Algier, die weiße Schöne, die sich nicht auf den ersten Blick offenbart
Der Duft von schwarzem Kaffee und Jasmin liegt in der Morgenluft. In den steilen Gassen der Casbah baut ein Krapfenverkäufer seinen Stand auf, während die Stadt unterhalb erwacht, ausgebreitet zwischen den Hügeln und dem Mittelmeer.
Als Hauptstadt der größten Nation Afrikas fasziniert diese Metropole mit ihren vier Millionen Einwohnern ebenso sehr, wie sie den Besucher fordert. Man nennt sie "die Weiße" wegen ihrer kreideweißen Fassaden, die sich zum Hafen hinunterziehen, oder "die Freudige" aufgrund der ungeschliffenen Energie ihrer Bewohner. Beide Beinamen treffen den Kern.
Ein Reiseziel, das ein wenig Mut erfordert
Eines vorab: Diese Stadt ist nicht auf Massentourismus ausgelegt, und genau das macht ihren Reiz aus. Ausländische Besucher trifft man in den Straßen eher selten. Die touristische Infrastruktur ist im Vergleich zu benachbarten Hauptstädten bescheiden. Doch wer bereit ist, abseits der ausgetretenen Pfade zu wandeln, wird belohnt. Die zum UNESCO-Welterbe zählende Medina, die vergessenen osmanischen Paläste, der herzliche Empfang durch die Algerier und die großzügige Küche machen den Reiz einer echten Entdeckungsreise aus.
Diese Reise eignet sich für geduldige Neugierige, für Liebhaber von Geschichte und Architektur sowie für Reisende, die das Unvorhersehbare einem standardisierten Komfort vorziehen. Wer einen makellosen Hotelservice erwartet oder Schwierigkeiten mit Improvisation hat, könnte enttäuscht werden. Die Visumbeschaffung erfordert etwas Vorlauf, der Stadtverkehr kann chaotisch sein und in manchen Vierteln ist es ratsam, in Begleitung unterwegs zu sein. Seit 2022 erleichtert jedoch ein Visum bei Ankunft die Einreise für Touristen, die über eine zugelassene Agentur buchen.
Ein sehr bezahlbares Reiseziel
Rechnen Sie mit 50 € bis 100 € pro Nacht für ein ordentliches Hotel im Stadtzentrum, während gehobene Häuser wie das Hôtel El Aurassi oder das Hyatt Regency bei etwa 150 € bis 200 € liegen. Ein üppiges Essen in einem traditionellen Restaurant kostet 5 € bis 15 €, Fahrten mit U-Bahn oder Straßenbahn liegen bei unter 0,50 € (ca. 70 DZD). Der Eintritt in Museen ist meist nur symbolisch.
Die Casbah: Die tausendjährige Seele einer Stadt
Dieses Labyrinth aus steilen Gassen, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, bildet das Herzstück der Hauptstadt. Die Medina wurde auf einem Hügel bis auf 120 Meter Höhe erbaut und erstreckt sich über 50 Hektar, wo noch heute 50.000 Menschen leben. Die Place des Martyrs ist der ideale Ausgangspunkt, wo bei Ausgrabungen Überreste aus phönizischer Zeit entdeckt wurden. Die untere Casbah ist am belebtesten und voller Märkte, Handwerksbetriebe und kleiner Garküchen, in denen man für wenige Dinar zu Mittag isst.
Je höher man steigt, desto ruhiger wird es. Die mosquée Jemaa-Kebir, erbaut im Jahr 1097, ist die älteste der Stadt. Auch die mosquée Ketchaoua mit ihren zwei Minaretten und die mosquée Jamaa al-Jdid im osmanischen Stil sind einen Besuch wert. Die Paläste Dar Aziza und Jenina zeugen vom Luxus der Wohnhäuser aus dem 16. Jahrhundert. In den historischen Gassen kommen Sie an dem Haus vorbei, in dem sich die Widerstandskämpfer der Schlacht von Algier 1957 versteckten, das heute als Museum dient.
