zu schlendern. Mir haben die Vielfalt des Marktes und die Lebendigkeit, die hier an schönen Tagen herrscht, sehr gefallen. Es ist ein wirklich angenehmer Etappenort. Man bleibt allerdings nicht länger als ein paar Nächte dort.