Besuch in Hiroshima, einer Stadt mit bewegter Geschichte
Hiroshima liegt auf der Insel Honshū und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur sowie die größte Stadt der Region Chūgoku. Weltweit bekannt als erste Stadt, die 1945 einen Atombombenangriff erlitt, hat sich Hiroshima zu einer modernen Metropole gewandelt, in der das Gedenken an die Vergangenheit und eine dynamische Gegenwart eng miteinander verwoben sind.
Für Reisende, die Japan tiefergehend erkunden möchten, bietet Hiroshima eine Reise voller emotionaler Eindrücke und kultureller Einblicke.
Gedenkstätten: Erinnern für die Zukunft
Das historische Zentrum Hiroshimas wird von Orten geprägt, die an die Ereignisse von 1945 erinnern. Im Parc du Mémorial de la Paix befinden sich verschiedene Mahnmale, darunter das Cénotaphe für die Opfer der Bombe und die Flamme de la Paix, die so lange brennen soll, bis die Welt von Atomwaffen befreit ist.
Ganz in der Nähe dokumentiert das Musée du Mémorial de la Paix die verheerenden Auswirkungen der Atombombe und zeigt bewegende Zeugnisse von Überlebenden. Diese Orte laden zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Folgen des Krieges und der Bedeutung des Friedens ein.
Kulturelles Erbe zwischen Tradition und Ästhetik
Jenseits der tragischen Geschichte besitzt Hiroshima ein reiches kulturelles Erbe. Das nach dem Krieg wiederaufgebaute Château d'Hiroshima mit seinen Wassergräben und gepflegten Gärten vermittelt einen guten Eindruck der japanischen Feudalarchitektur.
Der Jardin Shukkei-en aus dem 17. Jahrhundert bietet mit seinen Teichen, eleganten Brücken und verschlungenen Pfaden einen Ruhepol inmitten der Stadt. Nicht weit entfernt liegt die Insel Miyajima, die für ihren sanctuaire Itsukushima und das im Wasser stehende Torii bekannt ist, ein Anblick, der zu den schönsten Landschaften Japans zählt.
Urbanes Leben: Eine Stadt in Bewegung
Hiroshima ist heute eine lebendige Stadt mit einer ausgeprägten Kunstszene. Die Fußgängerzone Hondōri ist das kommerzielle Herz mit zahlreichen Geschäften, Cafés und Restaurants. Kunstinteressierte finden im Musée d'Art Contemporain d'Hiroshima Werke japanischer und internationaler Künstler. Über das Jahr verteilt finden zudem diverse Festivals statt, die von traditioneller Musik bis zu moderner Kunst alles abdecken.
Lokale Gastronomie: Meeresfrüchte und Fleischspezialitäten
Die Küche Hiroshimas ist für ihre unverwechselbaren Gerichte bekannt. Das okonomiyaki, ein herzhafter, auf einer heißen Platte direkt vor den Gästen zubereiteter Pfannkuchen mit Nudeln, Gemüse, Fleisch oder Meeresfrüchten, ist ein absolutes Muss. Auch die huîtres fraîches (frischen Austern) aus der Seto-Inlandsee sind eine lokale Delikatesse, die man gegrillt, frittiert oder roh probieren sollte. Dazu passt ein saké aus einer der regionalen Brauereien.
Wo essen?
- Okonomimura (Stadtteil Naka-ku): Ein Gebäude, in dem sich zahlreiche auf Okonomiyaki spezialisierte Stände unter einem Dach befinden.
- Kanawa (Stadtteil Naka-ku): Ein schwimmendes Restaurant auf dem Fluss Motoyasu, das für seine frischen Austern bekannt ist.
- Hassei (Stadtteil Naka-ku): Ein Familienbetrieb, der traditionelles Okonomiyaki in entspannter Atmosphäre serviert.
- Sushitei Hikarimachi (Stadtteil Higashi-ku): Ein eleganter Ort für Liebhaber von regionalem, frischem Sushi.
Wo übernachten?
- Rihga Royal Hotel Hiroshima (Stadtteil Naka-ku): Ein gehobenes Hotel mit Panoramablick über die Stadt und moderner Ausstattung.
- Hiroshima Washington Hotel (Stadtteil Naka-ku): Zentral gelegen und eine komfortable Wahl zu fairen Preisen.
- Guesthouse Akicafe Inn (Stadtteil Minami-ku): Eine freundliche Herberge in Bahnhofsnähe, ideal für preisbewusste Reisende.
- Hotel Granvia Hiroshima (Stadtteil Minami-ku): Direkt am JR-Bahnhof gelegen, bietet es eine exzellente Verkehrsanbindung und elegante Zimmer.
Wann ist die beste Reisezeit?
Hiroshima hat ein gemäßigtes Klima, wobei der Frühling und der Herbst mit ihrem milden Wetter besonders angenehm für Besichtigungen sind.
Der August ist durch die commémorations autour du 6 août geprägt, an denen mit zahlreichen Zeremonien an den Atombombenabwurf gedacht wird. Wer die Kirschblüte erleben möchte, sollte im April kommen, wenn die Parks der Stadt in zartem Rosa erstrahlen.
Anreise
Von Tokyo aus erreichst du Hiroshima mit dem Shinkansen in etwa vier Stunden für ca. 18.000 JPY (ca. 110 Euro).
Ab Osaka dauert die Fahrt mit dem Shinkansen rund anderthalb Stunden bei Kosten von etwa 10.000 JPY (ca. 60 Euro). Zudem verfügt die Stadt über einen Flughafen, der zahlreiche Inlandsverbindungen anbietet.
Unterwegs in der Stadt
Hiroshima verfügt über ein gut ausgebautes Netz aus Straßenbahnen, Bussen und einer U-Bahn-Linie.
Die Straßenbahnen der Hiroshima Electric Railway (Hiroden) sind besonders praktisch, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erreichen. Stadtbusse decken die Gebiete ab, die nicht an das Tramnetz angeschlossen sind, während die Astram-U-Bahn das Zentrum mit den nördlichen Vororten verbindet. Für eine bequeme Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel lohnt sich der Erwerb der wiederaufladbaren PASPY-Karte.
Auch wenn die Stadt zweifellos von der Geschichte geprägt ist, habe ich eine unglaubliche Atmosphäre erlebt. Zwischen den Friedensbotschaften und der Schönheit der Stadt, die von vielen Flüssen durchzogen wird, dominiert ein Gefühl der Ruhe. Ich bereue es, nicht mehr Zeit dort verbracht zu haben! Ich empfehle euch den Besuch der Burg und einen Abstecher zum Orizuru Tower für eine herrliche Aussicht, besonders bei Sonnenuntergang.