Ein Pionier des französischen E-Tourismus
Die Geburt eines neuartigen Konzepts
Die Geschichte von Bourse des Vols beginnt im Februar 1997, als Fabrice Dariot den Dienst 3615 Bourse des Vols über Minitel an den Start bringt. Der junge Absolvent des Pariser Instituts für Statistik und des Instituts der französischen Aktuare ist zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 35 Jahre alt.
Sein Konzept ist für die damalige Zeit revolutionär: Es ermöglicht Reisenden, die Preise von Flugtickets direkt von zu Hause aus zu vergleichen. In einer Tourismusbranche, die damals noch stark von klassischen Reisebüros dominiert wird, trifft diese Innovation einen Nerv der Verbraucher.
Ein sofortiger Erfolg auf Minitel
Der Erfolg lässt nicht auf sich warten. Bereits 1998 rangiert der Dienst 3615 Bourse des Vols unter den drei meistgenutzten Minitel-Diensten in Frankreich.
1999 erweitert das Unternehmen sein Geschäft durch die Gründung von Bourse des Voyages. Fortan umfasst das Angebot neben reinen Flugtickets auch Pauschalreisen. Diese doppelte strategische Ausrichtung bildet bis heute das Fundament seiner Positionierung.
Der Sprung ins Internet
Die Firma Viaticum, die juristische Struktur des Unternehmens, antizipiert die digitale Revolution frühzeitig. Im Februar 2000 geht die Website bdv.fr online, womit das Unternehmen zu den ersten französischen E-Tourismus-Akteuren gehört, die den Weg ins Web wagen.
Schon 2001 zählt das Portal zu den zehn wichtigsten Online-Reiseplattformen des Landes. Der Übergang von Minitel zum Internet verläuft erfolgreich.
Bekannte Innovationskraft
Strategische Partnerschaften
In seiner gesamten Geschichte zeichnet sich Bourse des Vols dadurch aus, dass es technologische Trends der Branche frühzeitig erkennt. Im Jahr 2002 schließt das Unternehmen strategische Partnerschaften mit wichtigen Akteuren wie Go Voyages und wird deren wichtigster Online-Vertriebspartner.
Das Jahr 2003 bringt mit Verträgen mit rund dreißig Reiseveranstaltern einen Wendepunkt. Der Umsatz erreicht damals 11 Millionen Euro. Im selben Jahr erwirkt Viaticum vor dem Berufungsgericht von Versailles eine Verurteilung von Google wegen Markenrechtsverletzung.
Pionier der Geolokalisierung
2006 setzt die Agentur auf eine Strategie der Nischenentwicklung und startet zehn Micro-Websites, die gezielt Direktflüge ab zehn französischen Provinzen anbieten.
Nur ein Jahr später, 2007, integriert Bourse des Vols als erstes Online-Reisebüro überhaupt die Geolokalisierung. Die angezeigten Angebote passen sich seither an den Standort an, von dem aus der Nutzer die Seite aufruft.
Künstliche Intelligenz und finanzielle Anerkennung
Im ersten Halbjahr 2023 arbeitet das Unternehmen in jüngerer Vergangenheit eng mit französischen Forschungseinrichtungen zusammen. Ziel ist die Entwicklung von Prototypen für touristische Dienste auf Basis künstlicher Intelligenz.
2017 verleiht die Banque de France dem Unternehmen die Bonitätseinstufung H4. Diese Zertifizierung bestätigt die Fähigkeit, finanziellen Verpflichtungen über einen Zeitraum von drei Jahren nachzukommen. Im selben Jahr verzeichnet Bourse des Vols sein 19. profitables Geschäftsjahr in Folge.
Ein umfassendes Reiseangebot
Ein weltweites Flugnetzwerk
Bourse des Vols positioniert sich als Anbieter mit dem Anspruch auf Vollständigkeit im Bereich des Flugverkehrs. Die Plattform greift auf ausgefeilte Suchalgorithmen zurück, die eine riesige Datenbank abfragen.
