Besuch am Piton de la Fournaise: Unser Praxisguide
Im Südosten der Insel gelegen, zählt der Piton de la Fournaise zu den aktivsten Schildvulkanen der Erde. Er bildet die zentrale Naturattraktion von Réunion und ist aufgrund seiner geologischen Bedeutung Teil des UNESCO-Welterbes. Wer den Vulkan besucht, kann vulkanische Formationen in einer bemerkenswert intakten und gut überwachten Umgebung aus nächster Nähe erleben, was den Ausflug gleichermaßen spektakulär wie lehrreich macht.
Warum der Piton de la Fournaise ein Muss ist
Das Besondere an diesem Standort ist seine für einen Vulkan dieser Größenordnung ungewöhnliche Zugänglichkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Riesen der Welt kann man den Rand seiner Hauptcaldera, das Enclos Fouqué, über eine befestigte Straße und einen gut ausgebauten Wanderweg erreichen.
Das Gebiet gleicht einem Freiluftlabor und wird vom Observatoire Volcanologique du Piton de la Fournaise (OVPF) (vulkanologisches Observatorium am Piton de la Fournaise) kontinuierlich erforscht, was ein hohes Maß an Sicherheit für Besucher gewährleistet. Es ist eine seltene Gelegenheit, die Geodynamik zu verstehen und Landschaften zu sehen, die durch jüngste Ausbrüche geformt wurden.
Die Anfahrt: Die Route du Volcan (RF5)
Schon der Weg zum Vulkan ist Teil des Erlebnisses. Die Route du Volcan, auch als RF5 bekannt, verlässt die grüne Umgebung von La Plaine des Cafres und führt in eine zunehmend karge, mineralische Landschaft.
Der entscheidende Punkt ist der Pas des Sables, ein Aussichtspunkt hoch über der Plaine des Sables, einer riesigen Ebene aus vulkanischer Asche, die an eine Wüstenlandschaft erinnert. Danach geht die Straße in eine Piste über, die quer durch diese Ebene bis zum Parkplatz am Pas de Bellecombe-Jacob führt. Dies ist der Ausgangspunkt für Wanderungen und bietet einen direkten Blick auf den Krater Dolomieu.
Die wichtigsten Wanderwege
Zwei Routen sind bei Besuchern besonders beliebt.
- Der Klassiker ist der Aufstieg zum Cratère Dolomieu: Die Wanderung umfasst etwa 12 km hin und zurück und dauert 5 bis 6 Stunden. Der Pfad ist weiß markiert, führt zunächst in das Enclos Fouqué hinab und dann wieder an den Flanken des Zentralkraters hinauf. Der Boden ist uneben und die Tour anstrengend, doch der Ausblick vom Kraterrand ist die Anstrengung wert.
- Für eine kürzere Tour mit der Familie eignet sich der Weg zum Formica Leo, einem kleinen, 222 Jahre alten Vulkankegel. Man benötigt lediglich 30 Minuten für den Hin- und Rückweg und bekommt einen hervorragenden ersten Eindruck von der Landschaft im Enclos.
Informationen zu Eruptionen
Die Ausbrüche am Piton de la Fournaise ereignen sich häufig und verlaufen meist effusiv. Das bedeutet, dass die Lava flüssig austritt, was in der Regel innerhalb der Grenzen des Enclos Fouqué geschieht. Während eines Ausbruchs wird der Zugang zum Enclos aus Sicherheitsgründen per behördlicher Anordnung gesperrt. Dennoch bleibt das Schauspiel der Lavaströme oft nachts vom Pas de Bellecombe oder anderen gesicherten Punkten entlang der Straße aus sichtbar.
Es ist zwingend erforderlich, sich vor jedem Besuch über die aktuellen Bulletins der Präfektur zu informieren, um den Status der Alarmstufe und eventuelle Einschränkungen zu kennen.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Alles gesagt. Mit der typischen Gelassenheit der Réunionnais...
Um dorthin zu gelangen, muss man lange vor der Morgendämmerung aufstehen und zum Pas de Bellecombe fahren. Man wandert im anbrechenden Morgenlicht und in der Kälte. Und plötzlich wirft die Sonne ihre ersten Strahlen und die Umgebung verwandelt sich. Der Piton ragt empor, stolz darauf, so schön und so wild zu sein.
Die weißen Markierungen werden euch wahrscheinlich für den Rückweg leiten, den man für den späten Vormittag einplanen sollte, bevor das Wolkenmeer hereinbricht und euch verschlingt.