Das Umeda Sky Building, wenn Osaka den Himmel berührt
Der Wind weht dir in 173 Metern Höhe um die Ohren. Unter dir breitet sich Osaka bis zum Horizont aus, ohne dass eine Glasscheibe den Blick trübt. Das Dach der Kuchu Teien Observatory (Himmelsgarten-Observatorium) ist eine der wenigen Aussichtsplattformen in Japan, die komplett unter freiem Himmel liegen. Es ist dieses direkte, fast schwerelose Gefühl, das das Umeda Sky Building von allen anderen Aussichtspunkten der Stadt abhebt.
Warum das Umeda Sky Building besuchen?
Das 40-stöckige Doppelturm-Gebäude wurde vom Architekten Hiroshi Hara entworfen und 1993 fertiggestellt. Es war als Herzstück eines futuristischen Viertels namens Shin Umeda City geplant. Ursprünglich sollten vier Türme miteinander verbunden werden, doch durch die wirtschaftlichen Einschränkungen nach dem Platzen der Immobilienblase blieb es bei zwei.
Das Ergebnis ist dennoch beeindruckend. Im Jahr 2008 zählte die britische Zeitung The Times das Gebäude zu den 20 bemerkenswertesten Bauwerken der Welt, in einer Reihe mit dem Taj Mahal und der Sagrada Família.
Das Gebäude zieht jährlich rund 2,5 Millionen Besucher an. Die Architektur, die offene Aussichtsplattform und das nostalgische Untergeschoss machen den Besuch zu einer facettenreichen Erfahrung, die weit über das bloße Stadtpanorama hinausgeht.
Der Aufstieg: ein Spektakel für sich
Das Erlebnis beginnt bereits im 3. Stock, dem Startpunkt zum Gipfel. Ein gläserner Aufzug befördert dich bis in den 35. Stock. Dort verbindet eine freischwebende, transparente Rolltreppe die beiden Türme zwischen dem 35. und 39. Stock. Die röhrenförmige Konstruktion aus Glas schwebt förmlich über einem zentralen Abgrund und bietet einen direkten Blick in die Tiefe. Wer nicht schwindelfrei ist, hält sich besser am Geländer fest, alle anderen zücken ihre Kamera.
Im 39. Stock befindet sich der Ticketschalter für die oberen Ebenen und das Dach. Der 40. Stock beherbergt einen verglasten Innenbereich mit dem Cafe SKY 40. Hier kannst du vor einem 35 Meter langen Glastresen einen frisch gerösteten Kaffee genießen. Die verspiegelte Decke erzeugt einen schwindelerregenden Effekt, den viele Besucher für ihre Selfies nutzen.
Das Dach und der Lumi Sky Walk
Der 360 Grad Ausblick
Das kreisrunde Dach ist völlig offen und bietet einen ungestörten Rundumblick über Osaka. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis ins Rokko-Gebirge im Westen, zur Bucht von Osaka im Süden und zu den Gipfeln des Mont Ikoma im Osten. Der Boden ist mit phosphoreszierenden Steinen besetzt, die nach Einbruch der Dunkelheit unter Schwarzlicht leuchten und den Rundweg in eine Milchstraße unter deinen Füßen verwandeln.
Der Sonnenuntergang als Highlight
Kenner wissen Bescheid: Die beste Zeit ist etwa 30 bis 45 Minuten vor Sonnenuntergang. Der Himmel färbt sich tiefblau, die Lichter der Stadt gehen nach und nach an und der Übergang zwischen Tag und Nacht vereint das Beste beider Welten. Die Japaner nennen diesen Moment die magic hour. Wer früh kommt, sichert sich besonders am Wochenende einen Platz direkt am Geländer.
Tipp vom Experten: Hüte und Regenschirme sind auf dem Dach wegen des Winds verboten. Pack dir auch im Sommer eine zusätzliche Schicht ein, denn die Brise in dieser Höhe ist oft kühler als erwartet. Der Osaka e-Pass bietet freien Eintritt vor 15:00 Uhr und danach einen Rabatt von 10 Prozent, was ihn zu einer guten Wahl macht, um die Kosten des Passes schnell wieder einzuspielen.
Takimi Koji: eine Zeitreise im Untergeschoss
Unter den Türmen wartet eine völlig andere Welt. Takimi Koji ist eine unterirdische Straße, die mit viel Liebe zum Detail eine Gasse in Osaka aus den 1920er und 1930er Jahren nachbildet: unebenes Kopfsteinpflaster, Ziegeldächer, gedimmte Laternen, alte Werbeplakate, runde Briefkästen und sogar ein Midget-Dreirad in einer Ecke. Rund zwanzig Restaurants reihen sich an diesen schmalen Wegen und servieren lokale Spezialitäten wie kushikatsu, okonomiyaki oder katsudon.
Der Ort spielt seine Stärken besonders am Abend aus, wenn die Beleuchtung und alte japanische Musik die Atmosphäre unterstreichen. Es ist die perfekte Ergänzung zum Besuch der Aussichtsplattform, und der Zugang ist kostenlos.
Das Museum und die Gärten
Im 27. Stock des Westturms zeigt das Koji Kinutani Tenku Art Museum die Werke des japanischen Malers Koji Kinutani durch 3D-Installationen und Virtual Reality. Ein Kombiticket mit der Aussichtsplattform spart dir 500 JPY.
Am Fuß der Türme bilden die Shin Satoyama-Gärten eine japanische Kulturlandschaft mit Miniatur-Reisfeldern, Gemüsegärten und schattigen Wegen nach. Der Kontrast zwischen diesem Stück Natur und den futuristischen Linien des Gebäudes fasst Haras Absicht gut zusammen: das Zusammenleben von dichter Stadt und pflanzlicher Ruhe.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Wunderschönes Gebäude, ein toller Moment trotz meiner Höhenangst!
Vom Times zu einem der schönsten Türme der Welt gekürt, man versteht warum. Teilweise kostenlos (bis zum 40. Stock, glaube ich).