Tipp vom Experten: Lassen Sie sich bei Ihrem ersten Besuch von einem lokalen Guide begleiten. Die jungen Guides, die im Viertel aufgewachsen sind, kennen jeden Winkel und jede Geschichte. Rechnen Sie mit etwa 1200 Dinar pro Person für einen vier- bis fünfstündigen Rundgang.
Das Stadtzentrum: Französisches Erbe und algerisches Leben
Der moderne Teil der Stadt erstreckt sich unterhalb entlang der Küste. Die Grande Poste ist mit ihrem neomaurischen Stil und den schneeweißen Arkaden das architektonische Wahrzeichen. Gehen Sie einfach hinein, um die Mosaike und Gewölbe zu bewundern. Die rue Didouche Mourad, die ehemalige rue Michelet, ist die Haupteinkaufsstraße, in der sich die Einheimischen zum Kaffee und zum Einkaufen treffen.
Das Viertel Bab El Oued, das durch den algerischen Film berühmt wurde, verkörpert den Geist der einfachen Leute. Die Place des Trois Horloges ist das schlagende Herz des Viertels. Die ausgebaute Uferpromenade lädt zu Spaziergängen am späten Nachmittag ein. Die Konditoreien des Viertels bewahren überlieferte Rezepte: Schoko-Eclairs, Millefeuille, aber auch Ramadan-Süßspeisen wie zlabiya und kalb ellouz.
Auf den Anhöhen: Basilika und Gärten
Die basilique Notre-Dame d'Afrique thront auf einer 124 Meter hohen Klippe über der Bucht. Ihre Architektur erinnert an die Notre-Dame de la Garde in Marseille, was französischen Reisenden vertraut vorkommen dürfte. Der Ausblick auf die Bucht und die Unterstadt ist den Aufstieg wert. Das Viertel Télemly mit seinen Gebäuden aus den 1950er Jahren bietet weitere Panoramaaussichten auf die Metropole.
Der Jardin d'Essai du Hamma, angelegt im Jahr 1832, ist die grüne Lunge der Hauptstadt. Dieser 32 Hektar große botanische Garten beherbergt über 3000 Pflanzenarten. Man kann dort zwischen französischen und englischen Gartenanlagen sowie einem Tierpark flanieren. Direkt daneben zeigt das Musée national des Beaux-Arts über 8000 Werke und ist damit das bedeutendste Kunstmuseum des afrikanischen Kontinents.
Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte
- Das Mémorial du Martyr mit seinem Panoramablick über die Bucht
- Das Musée du Bardo, ein ehemaliger osmanischer Palast, der der Vorgeschichte und Ethnografie gewidmet ist
- Die ruines romaines de Tipaza, 70 km westlich gelegen, für einen Tagesausflug
- Der Hafen und der boulevard Che Guevara entlang der Uferpromenade
Wo kann man in Algier essen und trinken?
Die algerische Küche verbindet berberische, osmanische und mediterrane Einflüsse in herzhaften und aromatischen Gerichten. Die chorba, eine mit Koriander gewürzte Gemüse- und Fleischsuppe, eröffnet traditionell jede Mahlzeit während des Ramadan. Die rechta algéroise, feine Grießnudeln mit Huhn, Rüben und Kichererbsen in einer zart nach Zimt duftenden Soße, zählt zu den wichtigsten Spezialitäten der Hauptstadt.
Couscous gibt es hier in Dutzenden Variationen: mit Gemüse, Trockenfleisch, Saubohnen oder manchmal süß mit Rosinen und Zimt. Boureks, frittierte Röllchen mit Fleisch- oder Käsefüllung, genießt man als Vorspeise oder für zwischendurch. Zum Nachtisch begleiten makroudhs mit Datteln, dziriettes mit Mandeln oder Gazellenhörnchen den Minztee.
