Besuch am Triumphbogen
Wenn Bukarest eine besondere Verbindung zur französischen Sprache pflegt, bemerkt man beim Schlendern durch die Straßen schnell, dass nicht nur die Worte den Beinamen Klein Paris rechtfertigen. Wer vor dem Triumphbogen (Arcul de Triumf) steht, erlebt ein Déjà-vu. Dabei erzählt das Bauwerk eine rein rumänische Geschichte. Als Symbol der Großen Vereinigung von 1918 wurde es im Jahr 1922 anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten von Ferdinand I. und Königin Marie eingeweiht. In der Nähe des Parc Herastrau gelegen und von großen Verkehrsachsen wie der chaussée Kiseleff (Kiseleff-Allee) durchzogen, zählt er zu den bemerkenswerten Monumenten der Stadt.
Der Bogen des Sieges und der Einheit
Es ist nicht der erste Triumphbogen, der in der Stadt errichtet wurde. Die Tradition, zu entscheidenden historischen Ereignissen solche Bauwerke zu errichten, prägt die Geschichte von Bukarest, doch alle früheren Konstruktionen waren nur provisorisch. Erst der Sieg des Landes im Ersten Weltkrieg und die Vereinigung der vier Regionen, die das heutige Rumänien bilden, führten zum Bau des Triumphbogens aus Stahlbeton. Unter der Leitung des Architekten Petru Antonescu ragt er 27 m in die Höhe, konzipiert als Durchgang für siegreiche Truppen. Zunächst mit witterungsanfälligen Materialien verziert, erhielt die Fassade erst nach einer Renovierung mit Stein und Marmor ihr heutiges Aussehen. Berühmte Bildhauer schmückten das Bauwerk mit Porträts der ersten Herrscher, während die Gewölbe von den entscheidenden Kämpfen der rumänischen Armee berichten. Das kommunistische Regime beeinträchtigte diese Harmonie, indem es die Abbilder des Königs und der Königin mit riesigen Blumenornamenten überdeckte. Erst nach der Revolution von 1989 erinnerten Bronzereliefs wieder an dieses Kapitel der Geschichte. Als integraler Bestandteil der Architektur, die man in den Steinen lesen kann, ist der Triumphbogen heute kein Abklatsch eines kleinen Paris mehr, sondern ein stolzes Wahrzeichen des großen Bukarest.
Während meines Aufenthalts war er leider eingerüstet... Meine Freundin, die Rumänin ist, hat mir erzählt, dass man ihn unbedingt abends besuchen muss. Es gibt dort nämlich die Tradition, dass bei Hochzeiten die Braut entführt wird und der frischgebackene Ehemann sie gegen ein Lösegeld freikaufen muss. Und traditionell bringt man sie zum Arc de Triomphe! Man kann dort manchmal mehrere Bräute gleichzeitig sehen, das hätte ich wirklich gerne mal miterlebt!