Bryggen, die hölzerne Front von Bergen, die sieben Jahrhunderte an Feuern überstand
Bunte Holzfassaden, die sich wie schlecht sortierte Bücher in einem Regal aneinanderlehnen. Der Duft von Stockfisch, der noch immer in der Nähe der alten Kontore in der Luft liegt. Bryggen ist keine touristische Nachbildung: Es ist das älteste Handelsviertel von Bergen, das seit dem Mittelalter an exakt derselben Stelle steht.
Warum die Hafenfront von Bergen besuchen?
Diese Uferfront verdankt ihre Existenz der Hanse, die Bergen ab dem 14. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelsplatz in Nordeuropa machte. Deutsche Kaufleute lagerten und handelten hier mit dem in den umliegenden Fjorden gefangenen Stockfisch, eine Tätigkeit, die fast 400 Jahre lang die gesamte Wirtschaft der Stadt prägte.
Das Gelände brannte mehrfach ab und wurde jedes Mal nach den gleichen historischen Techniken und Plänen wiederaufgebaut. Seit 1979 gehört Bryggen zum UNESCO-Welterbe und ist als eines der letzten authentischen Zeugnisse hansischer Holzarchitektur weltweit anerkannt.
Sich in den Gassen hinter den Fassaden verlieren
Wer vom Hafen kommt, bemerkt sofort die bunten Giebel, die sich zum Wasser hin ausrichten. Doch das Eigentliche verbirgt sich dahinter: ein Labyrinth aus engen Durchgängen, gepflasterten Innenhöfen und Holztreppen, die bei jedem Schritt knarren. Viele Besucher bleiben bei der Fotografie der vordersten Reihe stehen, ohne jemals tiefer in das Viertel einzudringen, was ein Fehler ist.
Diese Hinterhöfe beherbergen heute Handwerksbetriebe, Galerien und kleine Läden, die in Gebäuden untergebracht sind, deren innere Struktur sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das Bryggens Museum und archäologische Funde
Das Bryggens Museum (Bryggen-Museum), das auf archäologischen Fundamenten errichtet wurde, die nach dem Brand von 1955 freigelegt wurden, hilft dabei, den Alltag der hanseatischen Kaufleute zu verstehen. Zu sehen sind dort bei Ausgrabungen gefundene Objekte: Werkzeuge, Keramik und in Holzstäbe geritzte Runeninschriften.
In unmittelbarer Nähe befindet sich das Hanseatisk Museum (Hanseatisches Museum), das eines der alten Kontore belegt und die Atmosphäre der damaligen Wohn- und Geschäftsräume originalgetreu wiedergibt, inklusive der Möbel, die dank des kalten und trockenen Klimas vor Ort erhalten geblieben sind.
Tipp vom Experten: Komm früh am Morgen oder am späten Abend, wenn das Licht flach auf die Holzfassaden fällt und die Gegend am fotogensten ist, während die Kreuzfahrttouristen die Gassen bereits verlassen haben.
Pluspunkte
- Freier und kostenloser Zugang zum gesamten Viertel
- UNESCO-Welterbe mitten in der Innenstadt
- Völlig unterschiedliche Atmosphäre zwischen Tag und Abend
Minuspunkte
- Sehr stark frequentiert während der Kreuzfahrtsaison
- Gassen sind bei Regen rutschig, was in Bergen häufig vorkommt
Öffnungszeiten
Die Uferpromenade von Bergen, zu der auch das historische Viertel Bryggen gehört, ist ein öffentlicher Raum, der jederzeit zugänglich ist. Die Straßen und Kais können rund um die Uhr betreten werden.
Hinweis: Die Geschäfte, Museen und Restaurants entlang der Uferpromenade haben ihre eigenen Öffnungszeiten. Diese liegen in der Regel zwischen 10:00 und 17:00 oder 18:00 Uhr, wobei sie je nach Saison variieren können.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane 2 bis 3 Stunden ein, um durch die engen Gassen von Bryggen zu schlendern und am Hafen entlangzugehen. Rechne mit einem halben Tag, wenn du das Bryggens Museum besuchen oder die Kunsthandwerksläden in Ruhe erkunden möchtest.
*Angaben können sich ändern
Ich empfehle euch, zum Hafen von Bergen zu gehen, um eine Fjordkreuzfahrt zu buchen. Von Bergen aus kann man mehrere spektakuläre Fjorde besuchen. Manche Touren dauern nur ein paar Stunden, andere nehmen den ganzen Tag in Anspruch. Es ist ein wirklich unvergessliches Erlebnis, das atemberaubende Ausblicke bietet.