Maison de la Baie de Somme: 300 präparierte Vögel und ein Estuar zum Entschlüsseln
Der Kiebitz fixiert dich mit seinem Glasauge. Nur wenige Zentimeter entfernt schimmert sein irisierendes Gefieder unter den Scheinwerfern. Dahinter zeigt ein Diorama die Salzwiesen, in denen er normalerweise nistet. Diese Sammlung von 300 präparierten Vögeln, die ein leidenschaftlicher Taxidermist zusammengetragen hat, bildet das Herzstück eines Informationszentrums in einem ehemaligen Bauernhof der Picardie. Der Geruch von Holz und die gedämpfte Stille in den Räumen bilden einen starken Kontrast zum Wind, der draußen über die Sümpfe fegt.
Warum dieses Naturkundemuseum besuchen?
Die Baie de Somme beherbergt die größte Seehundkolonie Frankreichs. Ihre Wattflächen sind jedes Jahr Ziel für hunderttausende Zugvögel. Doch um dieses komplexe Ökosystem zu verstehen, braucht man Hintergrundwissen. Dieses vom Département de la Somme (Verwaltungsbezirk Somme) betriebene Informationszentrum fungiert seit seiner Gründung als Schlüssel dazu.
Sechs Themenräume zeichnen die geologische Geschichte des Ästuars nach, stellen die dort lebenden Arten vor und erklären die traditionellen Berufe rund um die Bucht. Die akustisch untermalten Dioramen bilden die Landschaften der Küste der Picardie originalgetreu nach, von den Kreidefelsen bis zu den Dünen von Marquenterre.
Ein Rundgang für alle Altersgruppen
Kinder finden sich hier schnell zurecht. Interaktive Elemente, Mikroskope, Touchscreens und eine Werkstatt zum Bau von Lockvögeln ergänzen den Rundgang. Ein virtuelles Quiz konfrontiert sie mit den konkreten Herausforderungen durch die Erosion der Klippen und den steigenden Meeresspiegel. Erwachsene schätzen die Qualität der Nachbildungen und die Dichte der Informationen zu den Migrationszyklen.
Ein eigener Saal ist den Seehunden gewidmet. Filme, Modelle und Infotafeln erläutern ihre Lebensweise, ihre Nahrung und die Gründe für ihr massenhaftes Auftreten im Ästuar. Diese Einführung ist die ideale Vorbereitung auf eine Exkursion, um die Tiere aus sicherer Entfernung in freier Natur zu beobachten.
Der Außenbereich und die Beobachtungshütten
Der Besuch endet nicht an der Gebäudetür. Ein Lehrpfad schlängelt sich durch die rund um den Bauernhof nachgebildeten Sumpfgebiete. Wildenten und Gänse paddeln in den Teichen. In Beobachtungshütten, die mit Ferngläsern ausgestattet sind, lassen sie sich beobachten, ohne dass man sie stört.
Das Gelände bietet zudem Picknicktische für eine Pause. Es ist ein guter Ausgangspunkt für Radtouren zum Hafen von Le Hourdel oder nach Saint-Valery-sur-Somme. Das Label Accueil Vélo garantiert eine für Radfahrer geeignete Infrastruktur.
Geheimtipp: Verbinde den Museumsbesuch mit einer geführten Naturtour. Die Naturführer des Hauses bieten zweistündige Exkursionen an, um Seehunde zu beobachten oder das Schutzgebiet Hable d'Ault zu entdecken. Eine Reservierung ist unter 03 22 26 93 93 erforderlich.
Der Shop: Mehr als nur ein Souvenir
Der Buchladen am Ausgang ist einen Stopp wert. Er bietet eine spezialisierte Auswahl an Werken über Ornithologie, Tierfotografie und die Umwelt der Bucht. Zudem findest du dort lokale Produkte und originelle Artikel, die anderswo kaum zu finden sind.
Dieses Informationszentrum ist ein guter erster Anlaufpunkt, bevor man sich in die Bucht begibt. Es zeigt die verschiedenen Arten, die man dort beobachten kann. Es ist ideal, um mehr über die Robben der Bucht zu erfahren. Der Besuch ist ziemlich schnell erledigt, ich empfehle ihn aber, um alle Infos zu bekommen.