Besuch des Tokio Tower
Das japanische Gegenstück zum Eiffelturm
Der Tokio Tower befindet sich im Stadtteil Roppongi, der für sein lebhaftes Nachtleben und seine große Expat-Community bekannt ist. Die Konstruktion wurde 1957 von dem Architekten Tachu Naito entworfen. Als architektonisches Vorbild diente der Eiffelturm, den das japanische Bauwerk um 7 Meter überragt. Mit einer Gesamthöhe von 333 Metern zählt der Turm zu den höchsten Stahlkonstruktionen der Welt. Die markante orange-weiße Lackierung dient der Einhaltung internationaler Luftfahrtsicherheitsregeln. Nach Einbruch der Dunkelheit wird das Bauwerk je nach Jahreszeit in warmem Orange oder hellem Weiß beleuchtet.
Eine kühne Konstruktion
Zum Zeitpunkt seiner Errichtung war der Turm das höchste Bauwerk der Stadt. Er wurde primär als Sendemast für das öffentlich-rechtliche Fernsehen konzipiert und so ausgelegt, dass er Erdbeben standhält, die doppelt so stark sind wie das große Beben von 1923, sowie Windgeschwindigkeiten von über 220 km/h. Als Symbol für den Wiederaufbau Japans wurde der Turm auf dem Gelände eines ehemaligen buddhistischen Tempels errichtet. Für den Bau wurden 4000 Tonnen Stahl verarbeitet, wobei ein Drittel davon aus Schrott von US-amerikanischen Panzern stammte, die im Koreakrieg beschädigt worden waren. Rund 400 Arbeiter waren an dem Projekt beteiligt, dessen Bauzeit lediglich 19 Monate betrug. Die 90 Meter hohe Antenne des Turms verbog sich bei dem Erdbeben von 2011 leicht.
Aussichtsplattformen und Spiritualität in der Höhe
Der Turm verfügt über zwei Aussichtsebenen, eine Hauptebene auf 145 Metern und ein spezielles Observatorium auf 250 Metern Höhe. Wichtig zu wissen: Die Aufzüge sind nur an Wochenenden und Feiertagen für Besucher geöffnet. Unter der Woche bleibt nur der Treppenaufstieg über die 660 Stufen zur ersten Plattform. Diese ist auf zwei Ebenen angelegt und beherbergt einen Shinto-Tempel, den höchstgelegenen seiner Art in der japanischen Hauptstadt.
Freizeitangebote am Boden
Direkt am Fuß des Turms befindet sich Foot Town, ein Einkaufszentrum mit einem Restaurant für 400 Gäste sowie einem Souvenirshop. Im Erdgeschoss gibt es ein Aquarium mit 50.000 Meeresbewohnern, während die oberen Etagen Fast-Food-Ketten und einen Freizeitpark beherbergen, der sich der Manga-Serie One Piece widmet. Der Tokio Tower ist heute das siebthöchste Bauwerk der Stadt, da die neuere Skytree Tower fast doppelt so hoch ist.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Als Pariser musste ich natürlich sofort an den Eiffelturm denken, als ich den Tokyo Tower gesehen habe. Der Aufstieg zur Aussichtsplattform ist nett und man hat einen schönen Blick über Tokio, auch wenn die Stadt so riesig ist, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll (irgendwie wie in Paris). Es ist zwar nicht das schönste Bauwerk in Tokio, und erst recht nicht in ganz Japan, aber ich empfehle es trotzdem weiter.