Die Kathedrale von Florianópolis: Zeuge von drei Jahrhunderten brasilianischer Geschichte
Auf der Praça XV de Novembro überragt die blassrosa Kathedrale seit 1773 das historische Zentrum von Florianópolis. Das Geläut ihrer deutschen Glocken gibt den Takt für das Leben im Viertel vor. Im Inneren bildet die Kühle der alten Steine einen Kontrast zur tropischen Hitze, während die bunten Glasfenster ein sanftes Licht auf die Holzbänke werfen.
Warum du diese Kathedrale besuchen solltest
Die Kathedrale von Florianópolis, die Nossa Senhora do Desterro (Unsere Liebe Frau der Verbannung) geweiht ist, verkörpert die Geschichte der Stadt seit ihrer Gründung. Die erste Kapelle wurde 1673 von dem Bandeirante Francisco Dias Velho errichtet, dem Gründer der Stadt. Das heutige Bauwerk entstand zwischen 1753 und 1773 und erhielt 1908 mit der Gründung des Bistums den Status einer Kathedrale.
Dieses Gotteshaus hat alle Epochen überdauert: von gewaltsamen Auseinandersetzungen im 17. Jahrhundert über architektonische Umgestaltungen bis hin zu kaiserlichen Zeremonien. Als Patrimoine Historique National (nationales historisches Erbe) eingestuft, bleibt sie das spirituelle und historische Herz der Hauptstadt von Santa Catarina.
Ein monumentales Ensemble, das sich in Schichten offenbart
Die neoklassizistische Architektur des frühen 20. Jahrhunderts
Die große Umgestaltung von 1922, die anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Unabhängigkeit Brasiliens durchgeführt wurde, hat das Erscheinungsbild der Kathedrale grundlegend verändert. Die beiden Türme, die die Hauptfassade flankieren, stammen aus dieser Zeit. Das neoklassizistische Portal verleiht dem Eingang eine ganz besondere Feierlichkeit.
Eine deutsche Uhr thront seit 1897 über dem Giebel und zeigt der ganzen Stadt die Zeit an. Das architektonische Gesamtbild verbindet portugiesische Kolonialeinflüsse mit europäischen Elementen, die im Laufe der Zeit hinzugefügt wurden.
Das größte Glockenspiel Südamerikas
Am 25. November 1922, dem Tag der heiligen Katharina, wurden fünf Glocken aus Deutschland geweiht und in den Türmen installiert. Sie ergänzten zwei ältere Glocken, die Kaiser Dom Pedro II. in den Jahren 1872 und 1896 gestiftet hatte. Das Ensemble wog 5,8 Tonnen und galt damals als das beeindruckendste Glockenspiel Lateinamerikas. Ihr Klang schallt noch heute bei Messen und religiösen Anlässen durch die Stadt.
Schätze der Sakralkunst
Das Innere birgt bemerkenswerte Kunstwerke. Die Skulptur Flucht nach Ägypten, die 1902 geweiht wurde, zeigt die Heilige Familie in Lebensgröße. Der Tiroler Künstler Ferdinand Demetz schnitzte sie aus einem einzigen Zedernholzblock, was eine technische und künstlerische Meisterleistung darstellt.
Die Orgel, die 1924 von der deutschen Manufaktur Speith Orgelbau aus Rietberg gefertigt wurde, verfügt über zwei Manuale, ein Pedal und etwa 1100 Pfeifen. Die bunten Glasfenster, die 1949 in São Paulo hergestellt und eingebaut wurden, tauchen das Kirchenschiff je nach Tageszeit in ein wechselndes Licht.
Die Kathedrale heute besuchen
Die Kathedrale kann außerhalb der Gottesdienste frei und kostenlos besichtigt werden. Plane für einen Rundgang etwa 20 bis 30 Minuten ein. Das Gebäude ist ein idealer Ausgangspunkt, um das historische Zentrum zu erkunden: Der Palácio Cruz e Souza liegt direkt gegenüber, und die Markthalle ist nur wenige Gehminuten entfernt.
Die Atmosphäre ändert sich je nach Tageszeit: Am Morgen sorgen Ruhe und ein flacher Lichteinfall für eine besondere Stimmung auf den rosafarbenen Fassaden, während am Abend die Gottesdienste die Gläubigen in einer Atmosphäre der Andacht zusammenbringen.
Gut zu wissen:
- Kostenloser Eintritt für alle Besucher
- Barrierefrei zugänglich
- Fotografieren außerhalb der Zeremonien erlaubt
- Respektvolle Kleidung empfohlen (Schultern und Knie bedeckt)
- Tägliche Messen für alle, die an einem Gottesdienst teilnehmen möchten
Sie überragt den hübschen, baumbestandenen Platz XV de Novembro. Die pfirsichfarbene Fassade ist mal was anderes. Zum Innenraum kann ich nichts sagen.