Philippinen: Die Inselwelt der 7000 Versprechen
Stell dir eine Welt vor, in der jede Insel ihre eigene Geschichte erzählt, kristallklares Wasser verborgene Schätze birgt und die offene Art der Menschen jeden Moment bereichert. Willkommen auf den Philippinen, einem Archipel aus 7000 Inseln zwischen dem Chinesischen Meer und dem Pazifischen Ozean, wo tropisches Asien auf spanisches Kolonialerbe trifft.
Philippinen: Ist das die richtige Reise für dich?
Die Philippinen ziehen vor allem Reisende auf der Suche nach Ursprünglichkeit und Abenteuer an. Wenn du von menschenleeren Stränden, einzigartigen Tauchrevieren und spektakulären Vulkanlandschaften träumst, wirst du hier fündig. Taucher finden ihr Paradies, Wanderer ihre Bergpfade und neugierige Entdecker eine faszinierende, vielschichtige Kultur.
Ein kleiner Hinweis: Reisen auf den Philippinen erfordert Geduld und Flexibilität. Die Distanzen zwischen den Inseln sind oft groß, die Infrastruktur stellenweise einfach, und die Regenzeit von Juni bis Oktober kann Pläne schnell durchkreuzen. Manille, das unvermeidliche Tor zum Land, ist eine laute und mitunter überfordernde Megacity. Doch wer diese Hürden nimmt, wird mit unvergesslichen Erlebnissen belohnt.
Luzon: Zwischen urbanem Chaos und Naturwundern
Manille beeindruckt zunächst durch seine schiere Intensität. Die ausufernde Hauptstadt mit ihren 13 Millionen Einwohnern offenbart ihre Reize jedoch erst bei genauerem Hinsehen. Intramuros, der historische, von Stadtmauern umgebene Bezirk, versetzt dich direkt in die spanische Kolonialzeit. Die Barockkirchen, das Kopfsteinpflaster und das Fort Santiago zeugen von vier Jahrhunderten bewegter Geschichte.
Das echte Inselleben beginnt, sobald man die Hauptstadt hinter sich lässt. Ziel sind die Reisterrassen von Batad, die vor 2000 Jahren von den Ifugao in die Berge gehauen wurden. Diese riesigen Stufen schmiegen sich an die Hänge der Kordilleren und bilden eine beeindruckende Kulisse, die heute zum UNESCO-Welterbe gehört.
Ein kleiner Tipp: Meide Batad am Wochenende. Dann strömen die einheimischen Ausflügler dorthin und die Ruhe des Ortes geht verloren.
Vulkane und Walhaie: Abenteuer in der Natur
Der Berg Pinatubo bietet eine der spektakulärsten Wanderungen des Landes. Der Vulkan, der 1991 durch seinen massiven Ausbruch Schlagzeilen machte, beherbergt heute einen türkisfarbenen Kratersee. Der 14 Kilometer lange Hin- und Rückweg führt durch surreale Landschaften, die von alten Lavaströmen geformt wurden.
Weiter südlich, in Donsol, findet zwischen Februar und Mai ein beeindruckendes Naturschauspiel statt: die Wanderung der Walhaie. Die bis zu 12 Meter langen sanften Riesen ziehen durch flache Gewässer und ermöglichen Schnorchlern eine Begegnung mit dem größten Fisch der Welt.
Palawan: Die letzte wilde Grenze
Palawan ist das Sinnbild für ein tropisches Paradies. Die 650 Kilometer lange Inselprovinz trennt das Chinesische Meer von der Sulu-See und punktet mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt zwischen unberührten Urwäldern und makellosen Korallenriffen.
El Nido, ein einst beschauliches Fischerdorf, dient heute als Ausgangspunkt für das Bacuit-Archipel. Diese Kalksteinfelsen ragen wie natürliche Kathedralen aus dem türkisfarbenen Wasser und verbergen Lagunen, die nur per Kajak erreichbar sind. Jedes Eiland hat seinen ganz eigenen Charakter, von feinen Sandstränden bis hin zu versteckten Meereshöhlen.
Ein kleiner Tipp: Buche deine Bootstouren einen Tag vorher direkt am Hafen von El Nido und nicht über dein Hotel. So sparst du 30 % und kannst dir deine Gruppe besser aussuchen.
Coron: Unterwassergeschichte
Das Archipel von Coron birgt unter der Wasseroberfläche einen der schönsten Schiffsfriedhöfe der Welt. Ein Dutzend japanischer Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg ruht in Tiefen zwischen 10 und 40 Metern und dient heute als farbenprächtiges künstliches Riff. Selbst Anfänger können diese historischen Zeugnisse im glasklaren Wasser des Kayangan-Sees erkunden.
Visayas: Das philippinische Lebensgefühl
Die Zentralregion der Visayas steht für die festliche und gastfreundliche Seele des Landes. Cebu, die zweitgrößte Stadt der Philippinen, verbindet Moderne und Tradition. Doch die wahre Magie verbirgt sich auf den umliegenden Inseln.
