Arzon, dort wo der Golf von Morbihan atmet
Die Gezeitenströmung der Jument schießt mit neun Knoten zwischen den Felsen hindurch. Es ist die zweitstärkste Strömung Europas, die sich hier an der Spitze der presqu'île de Rhuys in den engen Kanal stürzt, der den Atlantik vom golfe du Morbihan trennt. Segler wissen genau, dass man hier nicht zu jeder beliebigen Uhrzeit durchfahren kann. Das hatten auch die ersten Siedler verstanden, die vor 6.000 Jahren auf dem Hügel des Petit Mont einen monumentalen Cairn errichteten, um diesen maritimen Knotenpunkt zu überwachen.Ein Ziel für Liebhaber von Meer und Ruhe
Diese Gemeinde mit ihren 2.000 Einwohnern verwandelt sich im Sommer zwar in einen belebten Badeort, bewahrt sich aber eine deutlich ruhigere Atmosphäre als Quiberon oder Carnac. Du bist hier richtig, wenn du Küstenwanderungen, Bootsausflüge zu den Inseln und lange Abende mit einer Austernplatte direkt am Hafenbecken schätzt. Wer Party und ein turbulentes Nachtleben sucht, ist hier an der falschen Adresse. Der Port du Crouesty ist mit seinen 1.432 Liegeplätzen der größte Yachthafen der Bretagne und bildet das kommerzielle Zentrum. Im Gegensatz dazu hat sich Port-Navalo die Seele eines traditionellen kleinen Hafens bewahrt. Hier legen die Pendlerschiffe nach Belle-Île, Île-aux-Moines oder zur Île d'Arz ab. Dazwischen liegt der Ortskern von Arzon, der sein Leben als bretonisches Dorf abseits der großen Touristenströme führt.Moderates Budget für die südliche Bretagne
Plane für ein Paar in der Hochsommersaison mit 80 bis 130 Euro pro Tag, inklusive Unterkunft. Ein Campingplatz kostet etwa 25 Euro, ein ordentliches Hotelzimmer liegt zwischen 70 und 120 Euro. Eine Meeresfrüchteplatte für zwei Personen schlägt mit 40 bis 70 Euro zu Buche, je nachdem, wo du einkehrst.Der Cairn du Petit Mont: 6.000 Jahre Geschichte mit Blick auf den Ozean
Nur fünfzehn Gehminuten vom Hafen entfernt, thront der Cairn du Petit Mont auf einer 36 Meter hohen Anhöhe über der Bucht von Quiberon. Dieser 60 Meter lange neolithische Grabhügel verbirgt Grabkammern, die mit rätselhaften Gravuren verziert sind. Die Gallo-Römer bauten ihn einst zu einem Tempel um, und 1943 gossen deutsche Soldaten hier einen Bunker hinein. Drei Epochen überlagern sich in diesem einen Hügel aus Trockenmauerwerk. Die Führung dauert etwa 55 Minuten und gewährt Zugang zu den inneren Gängen. Das Panorama von der Aussichtsterrasse reicht bis nach Belle-Île, Houat, Hoëdic und zum Eingang des Golfs. Während der Schulferien werden spezielle Workshops für Kinder angeboten, bei denen sie sich in Töpferkunst oder bei archäologischen Ausgrabungen versuchen können.Tipp vom Einheimischen: Das Kombiticket mit dem Cairn von Gavrinis, der per Boot von Larmor-Baden aus erreichbar ist, erlaubt einen direkten Vergleich zwischen zwei der bedeutendsten Megalith-Bauwerke im Morbihan.
Arzon ist ein Ort voller Charme, vor allem dank seines sehr schönen Hafens, der perfekt angelegt ist und viele einladende Geschäfte und Restaurants bietet.
Man spaziert hier gerne herum, egal ob tagsüber, um das Treiben zu genießen, oder abends für die ruhigere und gemütliche Atmosphäre.
Ein angenehmes, lebendiges und wirklich erholsames Reiseziel.