Besuch im Birmingham Museum and Art Gallery
Das Birmingham Museum and Art Gallery (BMAG), das seit 1885 seine Türen für Besucher öffnet, vereint Museum und Kunstgalerie unter einem Dach. Auf den Gast warten mehr als 40 Ausstellungsbereiche. Die Sammlung deckt ein breites Spektrum ab, das von bildender Kunst, Keramik, Metallarbeiten und Schmuck bis hin zu Naturgeschichte, Archäologie, Ethnografie sowie lokaler und industrieller Geschichte reicht.
Galerien für jeden Geschmack
Besonders bekannt ist das Haus für seine präraffaelitischen Gemälde. Mit rund 2.000 Werken beherbergt die Galerie die weltweit größte öffentliche Sammlung dieser Strömung. Viele lokale Industrielle und Politiker stifteten ihre Kunstwerke, um die Bestände lebender Künstler zu erweitern. Zu sehen sind heute Ölgemälde, Wandteppiche, Zeichnungen, Skizzenbücher, Glasmalereien, Drucke, illustrierte Bücher, Aquarelle, Keramik und diverse Archivdokumente.
Ein eigener Bereich widmet sich dem Staffordshire Hoard, einem einzigartigen angelsächsischen Goldschatz. In der dritten Etage dokumentiert die Birmingham Galerie die Stadtgeschichte anhand einer umfangreichen Sammlung angewandter Kunst und Sozialgeschichte. Topografische Ansichten, Lithografien und Stiche veranschaulichen, wie sich die Stadt während der industriellen Revolution wandelte.
Auch Fans der griechischen, römischen und ägyptischen Antike kommen auf ihre Kosten. Kunstwerke und Alltagsgegenstände spannen einen Bogen über sieben Jahrhunderte europäischer und globaler Kultur. In den Abteilungen für Altertum und Ethnografie sind römische Münzen, antike Fayencen, Figuren, Schmuck, afrikanische Masken, Skulpturen und Musikinstrumente ausgestellt. Da nur wenige Menschen Deutsch sprechen, ist es ratsam, sich auf Englisch zu verständigen.
Diese Werke sollten Sie nicht verpassen:
- The Finding of the Saviour in the Temple von William Holman Hunt
- The Star of Bethlehem von Edward Burne-Jones
- The Last of England von Ford Madox Brown
- Morgan le Fay von Frederick Sandys
- Dante's Dream at the Time of the Death of Beatrice von Dante Gabriel Rossetti
- Medea von Frederick Sandys
Temporäre Ausstellungen
Neben den Dauerausstellungen bietet das Museum abwechslungsreiche Wechselausstellungen. Nach einer fast zweijährigen Schließung aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten wurde der Rundbau neu gestaltet. Dort findet nun die Ausstellung We are Birmingham statt, die das Leben im 21. Jahrhundert widerspiegelt und die Ambitionen der Stadt feiert. Auch der Que Club erhält eine eigene sensorische Ausstellung, die an diesen legendären Veranstaltungsort der Stadt erinnert.
In einem schönen, hellen Gebäude ist dieses Museum eine echte Überraschung. Da es kostenlos und international relativ unbekannt ist, habe ich nicht viel erwartet. Tatsächlich gibt es dort Gemälde und Kunstobjekte aus ganz verschiedenen Kulturen und Epochen. Man kann dort problemlos 2 Stunden verbringen und eine Menge sehen.