Die Autobahnvignette: Was du vor der Autofahrt in der Schweiz wissen musst
In der Schweiz gibt es keine klassischen Mautstellen. Autobahnen und Autostrassen funktionieren mit einer Jahresvignette, die entweder auf die Windschutzscheibe geklebt wird oder digital erhältlich ist und unabhängig von der gewählten Variante 40 CHF kostet (ca. 42 Euro).
Gute Nachricht für Mietwagen: Wenn du ein Auto direkt in der Schweiz mietest, ist die Vignette in der Regel bereits enthalten. Du musst dich um nichts weiter kümmern.
Die Situation sieht anders aus, wenn du dein Fahrzeug in einem Nachbarland (Frankreich, Deutschland, Italien) abholst und damit in die Schweiz fährst: Bei einer Anmietung im übrigen Europa ist die Vignette meistens nicht inbegriffen. Du musst sie dir dann vor der Fahrt auf einer Schweizer Autobahn selbst besorgen.
Wichtig zu wissen: Wer ohne Vignette erwischt wird, zahlt eine Strafe von 200 CHF (ca. 210 Euro) plus die Kosten für die obligatorische Vignette. Eine einfache Unachtsamkeit kann also teuer werden.
Sonderfall: Für die Durchquerung des Grossen-St.-Bernhard-Tunnels ist eine zusätzliche Mautgebühr fällig, die unabhängig von der regulären Autobahnvignette erhoben wird.
Was kostet ein Mietwagen in der Schweiz?
Die Preise hängen stark vom Flughafen, der Saison und dem Anbieter ab. In Genf zahlst du für einen Kleinwagen oder ein Kompaktfahrzeug meist zwischen 20 €* und 55 €* pro Tag, während für SUVs oder Premium-Limobinen deutlich höhere Beträge anfallen.
Zwei Faktoren treiben den Preis in der Schweiz besonders nach oben:
- Die Wintersaison und Skiwochenenden, an denen die Preise im Vergleich zum restlichen Jahr spürbar anziehen.
- Der Abholort: Die Flughäfen in Genf und Zürich bündeln den Grossteil des internationalen Angebots, verlangen jedoch höhere Tarife als Stationen in der Innenstadt.
Die Besonderheit des Flughafens Genf
Genf hat eine europaweit seltene Besonderheit: Der Flughafen verfügt über zwei getrennte Mietwagenbereiche, von denen sich einer auf Schweizer und der andere auf französischer Seite befindet. Vergleiche beide Optionen vor der Buchung, denn die Preisdifferenz kann erheblich sein. Allerdings beinhalten die Schweizer Angebote im angezeigten Tarif oft mehr Leistungen wie die Vignette und Basisversicherungen.
Mindestalter und Führerschein: Streichere Regeln als im übrigen Europa
Die Schweiz setzt beim Alter insgesamt höhere Hürden als viele Nachbarländer. Bei den meisten grossen Autovermietungen liegt das Mindestalter für die Fahrzeuganmietung bei 21 Jahren (20 Jahre bei Transportern), zudem muss der Führerschein seit mindestens einem Jahr vorliegen.
Für gehobene Fahrzeugklassen steigt das Alter weiter an: Bei Luxuswagen verlangen die Vermieter je nach Anbieter ein Mindestalter von 25 bis 30 Jahren.
Unter 25 Jahren wird häufig eine Jungfahrergebühr fällig, deren Höhe je nach Anbieter variiert (bei einigen Vermietern liegt sie beispielsweise um 20 €* pro Tag). Eine nennenswerte Ausnahme: Budget hat die Jungfahrergebühr für Anmietungen in der Schweiz abgeschafft. Solche Regelungen ändern sich jedoch regelmässig, prüfe sie am besten direkt bei der Buchung.
Fahrten ins benachbarte Ausland: Was deine Miete abdeckt (und was nicht)
Da die Schweiz weder der Europäischen Union noch deren Zollunion angehört, hat dies konkrete Auswirkungen auf deinen Mietvertrag, falls du das Land verlassen möchtest.
Erster Punkt: Die Schweizer Vignette gilt nur in der Schweiz. Jedes Nachbarland hat ein eigenes Mautsystem, weshalb die Schweizer Vignette weder ausländische Autobahnen abdeckt noch umgekehrt. Wenn deine Route durch Frankreich, Italien oder Österreich führt, musst du die entsprechenden Vignetten oder Mautgebühren separat einplanen.
Zweiter Punkt: Einige Autovermietungen schränken Grenzüberfahrten mit ihren Fahrzeugen ein, verbieten sie ganz oder verlangen eine vorherige Anmeldung. Diese Klausel sollte unbedingt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen überprüft werden, sobald ein Roadtrip über die Schweizer Landesgrenzen hinausführt, da andernfalls bei einem Schadensfall im Ausland der Versicherungsschutz erlöschen kann.
Einwegmieten zwischen Schweizer Städten: Grösste Flexibilität
Gute Nachrichten, wenn du das Auto in Genf abholen und in Zürich oder Basel abgeben möchtest: Bei einigen Anbietern sind Einwegmieten zwischen allen Schweizer Stationen problemlos möglich, was die Planung einer Rundreise durch das Land erleichtert.
Die Gebühren steigen allerdings spürbar an, sobald das Fahrzeug in einem Nachbarland (wie Frankreich oder Italien) zurückgegeben wird. Je nach Entfernung können hier Zuschläge von mehreren Hundert Franken anfallen.