Das Casino von Deauville, Palast der normannischen Nächte
Kristallleuchter werfen goldene Reflexe auf den weißen Marmor. Unter einer zwanzig Meter hohen, stuckverzierten Decke mischt sich das Klackern der Jetons mit dem Murmeln gedämpfter Gespräche. Diese prachtvolle Kulisse direkt am Ärmelkanal zieht seit über einem Jahrhundert wohlhabende Spieler, Filmstars und Neugierige an, die einfach eines der schönsten Casinos in Frankreich bestaunen möchten.
Warum das Casino von Deauville besuchen?
Das Haus entstand 1912 auf Initiative von Eugène Cornuché, dem Besitzer des legendären Pariser Maxim's. Der Architekt Georges Wybo, der zuvor bereits die Kaufhäuser Printemps entworfen hatte, gestaltete ein Gebäude, das an das Grand Trianon in Versailles erinnert. Die weiße Fassade mit ihren klassischen Linien und zwei flankierenden Rotunden dominiert mit ihrer ruhigen Eleganz den Strand.
Der Ort hat im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Geschichten geschrieben. Coco Chanel eröffnete 1913 ihre zweite Boutique direkt hinter dem Casino. Marcel Proust ließ sich hier für Passagen seines Werks Auf der Suche nach der verlorenen Zeit inspirieren. Und am 26. Mai 1978 überfiel Jacques Mesrine zusammen mit seinem Komplizen François Besse das Etablissement, was dem Casino eine zweifelhafte Berühmtheit einbrachte, die seinem Ruf jedoch nicht schadete.
Architektur, die vom Luxus à la française erzählt
Der Dekorateur Jacques Garcia gestaltete die Innenräume 1988 grundlegend neu. Sein üppiger Barockstil verwandelte die Spielsäle in echte Schmuckkästchen aus Samt, Gold und Holzvertäfelungen. Die Grand Hall, ein ehemaliger Ballsaal, beherbergt heute die Spielautomaten unter monumentalen Leuchtern. Der Effekt ist beeindruckend, denn man fühlt sich hier eher wie in einer Oper als in einem Casino.
Das Petit Trianon bildet das architektonische Juwel des Ensembles. Dieses italienische Theater mit 400 Plätzen greift die Gestaltungscodes der Oper des Schlosses von Versailles auf. Der Maler Fernand Truffaut gestaltete den Vorhang, der vom ehemaligen Pariser Salle des Ambassadeurs inspiriert ist. An Abenden mit Vorstellungen wirkt die Atmosphäre dort beinahe unwirklich.
Die Spiele und die Atmosphäre in den Sälen
Mehr als 350 Spielautomaten verteilen sich auf das Erdgeschoss, von klassischen Modellen bis zu modernsten Geräten mit Touchscreens. Freunde einer diskreteren Atmosphäre finden sich ab 16:00 oder 19:00 Uhr, je nach Wochentag, in den Sälen für Tischspiele ein. Dort erwarten dich französisches und englisches Roulette, Blackjack, Punto Banco sowie ein Poker Room für Texas Hold'em.
Die Tische ziehen ein gemischtes Publikum an. Erfahrene Spieler in dunklen Anzügen treffen hier auf Touristen, die für einen Abend ihr Glück versuchen wollen. Die Mindesteinsätze bleiben bezahlbar und die Stimmung ist weniger steif, als man vielleicht vermuten würde.
Freundschaftlicher Rat: Der Eintritt ist frei, aber ein Personalausweis ist zwingend erforderlich. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist Pflicht, auch wenn ein Smoking heute nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist. Vermeide Shorts und Flip-Flops, wenn du die klassischen Spielsäle betreten möchtest.
Der Treffpunkt der Filmstars
Jedes Jahr im September findet seit 1975 das Festival du cinéma américain de Deauville (Amerikanisches Filmfestival von Deauville) statt. Die Vorführungen finden im Kino des Casinos statt, während der Salon des Ambassadeurs die Galadinner ausrichtet. Robert De Niro, Clint Eastwood, George Clooney oder Michael Douglas sind schon über diese Böden geschritten. In dieser Zeit wird das Casino zum schlagenden Herzen des Badeortes.
Drei Restaurants laden dazu ein, den Aufenthalt zu verlängern: das Plaza Café mit Brasserie-Atmosphäre in der Nähe der Automaten, Le Cercle für eine raffiniertere Küche im Empire-Stil und Le Brummel mit seinem jazzigen Ambiente. Die O2 Sofa Bar, ebenfalls von Jacques Garcia entworfen, bietet von ihrer 200 Quadratmeter großen Terrasse aus den schönsten Blick auf das Meer.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Auch wenn ich kein großer Fan von Casinos bin, bleibt das Casino von Deauville eine tolle Entdeckung. Die Architektur des Gebäudes ist wunderschön und das Innere ist großartig dekoriert. Ihr könnt problemlos reingehen, ihr braucht nur einen Ausweis und angemessene Kleidung.