Camping am Fuße des Vercors für eine ordentliche Portion frische Luft

Ich möchte euch heute in das Diois im unteren Dauphiné entführen, ganz in der Nähe des Lac de Monteynard.
Genauer gesagt geht es in den südlichen Teil des Diois, in den Süden des Vercors (und dort speziell in den Trièves). Das gesamte Gebirgsmassiv ist einfach wunderschön und bietet unzählige Möglichkeiten zum Wandern, Skifahren, Höhlenbesichtigen, Pilzesammeln, Klettern, Radfahren und vieles mehr.
Ich selbst habe die Gegend um den Lac de Monteynard erst im August 2016 entdeckt. Damals war ich noch kein großer Camping- oder Wanderfan, aber man kommt schnell auf den Geschmack, oder? Vor allem, wenn man erst einmal verstanden hat, wie man sein Zelt in unter 30 Minuten zusammenlegt! Letztendlich lernt man, dass Camping eine Freiheit bietet, die Hotels nur schwer erreichen können, auch wenn diese natürlich mehr Komfort bieten.
Es war also eines meiner ersten Male beim Campen. Die Initiative ging von einem Freund aus, der bereits in das eingeweiht war, was ich damals noch als Herumstreunen bezeichnete. Ich war im Begriff, diesen fantastischen Ort am Wasser zu entdecken, nahe der Berge und geschützt vor der wahnsinnigen Hitze im Tal. Grenoble, etwa 30 km nördlich gelegen, ist im Sommer ein Backofen. Treffort und seine Umgebung boten den ersehnten Hauch von Frische, der meinen verschwitzten Körper endlich aufatmen ließ. Heute ist Biwakieren für mich ein reines Vergnügen.
Was man rund um den Lac de Monteynard unternehmen kann
Während viele Menschen sich an den Stränden des Mittelmeers oder des Atlantiks drängen, ziehe ich die Berge vor. Das hat früher viele meiner Freunde aus Kindertagen schockiert, die ihren Sommerurlaub immer dort verbrachten, wo das Wasser salzig ist und sich der Sand in jeder Hautpore festsetzt. Ja, ich liebe die Berge, weil ich das Grüne und das Wandern liebe. Aber ich habe festgestellt, dass der Lac de Monteynard mir noch mehr bot: einen Ort am Wasser, an dem ich schwimmen und Boot fahren konnte! Der Campingplatz von Herbelon, auf dem ich mit meinem Freund war, lag direkt am Wasser, und ich genoss die Ruhe eines Ziels, das noch nicht so überlaufen war.
Das Château d'Herbelon
Auch wenn dieser Ort hauptsächlich von Kennern besucht wird, mangelt es nicht an Sehenswürdigkeiten: Das wunderschöne Château d'Herbelon mit seinen zwei Türmen am Seeufer wurde 1603 von François de Sarrazin erbaut, direkt nach den Religionskriegen zwischen Protestanten und Katholiken, die Frankreich während der Renaissance erschütterten. Man kann dort essen, und wer das Innere entdecken möchte, das seitdem renoviert wurde, muss dort übernachten. Ein Hotel-Restaurant verwaltet und pflegt das Gebäude, was es vor dem Verfall bewahrt. Tatsächlich sollte das Schloss in den 60er Jahren abgerissen werden, weil es zu baufällig war, bevor neue Besitzer es kauften. Das Essen im Restaurant ist sehr gut und der Service angenehm. Wie ihr euch denken könnt, habe ich die Betten allerdings nicht selbst getestet.
In Treffort gibt es auch eine Kirche, aber das ist wohl in den meisten französischen Gemeinden so. Trotzdem ist sie schön und der Dorfplatz ist sehr gemütlich.
Der Petit Train de la Mure
Ich gehe davon aus, dass ihr mit dem Auto unterwegs seid, denn das ist wirklich der beste Weg, um nach Treffort und an den Strand zu gelangen. Wenn ihr also ein Auto habt, empfehle ich euch, die Strecke bis nach La Mure (etwa 40 Kilometer Richtung Osten) zu fahren, um den Petit Train de la Mure zu entdecken. Diese touristische Eisenbahnlinie, die als die schönste der Alpen gilt, war lange Zeit wegen Bauarbeiten geschlossen. Die Strecke ist auf einigen Abschnitten ab La Mure wieder geöffnet. Es lohnt sich wirklich! Von der kurvenreichen Strecke aus kann man den See sehen.
Die Natur genießen

Man kann im Trièves auch Hochseilgärten besuchen, angeln und natürlich zahlreiche Wanderungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternehmen... Und was mir vielleicht am besten gefallen hat, sind die beiden Hängebrücken am Lac de Monteynard-Avignonet: die über den Drac und die über den Ebron. Sie führen hoch über dem See entlang und versetzen Wanderer, die sich dorthin wagen, ins Staunen. Sie ermöglichen es, die beiden Schluchten zu überqueren, die von den Zuflüssen Drac und Ebron geformt wurden.
Es gibt auch zahlreiche Wassersportaktivitäten wie Windsurfen, Wasserskifahren oder einfach nur Schwimmen.
Ich kann einen Besuch dieser Gegend zu 100 % empfehlen. Besonders, wenn ihr in der Nähe wohnt, in Lyon oder Grenoble!
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