Den Hafen von Livorno besuchen
Im Nordwesten der Toskana, ideal gelegen am Ligurischen Meer, einem Teil des Mittelmeers, ist Livorno eine Stadt, die seit jeher eng mit der Fischerei verbunden ist. Es scheint jedoch lange her zu sein, dass dieser Ort ein bescheidenes Dorf war, das in aller Ruhe die Schätze seiner natürlichen Bucht ausnutzte. Die Medici haben hier ihre Spuren hinterlassen, und seit dem Jahr 1500 hat sich der Hafen von Livorno so stark gewandelt, dass er heute zu den bedeutendsten maritimen Knotenpunkten in Italien zählt. Das Gelände ist in vier Hauptbereiche unterteilt. Jährlich werden dort mehr als 30 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. Reisenden ist der Hafen vor allem als Anlaufstelle für Fähren und Kreuzfahrtschiffe bekannt, die unter anderem aus Korsika, Spanien, Marokko oder Sardinien kommend hier anlegen.
Ein gigantischer Hafen, der niemals schläft
Massengut, Automobile, Getreide, Kupfer, Metalle oder Tiefkühlwaren: Mit seinen 20 Terminals und 90 Kaianlagen, die sich über 12 Kilometer erstrecken, ist der Hafen von Livorno eine gewaltige und ständig in Bewegung befindliche Maschine. Das dort herrschende rege Treiben ist faszinierend zu beobachten. Vom Aquarium bis zur Kanalmündung Richtung Arno unterteilt sich das Hafengebiet in zwei markante Zonen, das Vorhafenbecken, den Porto Vecchio (alter Hafen), sowie die Docks des Bacino Santo Stefano und den Porto Nuevo (neuer Hafen). Letzterer entstand im Jahr 1910, während der Porto Vecchio eng mit den Medici verknüpft ist. Die mächtige Familie sah sich gezwungen, den Hafen von Pisa zu stärken, und ab Beginn des 14. Jahrhunderts begann Livorno seine Wandlung zum Wirtschaftszentrum. Es entstand eine völlig neue Stadt mit modernen Vierteln, Plätzen und Straßen. Doch erst die Einrichtung des Freihafens durch Ferdinand I. de’ Medici besiegelte das Schicksal von Livorno. Es wurden spezielle Gesetze zugunsten von Kaufleuten aller Herkunft erlassen, und noch heute prägt diese kosmopolitische Atmosphäre das Hafenviertel. Ein Ort, den man wegen seiner Leuchttürme, der Stimmung und der intensiven Betriebsamkeit gesehen haben sollte.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Ich war neugierig auf diesen großen italienischen Hafen und das Viertel Venezia Nuova, das angeblich einen Vorgeschmack auf Venedig bieten soll. Ich bin auf dem Rückweg von Florenz dort vorbeigekommen und kann diesen Zwischenstopp nicht empfehlen. Es ist ein Fährhafen ohne echten Charme. Es gibt zwar ein paar sehenswerte Orte, wie zum Beispiel die Fortezza vecchia, aber alles ist zubetoniert. Zum Spazierengehen ist es nicht besonders angenehm. Wenn Sie nach Florenz fahren, nehmen Sie lieber die Strecke über Pisa, um den Schiefen Turm zu bewundern.