Die Hortillonnages von Amiens besuchen
Die Hortillonnages von Amiens sind eine Ansammlung von Gemüsegärten, die von Kanälen durchzogen sind und nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt liegen. Dieses Netzwerk aus Parzellen wird seit Jahrhunderten kultiviert und bietet eine ungewöhnliche, ruhige Umgebung abseits des Alltags.
Die Gärten per Boot entdecken
Die beste Art, die Hortillonnages zu erkunden, ist eine Fahrt mit einem traditionellen flachen Boot, das à cornet genannt wird. Während dieser etwa einstündigen Tour gleitest du langsam über die Kanäle, vorbei an blühenden Inseln und kleinen Anbauflächen in einer friedlichen Atmosphäre. Mehrere Anlegestellen, darunter die bekannteste am port à Fumier (Düngerhafen), bieten diese Touren an.
Spaziergänge und Naturerbe
Wenn du lieber festen Boden unter den Füßen hast, führt ein angelegter Fußweg ab dem parc Saint-Pierre (Saint-Pierre-Park) an einem Teil der Hortillonnages entlang. Dieser Weg ist besonders im Frühling und Sommer beliebt, wenn die Gärten in voller Blüte stehen. Die Hortillonnages beherbergen eine reiche Artenvielfalt mit zahlreichen Vogelarten wie Graureihern oder Stockenten sowie einer abwechslungsreichen Wasserflora.
Traditioneller Markt der Gärtner
Jeden Samstagvormittag bieten die Hortillons, die lokalen Gemüsegärtner, ihre frischen Produkte auf dem quai Bélu im Viertel Saint-Leu an. Dieser authentische Markt, der als Wasser-Markt bekannt ist, führt eine jahrhundertealte Tradition fort. Es ist die Gelegenheit, lokal angebautes Obst und Gemüse zu kaufen und sich mit den Erzeugern auszutauschen, die dieses einzigartige landwirtschaftliche Erbe in Frankreich bewahren.
Wenn man in die Stadt kommt, denkt man an Boulevards, Asphalt, Geschäfte, Passanten, Auspuffgase...
Doch am Quai 54 am Boulevard Beauvillé (eigentlich die Nummer 54...) gibt es eine andere Realität. Eine, die man nicht vermutet.
Ein Ort, an dem die Zeit in eine sanfte Trägheit übergeht.
Dann legt man ab.
Das Plätschern des Wassers beruhigt den Herzschlag. Der Geist verliert sich in den Windungen der schattigen Wasserwege.
Das Licht spielt zwischen den Blättern der Bäume...
Geruch von Humus.
Vogelgezwitscher.
Ein Eintauchen in ein Gemälde von Monet, alle Sinne sind geweckt...
Während man auf dem Wasser dahingleitet, erfährt man von seinem leidenschaftlichen Reiseführer ein bisschen mehr über dieses riesige 300 Hektar große Gebiet und sein Ökosystem.