Bohol ist berühmt für die Chocolate Hills, 1268 perfekt geformte Hügel, die sich in der Trockenzeit braun färben. Im Schutzgebiet für Tarsiere in Corella lassen sich diese faustgroßen Primaten mit ihren riesigen Augen beobachten. Wer diese nachtaktiven Tiere sehen will, braucht vor allem eines: Ruhe und Geduld.
Siquijor: Die mysteriöse Insel
Oft als Insel der Zauberer bezeichnet, kultiviert Siquijor ihre geheimnisvolle Aura zwischen weißen Sandstränden und dichtem Dschungel. Traditionelle Heiler führen hier noch heute überlieferte Rituale fort, während die Wasserfälle von Cambugahay zum Baden in traumhaft blauem Wasser einladen.
Boracay bleibt trotz seiner zeitweiligen Schließung zur ökologischen Sanierung ein weltweiter Maßstab mit seinem vier Kilometer langen, puderweißen Sandstrand unter Palmen. Dank intensiver Umweltschutzmaßnahmen hat die Insel ihren alten Glanz zurückgewonnen.
Ein kleiner Tipp: Meide Boracay in der Hochsaison von Dezember bis Februar. April bis Mai oder September bis November sind deutlich entspannter.
Kulinarische Fusion: Philippinisches Essen
Die philippinische Küche überrascht mit vielfältigen Einflüssen. Adobo, das Nationalgericht, besteht aus in Essig, Sojasauce und Gewürzen mariniertem Schweine- oder Hühnerfleisch. Lechon, ein am Spieß gebratenes Spanferkel, ist der Star bei großen Festen, während Sinigang, eine saure Suppe mit Tamarinde, an Regentagen wärmt.
Das Angebot an exotischen Früchten ist riesig: von süßen Mangos aus Guimaras über duftende Durian aus Davao bis hin zu Rambutan. Ein Muss ist Halo-Halo, ein Eisdessert aus gesüßten Bohnen, Gelee, zerstoßenem Eis und Kondensmilch, das wie ein Regenbogen im Glas aussieht.
Auf den Nachtmärkten zeigt sich das gesellige Leben bei gegrilltem Fisch, Balut (einem angebrüteten Entenei) und Lumpia (frittierte Frühlingsrollen). Ein San Miguel-Bier ist der ideale Begleiter für diese spontanen Feste am Straßenrand.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Trockenzeit von November bis April bietet mit Temperaturen zwischen 25 und 30°C und wenig Regen die besten Bedingungen. März und April können jedoch besonders in Manille sehr heiß werden, mit Temperaturen nahe der 35°C-Marke.
Der Monsun dauert von Mai bis Oktober, wobei die Regionen unterschiedlich betroffen sind. Im Westen des Archipels (Palawan, westliches Luzon) ist die Regenzeit von Juni bis November, während es im Osten fast ganzjährig regnen kann. Taifune treten vorwiegend zwischen Juli und September auf.
Für Taucher sind die Bedingungen unterschiedlich: Palawan und Boracay sind von November bis Mai ideal, während Bohol und Siquijor am besten zwischen Februar und Juni besucht werden. Die Walhaie in Donsol zeigen sich von Februar bis Mai.
Anreise auf die Philippinen
Es gibt keine Direktflüge von Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Manille. Air France-KLM bietet oft praktische Verbindungen mit Zwischenstopps in Amsterdam und Taipeh an. Auch Emirates, Qatar Airways und Singapore Airlines sind gute Optionen via Dubai, Doha oder Singapur.
Cebu Pacific und Philippines Airlines bedienen Inlandsflüge nach Cebu, Davao, Puerto Princesa (Palawan) und Kalibo (Boracay), sodass du oft nicht zwingend über Manille reisen musst.
Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte von bis zu 30 Tagen kein Visum. Dein Reisepass sollte noch mindestens sechs Monate gültig sein und du musst ein Rück- oder Weiterreiseticket vorzeigen können. Reisende aus Österreich oder der Schweiz prüfen am besten die Bestimmungen für ihre Staatsangehörigkeit.
Unterwegs auf den Philippinen
Fähren sind das Rückgrat des Inseltransports. 2GO Travel betreibt moderne, klimatisierte Schiffe zwischen Manille, Cebu, Bohol und Palawan. Plane für die Strecke Manille, Cebu etwa 22 Stunden ein, nach Puerto Princesa rund 36 Stunden.
Jeepneys, die bunten, aus alten US-Jeeps von 1945 umgebauten Minibusse, sind das lokale Verkehrsmittel schlechthin. Sie sind günstig, aber langsam. Für kurze Strecken nutzt man meist Tricycles (Motorräder mit Beiwagen).
Für weite Strecken zwischen den Inseln ist das Flugzeug am sinnvollsten. Cebu Pacific, Philippines Airlines und PAL Express bieten oft günstige Tarife, wenn man frühzeitig bucht. Ein Flug von Manille nach Puerto Princesa kostet je nach Saison etwa 50 bis 100 Euro.
In Manille sind die Hochbahnen MRT und LRT die effizienteste Art, durch die Stadt zu kommen. Ein Tagesticket kostet 100 PHP (ca. 1,60 Euro) und deckt das gesamte Netz ab. Taxis sind in der Stadt aufgrund des extremen Verkehrs zu Stoßzeiten oft keine gute Wahl.