Besuch auf dem Père-Lachaise-Friedhof: Stille, Geschichte und Poesie
Im 20. Arrondissement von Paris erstreckt sich der Père-Lachaise-Friedhof über mehr als 40 Hektar. Er ist eine eigenwillige Mischung aus einem Ort der Stille, einem Park für Spaziergänge und einem historischen Archiv. Jedes Jahr kommen Besucher aus der ganzen Welt hierher, angezogen von den berühmten Grabstätten und der besonderen Stimmung, die diesen Ort umgibt.
Eine Stadt in der Stadt
Der Père-Lachaise wurde im Jahr 1804 eröffnet und wirkt heute eher wie ein ruhiges Viertel als wie eine herkömmliche Begräbnisstätte. Die gepflasterten Wege, kleinen Treppen und schattigen Ecken vermitteln den Eindruck, durch einen romantischen Garten zu wandeln, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Man bewegt sich vorbei an tausenden Gräbern, Mausoleen und Kapellen, die von schlicht bis prunkvoll gestaltet sind und oft von Efeu oder Moos bewachsen werden. Das Gelände ist weitläufig und verwinkelt, weshalb es sich empfiehlt, am Eingang einen Lageplan mitzunehmen.
Berühmte Persönlichkeiten
Der Ruf des Friedhofs gründet vor allem auf den Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben. Zu den meistbesuchten Orten zählen das Grab von Jim Morrison, das oft von Fans geschmückt wird, die schlichte und berührende Ruhestätte von Édith Piaf oder das Grab von Oscar Wilde, das früher von zahllosen Kussabdrücken bedeckt war. Auch die Namen von Chopin, Molière, Colette, Proust oder Delacroix finden sich hier. Jedes Grab erzählt seine eigene Geschichte, die oft hinter der Bekanntheit der Verstorbenen zurücktritt und doch meist sehr nahbar oder überraschend ist.
Ein Ort zum Innehalten
Abseits seines ursprünglichen Zwecks wird der Père-Lachaise für seine Ruhe geschätzt. Botanisch Interessierte entdecken hier seltene Baumarten, alte Kastanien oder hundertjährige Zypressen. Das Gelände steht unter Denkmalschutz und bietet von den Anhöhen aus punktuell freie Blicke auf Paris. Zudem finden sich zahlreiche Gedenkstätten, etwa für Deportierte oder die Kämpfer der Pariser Kommune. Ob man den Friedhof auf eigene Faust erkundet oder begleitet von einem Stadtführer besucht, hängt ganz von den eigenen Interessen ab.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Das Spannende am Friedhof Père-Lachaise ist die Anzahl der Kuriositäten und Geschichten, die mit seinen Grabstätten verbunden sind. Zwischen den Gräbern berühmter Persönlichkeiten, den Legenden (wie die, die von der Existenz von Vampirgräbern erzählt...) und den Kuriositäten (wie zum Beispiel die etwas anzügliche Tradition rund um die Liegefigur von Victor Noir)... Ein Besuch reicht nicht aus, um jeden halbwegs neugierigen Menschen zufriedenzustellen. Um die Geheimnisse des Friedhofs zu entdecken, zögern Sie nicht, einen Führer zu buchen, das lohnt sich absolut!