Diese umfasst rund 500 Fluggesellschaften und 1.200 Flughäfen weltweit. Dieser technische Ansatz zielt darauf ab, Reisenden unabhängig von Ziel und Reisezeit die wettbewerbsfähigsten Tarife auf dem Markt anzubieten.
Das Portfolio deckt sowohl große internationale Airlines als auch Regionalfluggesellschaften und Billigflieger ab. Diese Vielfalt gehört zu den großen Stärken der Plattform.
Pauschalreisen und redaktionelle Inhalte
Neben dem Verkauf reiner Flugtickets bietet das Angebot von Bourse des Voyages auch komplexere Produkte an. Rundreisen, Badeurlaube, Kreuzfahrten und Ferienwohnungen runden das umfangreiche Sortiment ab.
Für diesen Bereich arbeitet das Unternehmen mit über fünfzig namhaften Reiseveranstaltern zusammen. Der 2014 gestartete offizielle Blog ergänzt das Angebot durch nützliche Ratschläge, Empfehlungen und Informationen für Reisende.
Deutliches Umsatzwachstum
Zwischen 2003 und 2011 kletterte der Umsatz des Unternehmens von 11 auf 56 Millionen Euro, was in diesem Zeitraum ein starkes Wachstum belegt.
Ein Wendepunkt durch Insolvenz und Übernahme
Die Anforderungen der IATA
Im Juli 2023 fordert die Internationale Flug-Transport-Vereinigung IATA von Viaticum innerhalb von 30 Tagen eine Bankbürgschaft in Höhe von 80 % des Umsatzes. Diese Forderung kommt überraschend, da das Unternehmen profitabel wirtschaftet.
Da diese finanzielle Absicherung nicht erbracht werden kann, entzieht die IATA dem Unternehmen am 16. August 2023 die Lizenz zur Ausstellung von Flugtickets über das BSP-System. Damit verliert die Agentur ihre wichtigste Einnahmequelle.
Das Insolvenzverfahren
Dieser Schritt führt zu einer rasanten Verschlechterung der Finanzlage. Das Handelsgericht Paris ordnet am 21. September 2023 die Zwangsliquidation von Viaticum an, nach 27 Jahren ununterbrochen profitabler Geschäftstätigkeit.
Die 25 Angestellten des Unternehmens werden vom Insolvenzverwalter entlassen. Diese Pleite besiegelt das Ende eines unternehmerischen Abenteuers, das zuvor seine finanzielle Robustheit unter Beweis gestellt hatte.
Die Übernahme durch Resaneo
Im Oktober 2023 billigt das Handelsgericht Paris den Kauf der immateriellen Vermögenswerte von Viaticum durch Resaneo, eine auf Reisevermittlung für Profis spezialisierte Buchungsplattform. Der Kaufpreis beläuft sich auf 51.000 €*.
Die Transaktion umfasst die Marken Bourse des Vols und Bourse des Voyages, die Websites, Domains sowie die Software. Raphaël Torro, der Chef von Resaneo, kündigte an, beide Marken mithilfe ihrer starken Google-Suchmaschinenplatzierungen wiederzubeleben.
Ein neuer Anfang
Die Website bourse-des-vols.com ist somit wieder einsatzbereit. Unter neuer Führung bietet sie erneut Flug- und Pauschalreise-Buchungen an.
Firmengründer Fabrice Dariot hat sich unterdessen neuen Projekten zugewandt und widmet sich nun den Bereichen künstliche Intelligenz und Buchverlagswesen.
Hallo, ein Hin- und Rückflug von Paris nach Washington hat bei Bourse des vols 480€ mit einer Linienfluggesellschaft, Brussels Airlines, gekostet. Tja, das war der günstigste Preis, nachdem ich das ganze Netz durchsucht hatte. Ich habe den Kauf sofort ohne Zögern abgeschlossen, alles lief ohne irgendwelche Zwischenfälle ab. Es ist immer schön, von günstigen Preisen zu profitieren, aber das ist nicht jeden Tag so!