Furnace Creek, der tiefste und heißeste Punkt Nordamerikas
Hier kletterte das Thermometer 1913 auf glühende 56,7 °C, ein weltweiter Rekord, der bis heute Bestand hat. Wenn du hier die Autotür öffnest, schlägt dir ein Luftstrom entgegen, der sich anfühlt wie der Blick in einen Pizzaofen. Und doch leben hier, nur wenige Meter unter dem Meeresspiegel in einem von kargen Bergketten umschlossenen Wüstenbecken, seit Jahrzehnten Menschen.
Furnace Creek ist keine Stadt im herkömmlichen Sinn. Es handelt sich um eine winzige Siedlung mit gerade einmal 24 Einwohnern inmitten des Death Valley, die als Eingangstor und Basislager für eine der extremsten Landschaften unseres Planeten dient.
Ein Reiseziel für dich?
Wenn du weite, menschenleere Landschaften, klaren Nachthimmel frei von Lichtverschmutzung und Szenerien suchst, die eher an einen anderen Planeten erinnern, wirst du begeistert sein. Zudem liegt der Ort perfekt auf der Route, wenn du einen Roadtrip zwischen Las Vegas und Kalifornien planst.
Suchst du hingegen Trubel, eine große Auswahl an Restaurants oder einfach etwas Gesellschaft, wirst du die Stille hier schnell als drückend empfinden. Im Sommer macht die extreme Hitze jede Outdoor-Aktivität zu einem riskanten, teils gefährlichen Unterfangen.
Geeignet für:
- Fotografie-Fans und Liebhaber spektakulärer Wüstenlandschaften
- Roadtrip-Reisende auf dem Weg zwischen Las Vegas und Kalifornien
- Sternenbeobachter (der Nachthimmel gehört zu den dunkelsten der USA)
- Reisende auf der Suche nach absoluter Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit
Ungeeignet für:
- Reisen im Hochsommer (Juni bis September ist die Hitze lebensgefährlich)
- Nachtschwärmer und Feinschmecker auf der Suche nach gastronomischer Vielfalt
- Kleine Budgets (die Preise vor Ort sind durch die Isolation extrem hoch)
- Zu lange Aufenthalte (zwei bis drei Tage reichen völlig aus)
Ein Budget, das durch die Abgeschiedenheit schnell steigt
Da Furnace Creek fast das gesamte Unterkunfts- und Gastronomieangebot des Tals bündelt, zahlst du hier deutlich mehr für vergleichbaren Komfort als sonst irgendwo in Kalifornien.
| Kategorie | Preisspanne |
|---|---|
| Übernachtung auf dem Campingplatz (The Ranch Campground) | 20 bis 40 $ |
| Nacht in einem komfortablen Hotel (The Oasis at Death Valley) | 250 bis 450 $ |
| Schneller Imbiss (Supermarkt, Snack) | 12 bis 20 $ |
| Abendessen im Hotelrestaurant | 30 bis 50 $ |
| Benzin (volltanken, Aufschlag vor Ort) | 60 bis 90 $ |
Unverbindliche Richtwerte, Änderungen vorbehalten
Praktische Realitäten, auf die du dich einstellen solltest
Das Mobilfunknetz ist im gesamten Tal praktisch nicht vorhanden, außer in unmittelbarer Nähe des Ortskerns. Lade dir deine Offline-Karten daher unbedingt herunter, bevor du losfährst. Tankstellen sind Mangelware, also tanke bei jeder Gelegenheit voll, bevor du weiterfährst.
Die extreme Hitze ist kein Spaß. Jedes Jahr bringen sich Touristen in Gefahr, indem sie das Klima unterschätzen. Nimm mindestens 4 Liter Wasser pro Person und Tag mit und meide in den wärmeren Monaten jede Art von Wanderung nach 10:00 Uhr morgens.
Das Death-Valley-Erlebnis ab Furnace Creek
Badwater Basin, der tiefste Punkt der USA
Etwa 30 Minuten südlich der Siedlung liegt dieser ausgetrocknete Salzsee, der -86 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Die rissige Salzkruste erstreckt sich so weit das Auge reicht, und die umliegenden Berge scheinen in der Gluthitze zu schwimmen. Komm am besten früh am Morgen: Das schräge Licht bringt die Bodenstrukturen perfekt zur Geltung und die Temperaturen bleiben erträglich.
