Besuch im Nationalmuseum Soares dos Reis
Das Nationalmuseum Soares dos Reis ist das älteste öffentliche Museum in Portugal. Es befindet sich in Porto und wurde im Jahr 1833 von König D. Pedro IV. gegründet, was eine fast zweihundertjährige Geschichte bedeutet. Ursprünglich bildeten Kunstwerke aus religiösem Besitz den Grundstock der Sammlung, nachdem das Land zwischen 1828 und 1834 einen Bürgerkrieg durchlebt hatte. Das Museum trägt den Namen von António Soares dos Reis, einem der bedeutendsten Bildhauer des Landes.
Ein lohnenswertes Museum in Porto
Seit 1940 ist das Museum im Palácio dos Carrancas untergebracht, der im 18. Jahrhundert als privater Wohnsitz diente. Während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel diente das Gebäude unter anderem als militärisches Hauptquartier für General Soult und später für den Herzog von Wellington. Die Architektur folgt den klassischen Regeln des Ancien Régime mit einer Beletage sowie einem geschlossenen Innenhof, der von einer hohen Mauer umgeben ist. Die hervorragend erhaltenen historischen Räume, insbesondere der Musiksalon und die ehemaligen Speisesäle des Palastes, sind absolut sehenswert.
Ein Überblick über das portugiesische Kulturerbe seit dem 16. Jahrhundert
Das Museum beherbergt eine vielfältige Sammlung der bedeutendsten portugiesischen Künstler. Neben den ikonischen Skulpturen von António Soares dos Reis, wie etwa dem als nationales Kulturgut eingestuften Werk O Desterrado, finden sich hier zahlreiche Arbeiten von Absolventen der Escola Superior de Belas Artes do Porto (Kunsthochschule von Porto). Die Gemäldesammlung umfasst etwa 2500 Exponate vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, darunter Werke von Vertretern des Naturalismus und Realismus wie Silva Porto.
Dieses emblematische Museum von Porto bietet zudem mehrere Abteilungen für angewandte Kunst. Zu sehen sind dort beachtliche Sammlungen von Keramiken, Mobiliar, Schmuck, Glaswaren und Textilien. Einige dieser Objekte zeugen vom indo-portugiesischen Stil, der aus der Zeit stammt, als Portugal den Seeweg nach Asien erschloss.
Ich konnte nicht das gesamte Museum sehen, da es gerade renoviert wird. Ich hatte ohnehin den Eindruck, dass das Museum sein Potenzial nicht voll ausschöpft und eine Auffrischung verdient hätte. Das Gleiche gilt für den Garten, der deutlich besser gestaltet werden könnte.
Trotz allem gibt es ein paar nette Werke zu sehen, oft von lokalen und portugiesischen Künstlern, die international nicht unbedingt bekannt sind. Neben Gemälden werden dort auch Geschirr, Schmuck, Kunsthandwerk und Möbel ausgestellt. Hier und da findet man auch moderne Kreationen, wie diese Metallstatue eines hinkenden Maultiers, das mit Säcken beladen ist. Ich grüble immer noch über die Bedeutung nach :)