Das Restaurant Dar El Sultan, ein ehemaliger Hammam aus dem 18. Jahrhundert, bietet ein authentisches algerisches Ambiente. La Maison du Couscous in der rue Ernest Zeys serviert üppige traditionelle Gerichte für etwa 1500 Dinar. Für eine gehobenere Küche kombiniert das Tantra Restaurant mediterrane und französische Aromen in einem eleganten Dekor.
Wo übernachten in Algier und Umgebung?
Das Viertel Alger-Centre rund um die Grande Poste und die rue Didouche Mourad ist ideal, um alles zu Fuß zu erledigen. Hotels gibt es hier reichlich, vom zweckmäßigen 3-Sterne-Haus wie dem City Hotel bis hin zu luxuriöseren Unterkünften. U-Bahn und Busse sind in diesem Sektor gut angebunden. Es ist die beste Wahl für einen ersten Besuch.
Das Viertel Hydra auf den Anhöhen beherbergt gehobene Wohngegenden und Botschaften. Es ist ruhiger und eignet sich gut für Geschäftsreisende oder Gäste, die Komfort suchen. Für ein intensives Erlebnis bieten einige Pensionen Zimmer direkt in der Casbah an, oft mit Dachterrassen und Blick auf die Bucht. Übernachtungen sind ab 30 € möglich.
Anreise und Fortbewegung in Algier
Direktflüge ab Paris dauern etwa 2 Stunden und 15 Minuten. Air Algérie, Air France und Transavia bieten täglich mehrere Verbindungen an. Die Preise schwanken zwischen 150 € und 300 € für den Hin- und Rückflug in der Nebensaison, können aber im Sommer und während der Feiertage das Doppelte oder Dreifache erreichen. Buchen Sie zwei bis drei Monate im Voraus für die besten Preise. Der Flughafen Houari Boumédiène liegt 20 km außerhalb des Stadtzentrums, die Taxifahrt dauert etwa 30 Minuten.
Vor Ort verbindet die U-Bahn die südlichen Viertel mit dem historischen Zentrum bis zur Station Place des Martyrs vor den Toren der Casbah. Die Straßenbahn bedient den Osten der Agglomeration auf einer Strecke von 23 km. Ein Einzelticket für U-Bahn und Straßenbahn kostet 70 Dinar. Die gelben Taxis sind am praktischsten für gezielte Fahrten, verhandeln Sie den Preis vor Fahrtantritt oder bestehen Sie auf das Taximeter. Mehrere Seilbahnen verbinden die tiefer gelegenen Viertel mit den Anhöhen und bieten spektakuläre Ausblicke.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühling und Herbst bieten die besten Bedingungen: milde Temperaturen zwischen 15°C und 25°C und ein herrliches Licht über der Bucht. Der Sommer kann mit Werten bis zu 35°C im Juli und August drückend heiß sein. Der Winter bleibt mild, kann aber gelegentlich regnerisch ausfallen.
Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Ramadan, wenn Sie tagsüber viel essen möchten, doch diese Zeit bietet auch ein festliches Abendleben und eine ganz besondere Atmosphäre nach Sonnenuntergang.
Hello Mister. Je ne connais d'Alger que la route qui va de l'aéroport à la la Kabylie vers l'est. Mais j'ai de la famille à Alger. Le quartier hyper sécurisé, aux infrastructures modernes et bien entretenues se trouve à une vingtaine de km à l'ouest du centre ville, vers le Club des Pins et Sidi Fridj. Attention toutefois, il faut te renseigner sur l'accessibilité. Les hauts gradés de l'armée et les hauts fonctionnaires y habitent et certaines zones ne sont ouvertes que sur laisser passer. Plus proche du centre et plus accessible, je sais que le quartier de Ben Aknoun est présenté comme calme. Mais je ne sais pas si tu peux y trouver des hôtels. D'ailleurs, c'est un problème le manque d'hôtels : les rares qui existent se permettent de pratiquer des prix abusivement élevés.