Zabriskie Point, der meistfotografierte Sonnenuntergang des Tals
Dieser Aussichtspunkt thront über goldfarbenen, wellenförmigen Badlands, die im Laufe der Zeit durch Erosion geformt wurden. Besonders zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zieht es viele Besucher hierher, wenn die Farben von Ocker zu intensivem Rosa wechseln.
Artist's Drive und Artist's Palette
Diese landschaftlich reizvolle Einbahnstraße schlängelt sich durch Hügel, deren Mineralien das Gestein in Violett-, Grün- und Rosatönen erstrahlen lassen. Für die Fahrt über die Schleife solltest du rund 30 Minuten einplanen, Fotostopps inklusive.
Ein Tipp unter Freunden: Besuche Badwater Basin und Artist's Palette am frühen Morgen und hebe dir den Zabriskie Point für den späten Nachmittag auf. So umgehst du die größte Hitze und genießt jeweils das beste Licht des Tages.
Ein außergewöhnlicher Sternenhimmel
Das Death Valley wurde von DarkSky International als einer der Parks mit dem dunkelsten Nachthimmel in den USA ausgezeichnet. In mondlosen Nächten ist die Milchstraße direkt von der Siedlung aus mit bloßem Auge zu sehen, ohne dass du dafür weit fahren musst.
Wo kannst du in Furnace Creek essen und trinken?
Das Angebot ist überschaubar, für einen so abgelegenen Ort aber völlig in Ordnung. Das Restaurant im The Oasis at Death Valley serviert klassische amerikanische Küche mit einigen von der Wüste inspirierten Gerichten. Wenn du sparen möchtest, deckst du dich im Dorfladen mit Picknickzutaten ein. Die Preise dort sind zwar höher, angesichts der extremen Abgeschiedenheit jedoch verständlich.
Wo übernachtest du in Furnace Creek und Umgebung?
Direkt vor Ort stehen zwei Hauptoptionen zur Auswahl. The Ranch at Death Valley bietet eine unkomplizierte, familienfreundliche Unterkunft mit einem von einer natürlichen Quelle gespeisten Pool. Das The Inn at Death Valley (früher Furnace Creek Inn) setzt dagegen auf historischen Stil und gehobenen Komfort aus den 1920er-Jahren.
Für schmale Budgets bleibt der Campingplatz The Ranch Campground die beste Wahl. Etwa 45 Minuten entfernt bietet die kleine Ortschaft Stovepipe Wells eine günstigere, aber ebenso rustikale Alternative.
Wie kommst du nach Furnace Creek?
Es gibt keine Direktflüge ins Death Valley. Der praktischste Flughafen liegt in Las Vegas, etwa 2,5 Fahrstunden entfernt, mit zahlreichen Verbindungen aus Europa (meist mit Zwischenstopp). Rechnest du ab Deutschland, Österreich oder der Schweiz, variieren die Flugpreise je nach Saison; buche am besten mehrere Monate im Voraus.
Von Los Angeles aus bist du etwa 4,5 Stunden mit dem Auto unterwegs. Ein Mietwagen ist zwingend erforderlich, da keine öffentlichen Verkehrsmittel in die Siedlung fahren.
Wie kommst du in Furnace Creek von A nach B?
Das Auto ist die einzige realistische Möglichkeit, das Tal zu erkunden. Die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten sind lang, oft 20 bis 40 Minuten Fahrt, und es gibt weder Taxis noch einen lokalen Busverkehr.
Sorge für ein zuverlässiges, gut klimatisiertes Fahrzeug und checke vor der Abfahrt den Zustand: Tankstellen sind rar und eine Panne mitten in der Wüste kann rasch gefährlich werden, besonders im Sommer.
Wann ist die beste Reisezeit für Furnace Creek?
Die ideale Reisezeit liegt zwischen November und März, wenn die Tagestemperaturen angenehme 20 bis 25 °C erreichen und Wanderungen sowie Erkundungen Spaß machen. Meide die Monate Juni bis September unbedingt: Die Temperaturen klettern regelmäßig über 45 °C und es kommt jedes Jahr zu Todesfällen durch Hitze.