Besuch der Postkarten-Ikonen von San Francisco
Sie thronen in einer fast schon zu perfekten pastellfarbenen Reihe und trotzen dem berüchtigten Nebel von San Francisco. Mit ihrem Blick auf den sanften Hang des Alamo Square bilden diese weichen Farbtöne auf den viktorianischen Fassaden eines der beständigsten Bilder der Stadt, eine willkommene optische Ruhepause inmitten der hektischen Skyline im Hintergrund.
Warum ist diese Häuserzeile so berühmt?
Diese Häuser sind weit mehr als eine reine Touristenattraktion. Die Painted Ladies genannten Bauten sind ein lebendiges Zeugnis der Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Sie entstanden zwischen 1892 und 1896 und gehören zu den tausenden viktorianischen und edwardianischen Wohngebäuden, die während des durch den Goldrausch ausgelösten Bevölkerungswachstums errichtet wurden.
Während viele der prunkvollen Villen beim großen Erdbeben von 1906 zerstört wurden, überdauerten diese eher bescheidenen Häuser. Der Begriff Painted Ladies verbreitete sich in den 1970er Jahren dank einer Bewegung von Farbkünstlern, die damit begannen, die Fassaden der Stadt neu zu beleben und diese historischen Wohnhäuser in Pop-Ikonen zu verwandeln.
Architektur: ein Fest für die Augen
Der hier vorherrschende Stil ist der Queen Anne, der an seinen üppigen Details erkennbar ist. Jedes Haus in der Reihe hat trotz der ähnlichen Silhouette eine ganz eigene Persönlichkeit. Achte auf die Details, die sie voneinander unterscheiden:
- Die Erkerfenster (bay windows), die das Licht aus jedem Winkel einfangen.
- Die komplexen Giebel und Türmchen, die die Dachlandschaft schmücken.
- Die fein gearbeiteten Holzornamente, von Friesen bis hin zu Geländern.
Erst durch die Verwendung von drei oder mehr Farben kommt dieser architektonische Reichtum richtig zur Geltung und betont jede Kurve und jedes Detail. Dies war kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung der Farbkünstler, um diese Schätze aus der Vergangenheit zu würdigen.
Das perfekte Foto und der Besuch vor Ort
Der klassische Blickpunkt befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Park des Alamo Square. Von dort aus ergibt sich der markante Kontrast zwischen den bunten Häusern im Vordergrund und den Wolkenkratzern des Finanzdistrikts in der Ferne. Der Park selbst ist ein beliebter Treffpunkt, an dem Einheimische ihre Hunde ausführen und Besucher auf dem Rasen entspannen.
Ein Insidertipp: Komm am späten Nachmittag. Das goldene Licht der untergehenden Sonne trifft direkt auf die Fassaden und lässt die Farben förmlich aufleuchten. Das ist mit Abstand die beste Zeit, um das Flair des Ortes einzufangen und das harte Licht der Mittagsstunden zu vermeiden.
Denk bitte daran, dass diese Häuser bewohnt sind. Bewundere sie daher mit gebührendem Abstand vom Gehweg oder dem Park aus. Der Besuch ist ein kontemplativer Moment, um ein Stück perfekt erhaltene Geschichte inmitten einer Stadt zu genießen, die sich ständig neu erfindet.
Abgesehen davon, dass die Häuser wirklich hübsch sind und ihre Architektur unglaublich ist, hat man von dem Park direkt gegenüber einen wunderschönen Ausblick: ein Panorama auf die Painted Ladies und die Gebäude von San Francisco, das ist wirklich herrlich! Das ganze Viertel ist wirklich schön zu erkunden, mit einem Haus, das noch beeindruckender ist als das nächste. Da ich zur Halloween-Zeit dort war, waren die Dekorationen einfach unglaublich!