Im November 2015 hatte ich die Gelegenheit, 2 Tage mit meinem Liebsten in Warschau zu verbringen, ein toller Kurztrip, der mich fast nichts gekostet hat! Hier ist meine Liste der Orte, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet.
1/ Die Barbakane-Stadtmauern

Wir begannen unseren Rundgang im alten Stadtviertel Nowy Miasto mit einem Spaziergang entlang der Barbakane. Diese Stadtmauern sind wirklich hübsch, sehr typisch für die Stadt und gut erhalten. Sie wurden 1548 erbaut, um die Stadt zu umschließen, später abgerissen und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut, um an die architektonische Geschichte der Stadt zu erinnern. Heute wird ein Teil der Mauern von lokalen Künstlern genutzt, die dort ihre Werke ausstellen, ihr könnt sie euch kostenlos ansehen.
2/ Plac Zamkowy, der Schlossplatz

Der Plac Zamkowy, ebenfalls in der Altstadt gelegen, bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter:
- Die Sigismundsäule. Zugegeben, es ist vielleicht nicht das spektakulärste Denkmal, das ihr sehen werdet, aber es ist einen Blick wert, da es das älteste und höchste weltliche Denkmal Warschaus ist. Es wurde 1644 auf Befehl von König Władysław IV. errichtet, um seinen Vater zu ehren, der die Hauptstadt von Krakau nach Warschau verlegte. Das Denkmal ist 22 m hoch und die Statue des Königs misst 2,75 m. Die Säule stürzte im Zweiten Weltkrieg ein und ihre Überreste liegen noch immer auf dem Platz, direkt neben dem Königsschloss.
- Das Königsschloss. Dies war einst die Residenz der polnischen Könige in Warschau. Es wurde 1944 zerstört und in den 70er Jahren wieder aufgebaut. Heute dient es für offizielle Zeremonien und als Außenstelle des Nationalmuseums Warschau. Es beherbergt Kunstwerke, die sich dort bereits 1939 befanden, während des Zweiten Weltkriegs gerettet werden konnten und nun wieder an ihrem ursprünglichen Platz ausgestellt sind. Da der Eintritt ins Innere etwas kostet, habe ich darauf verzichtet, aber ihr könnt zumindest den Innenhof kostenlos besichtigen.
- Ich bin allerdings auf den Glockenturm der St.-Anna-Kirche gestiegen, um die Aussicht zu genießen, und kann das nur wärmstens empfehlen! Der 360-Grad-Blick ist wirklich fantastisch. Diese Aussicht hatte einen Preis: 5 Zloty pro Person (ca. 1 €), was es absolut wert war.
3/ Das Fotoplastikon
Das Fotoplastikon ist eines meiner Highlights in Warschau. Es ist vielleicht keine weltberühmte Attraktion, aber eine Aktivität, die man nicht überall findet (es war das erste Mal, dass ich so etwas gesehen habe) und das zu einem unschlagbaren Preis. Diese beliebte Attraktion aus dem 19. und 20. Jahrhundert ermöglicht es, eine Fotoserie in 3D durch Gucklöcher zu betrachten. Während man auf einem Hocker sitzt, zieht die bewegte Geschichte Warschaus seit Beginn des 20. Jahrhunderts 20 Minuten lang mit historischen Fotos an einem vorbei.
4/ Der Łazienki-Palast

