Besuch in Český Krumlov
Man nennt die Stadt auch das kleine Prag. Obwohl sie um ein Vielfaches kleiner ist als die tschechische Hauptstadt, steht sie ihr an Eleganz in nichts nach. Die hohe Spitze der Veitskirche erinnert tatsächlich an die Stadt der hundert Türme. In einer Schleife der Moldau gelegen, hat sich der Ort zahlreiche Zeugnisse des Mittelalters sowie prächtige Beispiele der Renaissance-Architektur bewahrt. Das Schloss der Rosenberger, das über der Stadt thront, ist dafür das beste Beispiel. Im Inneren ist der Maskensaal mit Trompe-l'oeil-Malereien geschmückt, die Szenen der Commedia dell'arte zeigen.
Eine lebendige Kleinstadt
Beginne deinen Rundgang am Schloss. Eine kleine Gasse aus dem Mittelalter, die Latrán, führt dich direkt dorthin. Du überquerst eine Brücke über den Schlossgraben, in dem tatsächlich Bären gehalten werden. Die Anlage ist riesig: Sie umfasst vierzig Gebäude, fünf Innenhöfe und rund sieben Hektar Garten. Erkunde das Gelände in deinem eigenen Tempo, der Eintritt ist frei, sofern du keine Führung buchst. Lediglich für den Zugang und den Aufstieg auf den Schlossturm zahlst du eine geringe Gebühr in tschechischen Kronen. Von oben hast du einen fantastischen Blick auf die Stadt und die Umgebung.
Verpasse während deines Besuchs nicht die Mantelbrücke, ein beeindruckendes Bauwerk auf massiven Pfeilern, deren Bögen einen dreistöckigen Gang stützen. Sie führt direkt zum sehr gut erhaltenen Barocktheater. In Český Krumlov fühlt man sich wie in einer Märchenkulisse. Das mittelalterliche Stadtzentrum gehört zum UNESCO-Welterbe und ist voll von alten Barockhäusern. Schlendere über den Náměstí Svornosti, den zentralen Marktplatz, auf dem sich mit dem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert ein architektonisches Highlight befindet. In der Mitte des Platzes steht die Pestsäule mit den Statuen der unbefleckten Jungfrau Maria und den Schutzheiligen der Stadt.
Die Naturkulisse Südböhmens
Neben kleinen Museen wie dem Regionalmuseum, das die Geschichte der Gegend aufarbeitet, lockt die Umgebung mit zahlreichen Ausflugszielen in der Natur. Du kannst die Moldau mit dem Kajak oder beim Rafting erkunden. Für einen weiteren Ausflug bietet sich das Zisterzienserkloster Vyšší Brod an, das nur eine halbe Autostunde entfernt liegt. Auch dieses geht auf die Dynastie der Rosenberger zurück und beherbergt noch heute eine kleine Mönchsgemeinschaft.
Der Nationalpark Šumava, der sich am westlichen Ende der Tschechischen Republik erstreckt, ist ebenfalls einen Besuch wert. Er gehört zum größten zusammenhängenden Waldgebiet Europas. Hier leben geschützte Arten wie Luchse und Hirsche. Auch der Verlauf des ehemaligen Eisernen Vorhangs, der während des Kalten Krieges Europa teilte, ist dort heute noch im Gelände zu erkennen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Um das angenehme Klima und die zahlreichen Festivals zu genießen, sind die Monate der warmen Jahreszeit von Mai bis September ideal für einen Besuch in Český Krumlov.
Anreise
Von Prag aus bietet Flixbus Direktverbindungen an, die etwa drei Stunden dauern. Alternativ kannst du ab Prag den Zug bis in die größere Nachbarstadt Ceské Budějovice nehmen. Von dort aus verkehren weitere Züge direkt nach Český Krumlov.
Stadt (oder Dorf?) voller Charme, aber man hat schnell alles gesehen. Ein Tag reicht völlig aus.