Veliko Tarnovo besuchen
Als lebendige Stadt im Zentrum von Bulgarien ist Veliko Tarnovo ein hervorragender Ausgangspunkt, um einen umfassenden Eindruck vom Land zu bekommen. Eingebettet zwischen drei Hügeln erinnert die Stadt an ein Amphitheater, deren Häuser sich an den Hängen entlang des Flusses Yantra aneinanderdrängen. Als ehemalige Hauptstadt des bulgarischen Königreichs erlebte sie im Mittelalter ihre Blütezeit. Die alten Befestigungen der Zitadelle auf dem Gipfel des Tsarevets-Bergs bilden die Hauptattraktion der Stadt.
Eine Stadt als Zeugin der bulgarischen Geschichte
Das Gebiet von Veliko Tarnovo ist seit über 7000 Jahren besiedelt! Nach thrakischen Stämmen und römischen Siedlungen wurde die Stadt bei einem slawischen Einfall erstmals zerstört. Im Jahr 1185 befreiten sich die Bulgaren vom Joch des byzantinischen Reiches, wählten Veliko Tarnovo zu ihrer Hauptstadt und erbauten die Zitadelle Tsarevets als Sitz des königlichen Hofes. Die Unabhängigkeit des Königreichs wurde von den Königen Petar und Assen innerhalb der Mauern der Kirche des Heiligen Demetrius ausgerufen. Ein halbes Jahrhundert später ließ Zar Iwan Assen II. die Kirche der 40 Heiligen Märtyrer zur Erinnerung an seinen Sieg bei Klokotnitsa errichten; sie dient heute als Pantheon.
Bei einem Spaziergang entlang der Gurko-Straße im Herzen der Altstadt eröffnen sich fabelhafte Blicke auf die umliegenden Häuser. Die meisten von ihnen entstanden im 19. Jahrhundert, als Bulgarien nach Jahrhunderten der osmanischen Herrschaft seine Unabhängigkeit erklärte. Einige Gebäude spiegeln die Architektur dieser Epoche besonders gut wider: das Gasthaus von Hadzhi Nikoli etwa oder das Sarafkina-Haus, das sich perfekt an das abschüssige Gelände anpasst mit einem Stockwerk zur Straßenseite und vier Stockwerken zur Flussseite.
Eine eigenständige Destination
Im alten Stadtkern lohnt sich ein Bummel über die Samovodskata Charshia, die von kleinen Handwerksläden und Restaurants gesäumt wird. Die Küche spiegelt die kulinarischen Traditionen Bulgariens wider: Auf der Karte stehen reichhaltige Suppen, Gebäck mit Filo-Teig und ein Glas Rakija als Digestif.
Nutze den Aufenthalt in Veliko Tarnovo unbedingt für Ausflüge in die Umgebung! Dort warten historische Stätten wie das nur 7 Kilometer entfernte Verklärungskloster. Auch die kleine Stadt Arbanasi ist einen Besuch wert, deren Kirche der Geburt Christi im Inneren reich mit religiösen Fresken geschmückt ist. Etwas weiter entfernt liegt die archäologische Stätte Nicopolis ad Istrum mit den Ruinen einer römischen Stadt, die Kaiser Trajan im Jahr 106 n. Chr. errichten ließ. Wanderfreunde kommen auf dem markierten Weg durch die Emenski-Schlucht voll auf ihre Kosten.
Die beste Reisezeit
Veliko Tarnovo ist in den Sommermonaten von Juni bis September ideal zu bereisen. Im Sommer wird die Zitadelle abends durch eine Licht- und Tonshow in Szene gesetzt.
Anreise
Von Sofia oder Varna verkehren Züge nach Gorna Oryahovitsa, einer Stadt nur 7 Kilometer von Veliko Tarnovo entfernt. Von dort aus kannst du dir einen Mietwagen nehmen, in einen anderen Zug umsteigen oder den Bus Nr. 10 nutzen. Alternativ bieten zahlreiche Busgesellschaften Direktverbindungen von Sofia nach Veliko Tarnovo an, die rund drei Stunden dauern.
Mittelalterliche Hauptstadt von Bulgarien. Ich fand Tarnowo besser als Sofia. Eine sehr niedliche Stadt an einem Berghang, mit Straßen, die in alle Richtungen verlaufen. Man kann dort nicht viel machen, außer durch die Gassen zu schlendern, von denen aus man manchmal einen sehr schönen Blick auf den Rest der Stadt hat. Es gibt auch eine Kirche auf einem Hügel, die sich lohnt, wegen der schönen Aussicht und der religiösen, aber modernen Gemälde im Inneren. Schaut euch den Kalender an, da es an manchen Abenden eine wunderschöne Ton und Licht Show gibt! Letztendlich lohnen sich nur die Altstadt und Tzarevetz, wenn man nicht lange bleibt.