Nazca besuchen: Zwischen archäologischen Rätseln und Wüstenlandschaften
Nazca liegt im Süden von Peru und fasziniert Reisende vor allem durch die berühmten Linien in der Wüste und ein reiches kulturelles Erbe. Die Kleinstadt wird oft nur als Zwischenstopp betrachtet, doch sie lohnt einen längeren Aufenthalt, um die präkolumbischen Überreste und die karge Umgebung zu erkunden. Wer sich für Geschichte und ungewöhnliche Entdeckungen begeistert, findet hier eine spannende Mischung aus Archäologie und Natur.
Die geheimnisvollen Linien von Nazca
Die Hauptattraktion von Nazca sind zweifellos die berühmten Geoglyphen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Diese gigantischen Figuren, die Tiere, geometrische Formen und menschliche Silhouetten darstellen, geben bis heute Rätsel über ihren Ursprung und ihre Funktion auf. Am besten lassen sie sich bei einem Rundflug über das Gebiet aus der Luft betrachten, was einen beeindruckenden Überblick über diese monumentalen Werke ermöglicht.
Der Friedhof von Chauchilla
Etwa dreißig Kilometer außerhalb der Stadt zeigt der präinkaische Friedhof von Chauchilla jahrhundertealte Mumien. Dank des trockenen Wüstenklimas sind sie in offenen Gräbern konserviert und ausgestellt. Der Ort bietet einen faszinierenden Einblick in die Bestattungsriten der damaligen Zeit, auch wenn die Atmosphäre auf viele Besucher zunächst etwas befremdlich wirken mag.
Die Aquädukte von Cantalloc
Die wenig bekannten Aquädukte von Cantalloc zeugen vom Einfallsreichtum der Nazca-Kultur bei der Wasserwirtschaft. Dieses System aus unterirdischen Kanälen wurde vor mehr als 1.500 Jahren erbaut und ist teilweise bis heute in Betrieb. Bei einem Besuch kannst du die spiralförmigen Steinöffnungen sehen, die dazu dienten, Wasser zu sammeln und für die Bewässerung der umliegenden trockenen Felder zu filtern.
Cahuachi, die ehemalige Zeremonienstadt
Cahuachi war ein bedeutendes religiöses Zentrum der Nazca-Zivilisation. Die etwa zwanzig Kilometer von der Stadt entfernte archäologische Stätte umfasst Lehmpyramiden, die vermutlich für Rituale genutzt wurden. Obwohl nur ein Teil der Strukturen freigelegt wurde, bietet der Ort einen eindrucksvollen Einblick in diese untergegangene Kultur.
Kulinarik mit andinen Einflüssen
Die Gastronomie von Nazca verbindet andine Traditionen mit Einflüssen der Küstenregion. Auf den Speisekarten finden sich Gerichte mit Mais, Kartoffeln und Trockenfleisch. Besonders empfehlenswert ist rocoto relleno, eine mit Fleisch und Käse gefüllte scharfe Paprika.
Als Getränk ist chicha de jora, ein fermentiertes Maisbier, weit verbreitet, das bereits seit präkolumbischer Zeit konsumiert wird.
Wo essen?
- La Encantada (Zentrum): eine beliebte Adresse für Ceviche und diverse peruanische Spezialitäten.
- Rico Pollo (Zentrum): ideal, um das klassische peruanische Brathähnchen mit hausgemachten Pommes frites zu probieren.
- Mom’s Café (Zentrum): ein gemütlicher Ort für hausgemachte Gerichte und lokale Desserts.
- El Portón (in der Nähe der Plaza de Armas): traditionelle Küche mit einer Auswahl an vegetarischen Gerichten.
Wo übernachten?
- Hotel Alegria (Zentrum): ein komfortables Hotel mit Pool und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Casa Hacienda Nasca Oasis (außerhalb): eine ruhige Hacienda mit großem Garten und Pool.
- Nazca Lines Hotel (Zentrum): eine gut gelegene Unterkunft, die für ihren Service und die angenehme Atmosphäre geschätzt wird.
- Hospedaje Yemaya (in der Nähe des Busbahnhofs): eine einfache und preisgünstige Option für Reisende mit kleinerem Budget.
Wann ist die beste Reisezeit?
Das Klima in Nazca ist ganzjährig trocken, mit hohen Temperaturen tagsüber und kühlen Nächten. Die ideale Reisezeit liegt zwischen April und November, wenn es kaum regnet.
Für ein besonderes Erlebnis empfiehlt sich ein Besuch während der Semana Santa (Karwoche) im April, einer Zeit voller lokaler Festlichkeiten.
Wie kommt man hin?
Von Lima aus gibt es mehrere Busunternehmen, die Nazca in etwa 7 Stunden anfahren. Die Preise liegen je nach Komfortklasse zwischen 40 und 100 Soles (ca. 10 bis 25 Euro). Alternativ ist die Anreise per Flug über den Flughafen von Pisco möglich, von wo aus die Weiterreise nach Nazca per Bus oder Taxi erfolgt.
Wie bewegt man sich vor Ort fort?
Taxis und Mototaxis sind die gebräuchlichsten Fortbewegungsmittel innerhalb der Stadt. Für die Besichtigung entfernter archäologischer Stätten sind organisierte Ausflüge oder die Anmietung eines Fahrzeugs mit Fahrer empfehlenswert.
Ich habe Nazca im Jahr 2009 besucht, und anscheinend hat sich der Tourismus dort stark verändert. Der Bus von Ica setzte die Reisenden in Nazca ab, wo sie morgens eine Tour im Kleinflugzeug machten, um die Linien zu überfliegen. Am Nachmittag besuchten sie normalerweise den Friedhof von Chauchilla, eine Nekropole der Nazca-Kultur, wo man besonders erstaunliche Mumien aus der Zeit sehen konnte. Mittlerweile gibt es einen fest gebauten Aussichtsturm und die Flüge mit den Kleinflugzeugen sind extrem teuer.