Besuch im Musée du quai Branly
In Paris, direkt am Ufer der Seine, liegt das Musée du quai Branly. Ursprünglich als Museum für außereuropäische Zivilisationen konzipiert, trägt es seit 2016 den Namen des ehemaligen Präsidenten Jacques Chirac, der das Projekt maßgeblich initiierte.
Geschichte
Auf dem heutigen Gelände befand sich 1852 das Garde meuble national (staatliche Möbelverwaltung), später diente der Ort als Handwerkszentrum während der Weltausstellung von 1937.
Das Areal war Teil der großen Bauvorhaben unter François Mitterrand und sollte ursprünglich ein riesiges internationales Kongresszentrum beherbergen. Die Anwohner und die Stadtverwaltung leisteten jedoch erbitterten Widerstand. Schließlich wurde das Projekt 1994 von der Regierung Balladur verworfen.
Auf Initiative von Jacques Kerchache, einem Experten für indigene Kunst, der sein Anliegen bei dem bereits kunstbegeisterten Präsidenten vorbrachte, eröffnete zunächst der Louvre eine eigene Abteilung für diese Kunstwerke. Nur 4 Jahre später, im Jahr 1999, wurde ein Architekturwettbewerb für einen eigenständigen Standort ausgeschrieben. Der Entwurf von Jean Nouvel setzte sich durch, wobei er besonders Wert darauf legte, die Grünflächen auf 17.500 m² auszuweiten.
Das Museum öffnete seine Pforten für die Öffentlichkeit am 23. Juni 2006.
Das Musée du quai Branly, Jacques Chirac
Mit jährlich zwischen 1 Million und 1,5 Millionen Besuchern zählt das Haus zu den am stärksten frequentierten Museen für indigene Kunst weltweit.
In den Nebengebäuden finden sich eine Buchhandlung, eine Mediathek sowie ein Theater, das bei Bedarf als Konzertsaal oder Kino genutzt werden kann.
Der weitläufige Garten, entworfen von Gilles Clément, umfasst mehr als 70.000 Farne, Bäume und Sträucher, ergänzt durch Terrassen und Wasserbecken.
Die umfangreichen Sammlungen des Museums umfassen über 1,3 Millionen Objekte. Die Mediathek stellt zudem mehr als 300.000 Dokumente zur freien Verfügung.
Es ist ein in seiner Art einzigartiges Museum, sowohl für Kenner der indigenen Kunst als auch für Besucher, die sich ihr erstmals nähern möchten.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Auch wenn dieses Museum weniger bekannt ist als manche großen Pariser Museen, ist es wirklich sehr interessant. Die Sammlungen sind reichhaltig und abwechslungsreich und erstrecken sich über verschiedene Ebenen. Die Sammlungen sind nach Ländern sortiert und lassen einen wirklich auf Reisen gehen. Es gibt oft wechselnde Dauerausstellungen, was super ist.