Der Łazienki-Palast liegt nicht direkt im Zentrum und erfordert einen gewissen Fußweg, wenn ihr zu Fuß unterwegs seid, aber er ist wunderschön. Der Weg dorthin ist durch den Park sehr angenehm. Er wurde auf einer Insel in der Weichsel erbaut.
5/ Das Nationalstadion
Das Nationalstadion wurde eigens für die UEFA EURO 2012 an der Stelle errichtet, an der sich zuvor das „Stadion des 10. Jahrestages“ befand. Es liegt in der Nähe der Altstadt und des Zentrums und ist von vielen Punkten der Hauptstadt aus zu sehen. Die Farben Weiß und Rot beziehen sich auf die polnischen Nationalfarben. Es ist 50 Meter hoch und bietet Platz für 58.000 Zuschauer. Das Besondere am Stadion ist das schließbare Dach. Es öffnet sich in einer Viertelstunde, was an sich schon ein beeindruckendes Spektakel sein soll (ich hatte leider nicht die Gelegenheit, das Stadion von innen zu besichtigen).
Das Gelände umfasst zudem 3.000 Räume für verschiedene Zwecke: ein großes Kongresszentrum, Ausstellungsflächen, Büros und andere Einrichtungen, in denen bis zu einige tausend Menschen arbeiten werden. Es beherbergt sogar eine ökumenische Kapelle!
Da es auf der anderen Seite des Flusses liegt, ist der Weg zu Fuß etwas mühsam, aber es ist gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden.
6/ Der Kultur- und Wissenschaftspalast
Der Kultur- und Wissenschaftspalast (Pałac Kultury i Nauki) befindet sich in einem ziemlich speziellen Gebäude, das bei den Polen nicht unbedingt beliebt ist, da es sich um ein ehemaliges kommunistisches Bauwerk handelt, das auf den Überresten des Warschauer Ghettos errichtet wurde. Wenn ihr in der Umgebung spazieren geht, werdet ihr übrigens die Linie sehen, die einst die jüdischen von den nicht-jüdischen Bewohnern Warschaus trennte.
Der Architekt soll sich neben dem damals vorherrschenden kommunistischen Stil auch von berühmten New Yorker Gebäuden inspirieren lassen haben. Es gibt dort auch eine Aussichtsplattform (kostenpflichtig) im 30. Stock, aber da der Himmel bei unserem Besuch sehr bewölkt war, haben wir uns diesen Teil gespart.
Wir haben im Palast das Museum für Technik und Industrie besucht, ein günstiger und sehr unterhaltsamer Abstecher. Dort wird die technische Entwicklung der Menschheit gezeigt: von alten landwirtschaftlichen Geräten über Vintage-Motorräder, Flugzeugmodelle, Musikinstrumente und Haushaltsgeräte bis hin zu Videospielen aus den 90ern (die man sogar selbst ausprobieren konnte). Ziemlich kurzweilig!
7/ Der Piłsudski-Platz
Der Piłsudski-Platz grenzt direkt an den Sächsischen Garten (Park Ogrod), der zu einem entspannten Spaziergang einlädt. Meiner Meinung nach liegt der größte Reiz dieses Platzes jedoch darin, ein Gefühl für die Zerstörung zu bekommen, die die Stadt während und am Ende des Zweiten Weltkriegs erlitten hat. Einst stand hier das Sächsische Palais, von dem heute nur noch ein winziges Fragment übrig ist, das das Grabmal des unbekannten Soldaten beherbergt. Es ist beeindruckend, das ehemalige Palais (das auf vielen alten Postkarten zu sehen ist) mit den heutigen Überresten zu vergleichen.
8/ Das Planetarium
Wenn Sie eine Pause brauchen, schauen Sie im Planetarium vorbei. Diese Art von Kino, bei dem die Filme auf eine riesige Kuppel projiziert werden, bietet 3D-Erlebnisse, die einen zum Mittelpunkt der Erde reisen lassen oder das Gefühl vermitteln, zu fliegen. Ein tolles Erlebnis für Groß und Klein.
9/ Die Universitätsbibliothek

Ich hätte zu gerne den Dachgarten besucht, der wunderschön sein soll, aber leider war er bei unserem Besuch nicht zugänglich.
Es gibt noch so viel mehr in Warschau zu entdecken, aber ich kann Ihnen diese Orte wärmstens empfehlen, besonders wenn Sie nur 2 Tage Zeit haben. Die Stadt selbst hat mir sehr gut gefallen: eine Hauptstadt mit menschlichem Maßstab, eher ruhig, sehr nette Leute, die hervorragend Englisch sprechen, und vor allem ein tolles Ziel für einen City-Trip mit Aktivitäten, die den Geldbeutel schonen... Absolut empfehlenswert!
Zum Abschluss: Wenn Sie einen bildlicheren Eindruck der Stadt gewinnen möchten, lade ich Sie ein, mein Fotoalbum von Warschau hier zu entdecken.
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