Besuch im Franziskanerkloster von Salvador
Das im historischen Zentrum von Salvador gelegene Franziskanerkloster ist eines der bedeutendsten Zeugnisse portugiesischer Kolonialarchitektur in Brasilien. Es wurde im 17. Jahrhundert vom Franziskanerorden errichtet und beeindruckt durch die opulente Innenausstattung sowie seine enge Verbindung zur Kolonialgeschichte und den religiösen Orden.
Eine schlichte Fassade mit prunkvollem Innenleben
Von außen wirkt das Gebäude mit seiner für franziskanische Bauten typischen Architektur eher zurückhaltend. Doch wer die Türen durchschreitet, findet ein spektakuläres Dekor vor: Wände, die mit blau-weißen Azulejos aus Portugal verkleidet sind, fein geschnitzte und mit Blattgold verzierte Holzarbeiten sowie einen Barockaltar von außergewöhnlichem Reichtum.
Dieser Kontrast zwischen der Nüchternheit der Fassade und der Üppigkeit des Innenraums gehört zu den markantesten Merkmalen der Anlage.
Die Azulejos als Zeugnis portugiesischer Kunst
Die Azulejos, die die Wände des Kreuzgangs schmücken, zählen zu den bemerkenswertesten ihrer Art in Brasilien. Die bemalten Fayence-Fliesen zeigen biblische Szenen und moralische Lehrsätze, die von der antiken Philosophie inspiriert sind. Sie zeugen vom künstlerischen Anspruch der Kolonialzeit und dem kulturellen Einfluss Portugals auf Brasilien.
Ein Symbol der franziskanischen Präsenz
Über seinen ästhetischen Wert hinaus unterstreicht das Kloster die zentrale Rolle des Franziskanerordens bei der Missionierung Brasiliens. Ursprünglich gegründet, um die Ausbreitung des Katholizismus in der Region zu begleiten, fungierte es über Jahrhunderte hinweg als bedeutendes religiöses Zentrum. Auch heute finden hier noch Zeremonien statt, die die spirituelle Tradition des Ortes lebendig halten.
Zahlreiche Räume voller Azulejos und eine komplett goldene Barockkirche.